Kathedrale von Tropea
Die Kathedrale von Tropea (Concattedrale di Maria Santissima di Romania) ist eine von den Normannen erbaute ehemalige Bischofskirche in Tropea (Region Kalabrien) in Italien. Seit 1986 ist sie Konkathedrale des Bistums Mileto-Nicotera-Tropea.
Geschichte
Die der heiligen Maria als St. Maria von Romania (italienisch: Maria Ss. di Romania) geweihte Kirche wurde im normannischen Stil auf den Grundmauern einer älteren byzantinischen Kirche errichtet und wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fertiggestellt. Zu dieser Zeit gehörte Tropea zu dem von den Normannen beherrschten Königreich Sizilien.
In der Barockzeit wurde die Kirche barockisiert. Nach schwerer Beschädigung durch ein Erdbeben im Jahr 1905 wurde sie von 1927 bis 1931 grundlegend restauriert. Dabei wurde eine Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes durchgeführt und eine Entfernung der barocken Stilelemente vorgenommen.
Ausstattung
Den Blickpunkt der Kirche bildet das in der Hauptapsis über dem Altar hängende, um 1330 entstandene Tafelbild der Madonna di Romania, das ikonographisch in byzantinischer Tradition steht[1] und von manchen („nicht unumstritten“) dem toskanischen Maler Lippo di Benivieni zugeschrieben wird.[2] Als Schutzheilige der Stadt soll sie Tropea 1638 vor den Folgen eines schweren Erdbebens verschont haben. Unterhalb des Altars ruhen in einer goldenen Urne Reliquien der heiligen Märtyrerin Dominica, der zweiten Schutzpatronin Tropeas.
In den Apsiden der Seitenschiffe steht jeweils eine Statue der Muttergottes: Die Madonna del Popolo (Madonna des Volkes) in der südlichen (rechten) Apsis ist eine große, dem Bildhauer Giovanni Agnolo Montorsoli zugeschriebene[3] Marmorstatue aus dem Jahr 1555 (mit Stifterinschrift auf dem Sockel). In der nördlichen (linken) Apsis erinnert die Madonna della Libertà (Madonna der Freiheit), eine sizilianische Arbeit des 16. Jahrhunderts, daran, dass die Stadt Tropea im Jahr 1613 nicht an den Fürsten Ruffo verkauft wurde, sondern bis 1806 unabhängig blieb.
In den Seitenkapellen an der Südseite des rechten Seitenschiffs befinden sich das zwei Meter hohe Schwarze Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert[4] und das Grabmal des Philosophen Pasquale Galluppi, an den in Tropea auch ein Denkmal auf der Piazza Ercole erinnert.
Ein staufischer Bogengang aus dem 13. Jahrhundert verbindet die Kathedrale mit dem benachbarten Bischofspalast, der heute das Diözesanmuseum beherbergt.
Literatur
- Ekkehart Rotter: Kalabrien & Basilikata. Hauptorte der Magna Graecia (...) (= DuMont-Kunst-Reiseführer). DuMont Reiseverlag, Köln 2002, ISBN 3-7701-5541-6, S. 293–294.
- Annette Krus-Bonazza: Kalabrien & Basilikata. 3. Auflage. Michael Müller Verlag, Erlangen 2007.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ekkehart Rotter: Kalabrien & Basilikata. Hauptorte der Magna Graecia (...) (= DuMont-Kunst-Reiseführer). DuMont Reiseverlag, Köln 2002, ISBN 3-7701-5541-6, S. 294.
- ↑ Valentino Pace: Kunstdenkmäler in Süditalien. Apulien – Basilicata – Kalabrien (= Reinhardt Hootz [Hrsg.]: Kunstdenkmäler in Italien. Ein Bildhandbuch). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, S. 470 Abb. 316.
- ↑ Valentino Pace: Kunstdenkmäler in Süditalien. Apulien – Basilicata – Kalabrien (= Reinhardt Hootz [Hrsg.]: Kunstdenkmäler in Italien. Ein Bildhandbuch). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, S. 470.
- ↑ Valentino Pace: Kunstdenkmäler in Süditalien. Apulien – Basilicata – Kalabrien (= Reinhardt Hootz [Hrsg.]: Kunstdenkmäler in Italien. Ein Bildhandbuch). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, S. 470 Abb. 317.
Koordinaten: 38° 40′ 41,5″ N, 15° 53′ 55,1″ O