Katharina Natalie Eitel
Katharina Natalie Eitel (auch Katharina N. Eitel) (* 8. Mai 1946 in Marburg; † 22. Mai 2016) war eine deutsche Künstlerin und überwiegend freiberuflich tätige Designerin für Papier und Textil. Stefan Soltek zählte sie „zu den herausragenden Künstlerinnen und Künstlern der gegenwärtigen Papier- und Installationskunst“.[1]
Leben
Katharina Natalie Eitel entstammte einer Fabrikantenfamilie, die sich seit 1845 in Marburg mit Innenausstattung und seit 1879 dort und nach 1945 in Kirchhain mit Tapetenfabrikation befasste und deren Unternehmen bis heute als Marburger Tapetenfabrik internationalen Ruf genießt. Sie schloss das Abitur an der Odenwaldschule in Heppenheim (Bergstraße) ab und studierte anschließend an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Ihr Studium am Royal College of Art in London schloss sie als Master of Design ab. In Wien befasste sie sich mit Stoffdruck und in Japan mit der Fertigung handgeschöpfter Papiere.
Beruflich war sie dann einige Jahre als Fachberaterin für Trendstyling im Bereich Faserproduktion der Bayer AG tätig und arbeite anschließend als freiberufliche Designerin für Papier und Textil. Unter anderem entstanden Kollektionen für die elterliche Tapetenfabrik. In Zusammenarbeit mit einem Chemiker entwickelte sie eine neue Technik des Marmorierens, daraus entstand unter der Bezeichnung „Marmorana“ eine Wandbekleidungskollektion handmarmorierter unikaler Quadrate, die in Europa und Japan vertrieben wurde. Belegexemplare finden sich in der Buntpapiersammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums.[2]
In den Jahren zwischen 2002 und 2011 kümmerte sie sich intensiv erst um den Vater, dann um die Mutter. Seit 2010 kämpfte sie mit ihrer Krebserkrankung. Ihr Ehemann, der Marburger Musikpublizist Claus Schreiner, stand ihr die ganzen Jahre bei.
Kunstschaffen
Seit 1980 entwickelte sie parallel zur Designertätigkeit künstlerische Installationen (‚zeithaut‘), wobei sie mit dem Material Papier Fenster, Säulen und Wände in Museumsfoyers oder Messehallen in bedeutungsvolle Raumkunstwerke verwandelte. Ein Nachruf formulierte es so: „Katharina Eitel spielte auch mit Licht und Wind, ihre zarten Papiermembranen traten in einen Dialog mit der Architektur, und sie schuf dabei neue Erlebnisräume. Formen, Durchlässigkeit und Farben choreographierte sie klar und bewusst.“[3] Sie schuf Orte der Begegnung von Kunst, Philosophie und Religion. Ihr Werk war durch intensive Auseinandersetzung mit der NS-Zeit geprägt.
Sie gehörte 1986 zu den Gründungsmitgliedern der International Association of Hand Papermakers and Paper Artists (IAPMA)[4] und beteiligte sich an Vereinigungen und Zusammenkünften, die sich mit Geschichte und Gegenwart von Papier und Buntpapier befassten.[5]
Eitels Werke wurden von Museen und öffentliche Sammlungen in Kassel, Frankfurt, Leipzig, Tokyo, Den Haag und Offenbach gekauft. Einzelausstellungen hatte sie in London, München, Tokyo, Frankfurt, Marburg, im Wewerka-Pavillon in Lauenförde und in Offenbach. Zudem war sie an Gemeinschaftsausstellungen an Orten wie Avignon, Leipzig, Hannover, Budapest, Kassel, Schlitz, Sydney und Vöhl beteiligt.[6][7]
Ehrung
Nachdem Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Marburg beschlossen hatten, dass sämtliche gegenüber dem ehemaligen Bürgermeister Walter Voß erteilten Ehrungen wegen dessen Verhalten in der NS-Zeit zurückgenommen werden sollten, votierte die Stadtverordnetenversammlung am 30. Juni 2017 einstimmig, die Straße künftig „Katharina-Eitel-Weg“ zu nennen.[8] Die Universitätsstadt Marburg würdigte damit das soziale Engagement der Künstlerin, die häufig für wohltätige Organisationen spendete.
Nachlass
Katharina Natalie Eitel vermachte ihr Vermögen und den gesamten künstlerischen Nachlass (mit Ausnahme der Werke, die sich bereits in Privatbesitz, Museen und Sammlungen befinden) der Stiftung Hoffnung13.[9]
Weblinks
Literatur
- Abschied unterm Sternenzelt – Zum Tod der Marburger Künstlerin Katharina N. Eitel. das Marburger vom 1. Juni 2016 (Online Letzter Aufruf am 7. Januar 2026)
- Belastete NS-Vergangenheit: Walter-Voß-Weg erhält neuen Namen. das Marburger vom 8. November 2017 (Online Letzter Aufruf am 7. Januar 2026)
Einzelnachweise
- ↑ Die Stifterin (Zitat Soltek Letzter Aufruf am 8. Januar 2025)
- ↑ Katharina Natalie; Canei Marmorana: Öltunkpapier (Deutsches Buch- und Schriftmuseum: 15 Bogen 500 x 500 mm Letzter Aufruf am 8. Januar 2026)
- ↑ Abschied unterm Sternenzelt
- ↑ International Association of Hand Papermakers and Paper Artists (IAPMA) [1]
- ↑ Tagungen des Arbeitskreises Buntpapier (Tagungsarchiv Letzter Aufruf am 8. Januar 2026.)
- ↑ Abschied unterm Sternenzelt
- ↑ Künstler/innen der STERNENBRETTER (Online Letzter Aufruf am 7. Januar 2026)
- ↑ Belastete NS-Vergangenheit
- ↑ Stiftung Hoffnung13 beginnt ihre Tätigkeit. (Online Letzter Aufruf am 7. Januar 2026)