Katharine Schäffner
Katharine Schäffner (* 1863 in Zbraslav; † nach 1936) war eine österreichische Künstlerin. Sie zählt zu den Ersten, die nicht-gegenständliche Motive entwickelten.
Nach ihrem Tod geriet sie in Vergessenheit. Deshalb existieren nur wenige biografische Informationen über sie.[1]
Leben
Katharine Schäffner wurde 1863 in Zbraslav als Tochter von Anna und Victor Schäffner geboren. Ihr Vater war Chemiker und entwickelte unter anderem eine neue Emailfarbe. In diesem künstlerischen Umfeld entschied sie sich, Kunst in Berlin und München zu studieren. Sie schuf Ölgemälde, Zeichnungen und anschließend Keramiken. Zwischen 1896 und 1906 war sie regelmäßig auf der jährlichen Prager Kunstausstellung vertreten und stellte auch auf der Großen Berliner Kunstausstellung im Jahr 1901 aus.[1] Ihre Mentorin war Hermina Laukota, von der sie den akademischen Stil lernte. Sie lebte zwei Jahre lang mit ihr in Prag.[2] Sie hatte auch die Gelegenheit, Illustrationen für die Wochenschrift Jugendlust zu erstellen.[1]
Berühmt wurde sie mit ihrer 1908 veröffentlichten Mappe „Eine neue Sprache?“. Sie umfasst 42 Arbeiten, die eine symbolische Welt aus Gefühlen, aber auch aus Karikaturen erschaffen. Sie gilt als eine der ersten Publikationen von abstrakter Kunst. Zu sehen sind darin Bilder wie Die Hymne, Leidenschaft oder Leiden.[1] Zwei Jahre später veröffentlichte Katharine Schäffner die Mappe "Zeichnungen in dekorativem Stil" mit Fotogravuren nach sechs ornamentalen Zeichnungen.[3]
Sie war als private Malerin in Prag gemeldet und war Mitglied der Allgemeinen Deutschen Künstlergenossenschaft in Berlin sowie des Vereins Deutscher Malerinnen im Kunstverein zu Böhmen in Prag.[1]
Sie ist wahrscheinlich nach 1936 gestorben, es gibt jedoch keine präziseren Informationen zu Datum und Ort.[4]
Werk
Katharine Schäffner galt als Pionierin der nicht-gegenständlichen Kunst. Ferdinand Avenarius schrieb über ihre Kunst: "Es gab bisher keine von Zweckformen gelöste Zeichnerei oder Malerei, die ohne Nachahmung von Wirklichkeitsformen ausschließlich mit Licht oder Farbe oder Linie als solchen seelische Werte übermittelt hätte."[1] Er sah ihre Zeichnungen als eine neue Sprache für Gefühle, die durch "freien Ornament-Motive" vermittelt wird.[4][5]
Schäffners frühesten abstrakten Werke entstanden bereits vor denen von Wassily Kandinsky und František Kupka. Dennoch wurde sie in der Geschichte vergessen.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Ab nach München! Künstlerinnen um 1900 (= Süddeutsche Zeitung Edition). Münchner Stadtmuseum : Süddeutsche Zeitung, München 2014, ISBN 978-3-86497-193-8.
- ↑ a b Katharine Schäffner (1863–unbekannt). Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Into the Dark. Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken 2025, ISBN 978-3-947554-14-0.
- ↑ a b Zeiten der Einsamkeit (= Dresdener Kunstblätter. 65. Jahrgang, 2 (2021)). Sandstein-Verlag, Dresden 2021, ISBN 978-3-95498-602-6.
- ↑ Jane Boddy: Failed Canons: Ferdinand Avenarius and Katharine Schäffner. In: Tahiti. Band 14, Nr. 2–3, 17. Dezember 2024, ISSN 2242-0665, doi:10.23995/tht.152083 (journal.fi [abgerufen am 6. November 2025]).