Kastell Bertha
| Kastell Bertha | |
|---|---|
| Alternativname | Tamia |
| Limes | Britannien |
| Abschnitt | Strecke 2 Zentralschottland |
| Datierung (Belegung) | flavisch A) 80 bis 85 n. Chr.? severisch B) 208 bis 211 n. Chr.? |
| Typ | Kohortenkastell ? |
| Einheit | Auxiliareinheit |
| Größe | quadratisch mit abgerundeten Ecken, 3,6 ha |
| Bauweise | Holz-Erde |
| Erhaltungszustand | schwach erkennbare Bodenverformungen, Bewuchsmerkmale. |
| Ort | Perth |
| Geographische Lage | 56° 25′ 29″ N, 3° 27′ 51,9″ W |
| Vorhergehend | Kastell Strageath südlich |
| Anschließend | Kastelle von Cargill nördlich |
Das Kastell Bertha war ein römisches Hilfstruppenkastell in Zentralschottland (Vereinigtes Königreich), nördlich der heutigen Stadt Perth, dem Verwaltungssitz der Region Perth and Kinross. Es wurde vermutlich um 83 n. Chr. während der Regierungszeit des Domitian (81–96) als Teil der Befestigungen des sogenannten Gask Ridge-Limes errichtet. Es gibt Hinweise auf eine Wiederbelegung in der antoninischen (2. Jahrhundert) und möglicherweise auch in der severischen Herrschaftsperiode (3. Jahrhundert). Rathinveramon war ein frühmittelalterliches Herrschaftszentrum in Schottland, das heute meist mit dem Standort dieses römischen Kastells gleichgesetzt wird. Heute ist das Lagerareal als Scheduled Ancient Monument geschützt, oberirdisch sind nur noch geringe Spuren seiner Erdwälle und Gräben erkennbar.[1]
Name
„Bertha“ ist eine mittelalterliche Namensvariante die sich von „Berth“ ableitet und erstmals von den Chronisten John of Fordun und Walter Bower erwähnt wurde. Da beide nicht wussten wie der antike Namen des Kastells gelautet hatte, adaptierten sie kurzerhand eine Version von "Perth"[2] dafür. Ian Richmond vermutete, dass die Römer ihr Kastell "Tamia" nannten (nach dem Fluss Tay), dieser Ort wird Mitte des zweiten Jahrhunderts vom Geographen Ptolemäus erwähnt.[3] Albert Rivet und Collin Smith verwarfen diese Theorie zugunsten von Kastell Cardean (⊙). Im frühen Mittelalter wurde das Kastell von den regionalen Herrschern nachgenutzt, sie nannten den Platz "Rathinveramon" (= Festung an der Mündung des Almond).[4][5][6]
Lage und Funktion
Das Kastell befand sich etwa 800 Meter östlich der Berthapark Farm. Es stand auf einer 10 Meter hohen, fluvio-glazialen Schotterterrasse, die nach Osten und Süden steil zum Tay abfällt. Die Terrasse liegt am Zusammenfluss von Almond und Tay. Es diente vorrangig zum Schutz einer Brücke über den Tay, zur Überwachung der Gask-Ridge-Straße und als Nachschubbasis für die Kastelle in Ardoch (⊙) und Strathmore, da es sich am Ende des schiffbaren Teils des Flusses befand. Durch diese günstige Position war wohl auch eine relativ störungsfreie Versorgung durch die britische Provinzflotte, der Classis Britannica, gewährleistet. Die damals verwendeten Prahme hatten nur einen sehr flachen Tiefgang (40 cm), konnten bis zu 53 Tonnen Ladung aufnehmen und so bis Bertha getreidelt werden. Es ist auch möglich, dass der Meeresspiegel im rund 6 km entfernten Firth of Tay damals etwas höher lag als heute. Eine Weiterfahrt ab Bertha war aber aufgrund von tückischen Stromschnellen und insbesondere der Wasserfälle bei Campsie Linn, etwa 8 km nördlich von Perth, nicht möglich. In Bertha musste man die gesamte Fracht löschen und es über Land bis zu einem geeigneten Ankerplatz oberhalb der Wasserfälle transportieren, von dort waren es etwa noch 13 km bis zum damaligen schottischen Militärzentrum, dem Legionslager Inchtuthil (⊙) oder 17,7 km bis zum Kastell Cargill (⊙)[7]
