Kate Coolahan
Catherine Anne Coolahan ONZM (* 2. November 1929 in Sydney, Australien; † 3. Januar 2025 in Porirua, Neuseeland) war eine neuseeländische Grafikerin, Malerin und Hochschullehrerin. Ihre Werke befinden sich in den ständigen Sammlungen des Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, der Auckland Art Gallery Toi o Tāmaki und des British Museum.[1][2]
Leben und Werk
Coolahan war die Tochter des Druckers Roderick Castle und seiner Frau Dorothy Vera Evans. Sie studierte von 1945 bis 1950 Kunst am East Sydney Technical College. Nach ihrem Abschluss 1950 wurde sie von der Kunstabteilung des Sydneyer Kaufhauses Farmer & Co. engagiert. Das Kaufhaus importierte Luxusprodukte und Coolahan entwarf Broschüren, Geschenkpapier, Verpackungen und Werbegrafiken. Sie fertigte nicht nur Illustrationen an, sondern entwickelte auch themenbezogene Kampagnen für Zeitungen sowie den jährlich von Farmers herausgegebenen Luxuskatalog. Ihr erstes verkauftes Gemälde hing in der australischen Botschaft in Washington.[3][4]
Umzug nach Neuseeland
In Neuseeland wollte die neuseeländische Werbeagentur J Inglis Wright Ltd in den Luxusmarkt einsteigen und nach ihrer Bewerbung bot die Agentur Coolahan eine dreimonatige Probezeit an. 1952 verließ sie Farmer & Co und zog nach ihrer erfolgreichen Probezeit mit ihrem Ehemann dauerhaft nach Wellington. Zu einer Zeit, als nur wenige verheiratete Frauen eine Berufstätigkeit anstrebten, war sie in der männerdominierten Werbebranche erfolgreich. Als verheiratete Frau gehörte sie jedoch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft zu den ersten, die entlassen wurde. Deshalb bewahrte sie stets ein umfangreiches Portfolio ihrer Arbeiten auf, welches den Grundstock ihres Archivs im Te Papa Museum bildet.[5]
1954 verließ Coolahan die Firma J Inglis Wright Ltd., um zur konkurrierenden Wellingtoner Werbeagentur Carlton Carruthers du Chateau and King zu wechseln, zu deren wichtigsten Kunden der Bekleidungshersteller Lane Walker Rudkin aus Christchurch gehörte. Coolahan entwarf Verpackungen und Werbematerialien für die Marke Canterbury des Unternehmens, die Bekleidung, Dessous, Strumpfwaren, Kinderbekleidung und Bademode umfasste. 1957 verließ Coolahan die Agentur aufgrund eines Unfalls, bei dem sie sich die Sehnen ihrer rechten Hand verletzte. Während ihrer Genesung arbeitete sie als Assistenz-Bildungsbeauftragte im Dominion Museum. 1959 kehrte Coolahan in die Werbebranche zurück und arbeitete für das Kaufhaus James Smith Ltd. in Wellington. Während ihrer zwei Anstellungen bei James Smith's entwickelte sie einen einprägsamen Stil für die Modekampagnen des Kaufhauses. Von 1962 bis 1964 arbeitete sie nach einer weiteren Anstellung bei Carlton Carruthers du Chateau in Teilzeit für James Smith's. Diese Teilzeitstelle ermöglichte es ihr, nebenberuflich im Fachbereich Design des Wellington Polytechnic zu unterrichten und Druckgrafik bei John Drawbridge zu studieren.
Freiberufliche Tätigkeit und Lehrtätigkeit
Nachdem Coolahan 1964 das Kaufhaus James Smith verließ, um zu studieren und zu unterrichten, arbeitete sie weiterhin als freiberufliche Designerin. Zu ihren Kunden zählten die Modeboutique Maison Noisette an der Kapiti Coast sowie die New Zealand Broadcasting Association und das NBC Symphony Orchestra.
