Katharina von Hagenow
Katharina von Hagenow, auch Käthe Helene Margarthe von Hagenow (* 28. Juli 1882 in Langenfelde, heute Ortsteil von Glewitz; † 17. September 1952 in Rostock) war eine deutsche Germanistin und Volkskundlerin. Sie war die letzte Priorin des Adligen Fräuleinstifts in Barth.
Leben
Katharina von Hagenow entstammte dem briefadeligen jüngeren pommerschen Adelsgeschlecht von Hagenow. Sie war die Tochter des Landrats Gustav von Hagenow, Besitzer der Güter Glewitz und Langenfelde, und dessen Frau Elisabeth Hedwig, geb. Heintze. Der General Maximilian von Hagenow war ihr Onkel, Viktor von Hagenow ihr Cousin. Um 1910 galt sie, ihre Schwester Elisabeth von Hagenow sowie der Bruder Gustav von Hagenow-Langenfelde (1878–1944) als gemeinsame Besitzer der Güter Langenfelde und Glewitz.
Sie besuchte das Oberlyzeum in Stralsund bis zum Abitur. Nach dem Abschluss des Lehrerinnenseminars in Rostock war sie als Lehrerin an privaten Töchterschulen in Bernau und Berlin-Karlshorst tätig. Im Ersten Weltkrieg pflegte sie als Johanniter-Schwester Verwundete. 1919 trat sie als Konventualin in das Barther Damenstift ein. Von 1921 bis 1926 studierte sie Germanistik und Geschichte an der Universität Rostock.[1] 1926 immatrikuliert sie sich erneut.[2] 1931 bestand sie das Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen. Sie ging jedoch nicht in den Schuldienst, sondern war schon ab 1929 Assistentin von Hermann Teuchert bei der Arbeit am Mecklenburgischen Wörterbuch.
1935 wurde sie Priorin des Adligen Fräuleinstifts. Gleichzeitig wurde ihr von den nationalsozialistischen Behörden wegen ihrer distanzierten Haltung zunächst die Weiterbeschäftigung an der Wörterbuchstelle untersagt.[3]
Erst sieben Jahre später wurde sie 1942 wieder eingestellt und war bis zu ihrem Tod 1952 erneut als stellvertretende Leiterin des Wörterbuch-Projekts tätig. Für Richard Wossidlo war sie „eine absolute Vertrauensperson“.[4]
Erinnerung
Das Gymnasium Barth trug ab 1999 den Namen Katharina-von-Hagenow-Gymnasium, bis es 2014 mit der Regionalen Schule zum Schulzentrum Barth zusammengelegt wurde.
Werke
- Das Barther Kloster. Klock, Barth 1936.
- Mecklenburgisches Wörterbuch: bis Lieferung 29 unter Mitarbeit von Katharina von Hagenow
Literatur
- Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 3760.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 191–193.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil B (Briefadel). 1933. Jahrgang 25, Justus Perthes, Gotha Herbst 1932, S. 214.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1911. Jahrgang 5, Justus Perthes, Gotha 1910, S. 348–349.
Weblinks
- Literatur über Katharina von Hagenow in der Landesbibliographie MV
- Werke von Katharina von Hagenow in der Landesbibliographie MV
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag 1921 im Rostocker Matrikelportal.
- ↑ Eintrag 1926 im Rostocker Matrikelportal
- ↑ Jürgen Gundlach: Das Mecklenburgische Wörterbuch von Richard Wossidlo und Hermann Teuchert: Seine Geschichte und seine Aussage. In: Jahrbuch des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung. Heft 115-(Jahrgang 1992), Karl Wachholtz, Neumünster 1992, S. 145–158, hier S. 151.
- ↑ SVZ.de/Deutschland-Welt/Mecklenburg-Vorpommern/Mecklenburg-Vorpommern-Mecklenburg-Magazin/Artikel: „Hochverehrte, gnädige Frau...“, In: Schweriner Volkszeitung, Schwerin vom 10. Juni 2016.