Forschungsgeschichte
Das Lagerareal wurde 1757 erstmals von William Maitland als „römische Station“ beschrieben. Die Überreste des Kastells wurden 1773 von William Roy eindeutig als römisch identifiziert und hierfür von ihm eine Planzeichnung verfasst. Die Berichte von Maitland und Roy stimmen allerdings nicht überein, man nimmt an, dass Maitlands Beschreibung wesentlich präziser ist. Helen Adamson's Ausgrabungen im Auftrag des Department of the Environment (heute SDD, Historic Buildings and Monuments Directorate) aufgrund der Errichtung einer neuen Brücke für die A9 im Jahr 1973, legten im Rahmen von vier Suchschnitten einen V-Graben und die Überreste eines Torf- und Erdwalles frei. Sie waren über die Jahrhunderte durch Erosion und landwirtschaftliche Nutzung stark beschädigt worden. Das Lager wurde jedoch nie vollständig ausgegraben. Die einzige zweifelsfrei datierbare Keramik, besteht aus einer einzelnen Scherbe südgallischer Terra Sigillata, die als flavisch identifiziert wurde, außerdem andere kleine Bruchstücke (Terra Sigillata und Grobkeramik), die sowohl aus der flavischen als auch in die antoninische Zeit stammen könnten. Mitglieder der Cumbernauld Historical Society führten Mitte der 1970er Jahre Begehungen auf dem Kastellareal durch und sammelten dabei eine größere Anzahl an Keramikscherben auf. Die antoninische Nutzungsphase ist auch durch diese Funde seit dem etwas besser belegt, da alle entweder als „antoninisch“ oder „wahrscheinlich antoninisch“ eingeordnet wurden. Zu den Artefakten aus Bertha gehören (neben der rot-orangefarbenen Keramik) eine Glasperle, ein Mahlstein, sowie die Fragmente eines Helms und eine Speerspitze. Auf dem Kastellareal wurden außerdem noch fünf Scherben mittelalterlicher Keramik gefunden, die auf eine poströmische Besiedlung des Geländes schließen lassen.[8]
Inschrift
Aus dem Almond wurde 1958, nahe der Eisenbahnbrücke, eine 33 × 46 cm große Sandsteinplatte mit folgender Inschrift geborgen:
NAE
AVGVSTI
D.h., sie ist „Der Disziplin des Kaisers“ gewidmet. An den vier Ecken sind Efeublätter zu sehen (hedera). Aufgrund seiner Immergrünheit und Beständigkeit galt der Efeu in der Antike als Symbol für Ewigkeit, Treue und Unsterblichkeit. Derartige Inschriften waren für gewöhnlich im Kommandogebäude des Kastells (Principia), im aedes principiorum (Fahnenheiligtum) angebracht. Die Disciplina war die personifizierte Tugend der Selbstbeherrschung. Ihr Name leitet sich vom lateinischen discipulus („Schüler“) ab, der Kult sollte eine gute Erziehung, die körperliche Ertüchtigung und eine tadellose Lebensführung fördern. Sie verkörperte auch die militärischen Ideale der
- frugalitas (Bescheidenheit),
- severitas (Strenge/Ernsthaftigkeit) und
- fidelis (Treue).