1962 wurde Coolahan gebeten, Abendkurse in Anatomie und Zeichnen an der Designschule des Wellington Polytechnic zu geben. 1966 wurde sie dort fest angestellt und unterrichtete bis 1971 Grundlagen des Designs, kreative Prozesse, visuelle Kommunikation und Zeichnen. Sie etablierte in den 1970er Jahren die japanische Papierherstellung als Kunsthandwerk in Neuseeland. Von 1972 bis 1983 lehrte sie nebenberuflich und verfolgte gleichzeitig eine internationale Karriere als Grafikerin.
1972 erhielt sie ein Stipendium des Queensland Arts Council, 1975 nahm sie in Großbritannien an einem Kurs des British Council zum Thema Kunst in der Bildung teil und 1976 besuchte sie Japan im Rahmen eines japanischen Kulturaustauschprogramms. 1984 erhielt sie erneut ein Stipendium des Queensland Arts Council.[6]
Coolahan war 1969 Gründungsmitglied des Wellington Zonta Clubs und wurde 2010 zum Ehrenmitglied ernannt. Sie war Mitglied von Zonta International und arbeitete für den Queen Elizabeth II Arts Council of New Zealand. Auf der United Women's Convention. 1975 leitete sie einen Workshop zum Thema Frauen als Künstlerinnen.[7][8]
Ihre Kunstwerke befinden sich in staatlichen und privaten Sammlungen in Neuseeland, Australien, den USA, Deutschland, Italien, der Schweiz und Chile. Sie hat regelmäßig auf internationalen Biennalen ausgestellt, unter anderem in Venedig, Buenos Aires, Krakau und Tokio, darunter 1972 die 36. Internationale Biennale von Venedig. 1984 wurde sie mit einem Preis beim Premi Internazionale Biella (Italien) ausgezeichnet.[9][10][11][12]
Coolahan starb 2025 im Kemp Home in Titahi Bay im Alter von 95 Jahren.[13]
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
- Zweimalige Auszeichnung mit dem QEII Arts Council Award ausgezeichnet[14]
- 2003: Ehrendoktorwürde der Massey University[15]
- 2007: Officer of the New Zealand Order of Merit[16]
Ausstellungen (Auswahl)
- 1974, 1978: Victoria University, Wellington
- 1974: University of Canterbury, Christchurch
- 1974: Academy of Fine Arts, Wellington
- 1982: Gingko Gallery, Christchurch
- 1984: Dowse Art Museum, Lower Hutt (eine Retrospektive mit Druckgrafiken, Kunststoff- und Papierarbeiten, die landesweit gezeigt wurde)[17]
- 2022: Several degrees of attention, Govett-Brewster Art Gallery, New Plymouth[18]
Literatur
- Kate McGahey: The Concise Dictionary of New Zealand Artists Painters Printmakers Sculptors. Gilt Edge Publishing, Wellington, New Zealand, 2000, S. 51.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ A Fashionable Line: the 'other' life of Kate Coolahan. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ MSU Billings Library | MSU Billings. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ MSU Billings Library | MSU Billings. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Art New Zealand. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Kate Coolahan. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Art New Zealand. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Coolahan, Kate, 1929-2025. National Library of New Zealand, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ amanda76273: Commemorating Kate Coolahan. 14. Januar 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Collections Online | British Museum. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ amanda76273: Commemorating Kate Coolahan. 14. Januar 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ 104 Kate | Art New Zealand. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ MSU Billings Library | MSU Billings. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Cathrine COOLAHAN Obituary (2025) - The New Zealand Herald. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ amanda76273: Commemorating Kate Coolahan. 14. Januar 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ The Queen's Birthday Honours List 2007 | Department of the Prime Minister and Cabinet (DPMC). 4. Juni 2007, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ The Queen's Birthday Honours List 2007 | Department of the Prime Minister and Cabinet (DPMC). 4. Juni 2007, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ https://web.archive.org/web/20210624203911/https://www.art-newzealand.com/Issue104/Kate.ht
- ↑ Kate Coolahan - Life, Art & Legacy | MutualArt. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).