Die Göttin war besonders unter den römischen Soldaten beliebt, vor allem bei jenen, die an den Grenzen des Reiches stationiert waren. Der Kult wurde unter Kaiser Hadrian (76–138) eingeführt, daher kann diese Platte auch nicht flavisch sein, sie gehört also eindeutig in die Zeit der antoninischen Wiederbelegung Berthas.[9]
Entwicklung
Da Bertha eines der drei Hilfstruppenkastelle an der Militärstraße war, wird angenommen, dass es in derselben Zeitperiode errichtet wurde wie die Holz-Erde-Kastelle in Ardoch und Strageath (⊙), die beide eine flavische und antoninische Nutzungsphase durchliefen. Die Ausgrabung erbrachte keine eindeutigen Beweise für die Datierung von Bertha, obwohl die zuvor beschriebenen Funde sowohl auf eine Besatzung im späten 1. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. hindeuten. Das Kastell war Teil des Gask-Ridge-Limes, einer Kette von Befestigungsanlagen, die im späten 1. Jahrhundert n. Chr. (ca. 70–80 n. Chr.), entweder während der Feldzüge des Gnaeus Iulius Agricola (Agricolas Armee soll das Gebiet um den Fluss Tay im Jahr 80 n. Chr. erreicht haben), oder möglicherweise etwas später unter dem Statthalter Sallustius Lucullus (ca. 85 n. Chr.) errichtet worden waren. Er verlief entlang des südlichen Randes der Highlands und gilt als der früheste fassbare römische Limes in Britannien. Obwohl er um das Jahr 90 wieder aufgegeben wurde, wurden einige seiner Kastelle zu einem späteren Zeitpunkt offenbar wieder instandgesetzt. Kleinfunde deuten darauf hin, dass es während der Feldzüge des Septimius Severus (193–211) im frühen 3. Jahrhundert erneut mit römischen Soldaten belegt wurde.[10] Es wurden keine Belege für eine poströmische/frühmittelalterliche Besiedlung des Kastellareals gefunden, obwohl es möglicherweise – laut der Chronicle of the Kings of Alba – als Rathinveramon (Rathinveramond / Raith-inver-amon) identifiziert werden kann, wo zwei Könige verstarben. Domnall mac Ailpín, Sohn des Kenneth McAlpin, im Jahr 862 und Causantín mac Cuiléin, Sohn des Culen nach der Schlacht von Rathinveramon, im Jahr 997. Dies deutet darauf hin, dass Bertha im 9. und 10. Jahrhundert das Machtzentrum des Königreichs Alba war, da es sich auch in der Nähe von Scone befand, dem ersten Krönungsort der schottischen Könige. Das nahe bei Perth gelegene Dorf Scone war eines der Kult-Zentren der Pikten (Tom-a-mhoid) gewesen.[8]
Kastell
Die Überreste des mehrphasigen Holz-Erde-Kastells sind noch anhand leichter Bodenerhebungen und flacher Gräben erkennbar. Die Gesamtfläche des Kastells Bertha lässt sich nicht exakt bestimmen, da berechtigte Zweifel an der römischen Provenienz des Erdwerks bestehen, das als südöstlicher Wallabschnitt angesehen wird. Bertha dürfte etwas größer als die anderen Kastelle an der Straße Doune-Stracathro gewesen sein, Cardean und Stracathro (⊙), umfassen beide an die 3,2 ha. Allerdings ist zu wenig über dieses Kastell bekannt, sodass es möglich sein könnte, dass die sichtbaren und dokumentierten Erdwälle nicht zu einem einzigen Lager gehörten, sondern vielmehr die Verteidigungsanlagen einer viel kleineren Festung mit Annex (wie in Stracathro) gewesen sein könnten.[8]
Der Lehmboden von Bertha ist der Ausprägung von Bewuchsmerkmalen nicht förderlich, aber einige waren aus der Luft deutlich genug erkennbar, um deren Interpretation zu ermöglichen. Zugang zum Kastell erlangte man durch ein mittig angelegtes Tor im Nordwall. Eine Trockenmarke markierte den Verlauf einer Straße, die durch das nordwestliche Tor führte, und sich dann mit der Intervallumstraße kreuzte. Das Kastellareal umfasste etwa eine Fläche von 3,9 Hektar. Es hatte vermutlich einen spielkartenförmigen Grundriss und war von einem V-förmigen Spitzgraben umgeben der noch als sehr flache, von Nordosten nach Südwesten verlaufende Mulde erkennbar ist. Der Graben war 3,4 m breit und 1,7 m tief und vom Kastellwall durch eine ungewöhnlich breite Berme (ca. 9,4 m) getrennt. Vermutlich war er mindestens einmal gereinigt worden. Die Umwehrung bestand aus einem ca. 5,1 m breiten Wall aus Rasensoden und Erde, der an der West- und Nordseite noch als sehr niedrige Bodenerhebungen sichtbar ist. Sie sind auch auf alten Luftaufnahmen als Bewuchsmarken sichtbar. Als Fundament diente eine Schicht aus aufgeschütteten Flusskieseln. Ost- und Südseite werden durch den steilen Abhang zum Flussufer markiert. Etwa auf halber Höhe der Südseite sind noch zwei bis zu 2,5 m hohe Erdwälle erhalten, bei denen es sich – möglicherweise – ebenfalls um Reste des Kastellwalls handelt. Hinter dem Erdwall befand sich eine aus Torf aufgeschüttete Rampe, durchschnittliche Breite 6,4 m, die als Wehrgang diente. Es gibt Hinweise auf ein Tor und einem Dammweg am nördlichen Grabenabschnitt. Die Ausgrabungen im Jahr 1973 und geophysikalische Untersuchungen im Jahr 2008 lieferten weitere Hinweise auf ein weiteres Tor und der Innenbebauung wie Kasernen, im Wall eingelassene Backöfen, die Principia, die Verteidigungsanlagen und das interne Straßennetz. Am westlichen Ende des Walls wurde 1973 eine 15 cm starke Kiesschicht beobachtet die den darunterliegenden Bodenhorizont überlagerte, wahrscheinlich der Rest der Intervallumstraße. Bei Suchschnitten innerhalb des Areals kamen zusätzlich noch Abfallgruben, Pfostenlöcher und Rinnen, die mit der römischen Besatzung in Verbindung gebracht werden konnten, zum Vorschein. Außerhalb des – vermuteten – südwestlichen Endes des Kastells stieß man auf eine Kopfsteinpflasterung mit Kiesunterlage, möglicherweise ein Abschnitt der römischen Zugangsstraße. Die Pflasterung war etwa 8 m breit, durchzogen von einem 2 m breiten Band aus größeren Kieselsteinen und verlief in nordwest-südöstlicher Richtung. Im April 1974 legte man beim Straßenbau einen weiteren gepflasterten Abschnitt frei, er lag 2 m westlich der Ausgrabungsstelle von 1973 und erstreckte sich 2–4 m nach Westen. Das Kopfsteinpflaster konnte jedoch nicht eindeutig in römische Zeit datiert werden. Die Auswertungsgräben erbrachten auch Hinweise auf vorrömische Siedlungsaktivitäten während der Eisen- und Bronzezeit.[8]
Römische Brücke
Die Überreste einer römischen Brücke über den Fluss Tay (⊙) wurden von Maitland 1757 erwähnt. Roy trug 1793 ihren Standort auf seiner Karte ein. Adamson berichtet 1774 von „...sehr großen und langen Eichenplanken, einige davon wurden kürzlich ausgegraben und wieder aufgestellt, es wurde vergeblich versucht eine besonders große Planke zu bergen“. Ein Bericht von 1795 gab an, dass die Brückenreste aus „...großen Eichenplanken mit einem Durchmesser von sechs bis acht Zoll (15–20 cm) bestanden, die durch lange Schäftungen (Verzapfungen) miteinander verbunden, aber grob gefugt und mit häufig verdrehten Eisenklammern umgeben waren“. Callander verortete 1919 die Brücke in die Nähe der Nordostecke des Kastells, Crawford hingegen etwas weiter flussaufwärts.[8]
Garnison
Es ist wahrscheinlich, dass in der Festung aufgrund ihrer Größe eine oder vielleicht zwei separate Kohorten der Hilfstruppen (Auxiliar) untergebracht waren. Es liegen aber diesbezüglich keine Funde vor, um zu verifizieren, welche Einheiten dort stationiert waren.
Marschlager
Im näheren Umkreis von Bertha konnten drei weitere – nur kurzzeitig genutzte – Holz-Erde-Lager nachgewiesen werden.
| Ort | Beschreibung |
|---|---|
| Grassy Walls (⊙) | Das Lager stand etwa 1 km nordöstlich des Kastells Bertha am Ostufer des Tay. Die Befestigung lag auf einem Hügel in der Flur Donald’s Bank. Es handelte sich um ein außergewöhnlich großes Lager mit einer Fläche von etwa 48 bis 52 Hektar. Dies deutet darauf hin, dass es wohl einst eine ganze Legion beherbergt hatte. Sein Grundriss bildet ein unregelmäßiges Viereck mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 760 m. Es verfügte über sechs Tore (jeweils zwei an den Längsseiten und eines an den Schmalseiten), die durch sogenannte tutuli (vorgelagerte Wehrgräben) gesichert waren. Teilweise sind im Wald noch heute vereinzelt Reste dieser Erdwälle und Gräben erkennbar. Das Lager wurde 1771 von William Roy als römischer Wehrbau identifiziert. Aufgrund seiner Baumerkmale wird das Lager der Herrschaftsperiode der Kaiser Antoninus Pius (138–161) oder Septimius Severus (193–211) zugeordnet. Der einzige bemerkenswerte Fund vor Ort war eine Bronzemünze, vermutlich aus der Zeit des Trajan (98–117). Der Kastellplatz von Grassy Walls überschneidet sich mit einer prähistorischen Siedlung, die heute als Scheduled Monument geschützt ist. Heute verlaufen Teile der modernen Infrastruktur sowie die Reste einer römischen Straße quer durch das einstige Lagerareal.[11] |
| Scone Park (⊙) | Sein Areal befand sich im Park des Scone Palace, etwa 300 m südlich des Marschlagers Grassy Walls und gegenüber dem Kastell Bertha am Ostufer des Tay. Ein Großteil des ehemaligen Lagers liegt heute unter der Pferderennbahn Perth Racecourse. Die Wehranlage wurde 1952 auf Luftaufnahmen entdeckt, auf denen Teile seiner Spitzgräben und ein Tor sichtbar waren. Es wird der sogenannten "63-acre"-Serie (ca. 25,5 Hektar) zugeordnet. Die axialen Abmessungen betrugen etwa 393 m in Nord-Süd-Richtung und über 548 m in West-Ost-Richtung. Das Lager verfügte an den Längsseiten (Norden und Süden) über zwei Tore, die durch vorgelagerte Gräben (tutuli) gesichert waren. Aufgrund seiner Größe war es möglicherweise mit einer Legion plus ihrer Hilfstruppenkontingente belegt. Aufgrund seiner Baumerkmale endstand das Lager mit ziemlicher Sichehheit während der Feldzüge des Septimius Severus (ca. 208–211). Es diente wohl als Etappe für römische Truppen auf ihrem Weg nach Norden. Die Befestigung wurde durch landwirtschaftliche Nutzung und die Überbauung durch die Rennbahn weitgehend zerstört.[12] |
| Easter Powside (⊙). | Das Lager stand etwa 1,5 km westlich des Wachturms Huntingtower (⊙) in der Region Perthshire (Tayside). Die Wehranlage befindet sich auf einem Hügel über dem Fluss East Pow und bot eine gute Sicht in alle Himmelsrichtungen. Mit einer Fläche von etwa 0,45 Hektar gehört es zu den kleinsten bekannten römischen Marschlagern in Schottland. Sein Grundriss bildet ein leicht unregelmäßiges Parallelogramm mit abgerundeten Ecken. Der umlaufende Spitzgraben hatte eine Breite von ca. 1,9 m und eine Tiefe von 0,84 m. Das Lager wird mit dem Gask-Ridge-Limes in Verbindung gebracht, wie viele römische Bauten in dieser Region wurde sie aus der Luft anhand von Bewuchsmerkmalen (Cropmarks) entdeckt. Aufgrund seiner geringen Größe wird vermutet, dass es nicht für eine Legion errichtet wurde, sondern für eine Hilfstruppenkohorte oder lediglich als temporärer Stützpunkt während eines Bau- oder Patrouilleneinsatzes.[13] |
Literatur
- Helen C. Adamson, D. B. Gallagher: The Roman fort at Bertha, the 1973 excavation. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland. Band 116, 1986, S. 195–204 (journals.socantscot.org PDF).
- John Kenneth St Joseph: Air Reconnaissance in Britain, 1955–7. In: Journal of Roman Studies. Band 48, 1958, S. 90–91.
- John Kenneth St Joseph: Air Reconnaissance in Britain, 1961–1964. In: Journal of Roman Studies. Band 55, 1965, S. 83.
- Brian R. Hartley: The Roman Occupations of Scotland. In: Britannia. Band 3, 1972, S. 1–55.
- Brian R. Hartley: The Roman Occupations of Scotland. In: Britannia. Band 5, 1974, S. 404–405.
- Brian R. Hartley: The Roman Occupations of Scotland. In: Britannia. Band 31, 2000, S. 380.
- J. G. Callander: Notes on the Roman Remains at Grassy Walls and Bertha, near Perth. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland. Band 53, 1919, S. 137–152 (PDF).
- David Woolliscroft, Beate Hoffmann: Rome's First Frontier. The Flavian occupation of Northern Scotland. Tempus, Stroud 2006, ISBN 978-0-7524-3044-7.
- Lynn F. Pitts, John St Joseph: Inchtuthil: The Roman Legionary Fortress excavations 1952–1965 (= Britannia Monograph Series. Nr. 6). Society for the Promotion of Roman Studies, London 1985.
Weblinks
- University of Cambridge/Cambridge air photos: Luftaufnahmen des Kastellareals.
- Eintrag auf Vici org.
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ Historic Environment Scotland. "Bertha, Roman fort (SM2403) (abgerufen am 30. Dezember 2025)
- ↑ Abgeleitet vom piktischen pert, das Wäldchen oder Wald bedeutet.
- ↑ Ian Richmond: Ptolmaic Scotland. Proc Soc Antiq Scot, Nr. 56, 1921-22, S. 288–301.
- ↑ British History. Explanatory alphabetical list of Romano-British place-names: Bertha (abgerufen am 30. Dezember 2025)
- ↑ Albert Rivet, Collin Smith: The Place-Names of Roman Britain. Princeton University Press, Princeton 1979, S. 470.
- ↑ Perth and Bertha. Senchus - Notes on early medieval Scotland. (abgerufen am 30. Dezember 2025).
- ↑ Pitts/St. Joseph 1985, S. 41–47.
- ↑ a b c d e Helen C. Adamson, D. B. Gallagher: The Roman fort at Bertha, the 1973 excavation. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland. Band 116, 1986, S. 195–204.
- ↑ RIB 3515; Lawrence J. F. Keppie: Roman inscriptions from Scotland: some additions and corrections to RIB I. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland. Band 113, 1984, S. 391–404, hier S. 402 Nr. 16 (PDF).
- ↑ David Woolliscroft, Beate Hoffmann: Rome's First Frontier. Tempus, Stroud 2006, S. 144–147.
- ↑ Graham Callander: Notes on the Roman Remains at Grassy Walls and Bertha, near Perth. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland. Band 53, 1919, S. 137–152 (PDF).
- ↑ Roman Britain: Scone Park Camp Marching or Temporary Camp (abgerufen am 31. Dezember 2025).
- ↑ D. J.Woolliscroft, A. J. Hughes: Easter Powside Suspected Roman temporary camp at Easter Powside. The Roman Gask-Ridge-Projekt (abgerufen am 31. Dezember 2025).