Kaspar Jenny (Unternehmer)

Kaspar Jenny (auch: Kaspar Jenny-Zweifel; * 1810 in Ennenda, Kanton Glarus; † 1867 ebenda) war ein Schweizer Textilunternehmer aus der Glarner Unternehmerfamilie Jenny. Nach dem Tod seines Vaters trat er 1828 in das Handelshaus Barth. Jenny & Cie. ein, arbeitete später in der Lugano-Filiale des Unternehmens und prägte als Bindeglied zum italienischen Absatzmarkt den Export bedruckter Glarner Baumwollwaren.

Herkunft und Familie

Jenny entstammte der weit verzweigten, in Ennenda ansässigen Familie Jenny. Er war eines von drei Kindern des Kaufmanns Kaspar Jenny (1782–1828) und der Elsbeth Jenny (1788–1866). Durch seine Heirat mit Anna Katharina Zweifel (1824–1881) verband er sich mit einer weiteren regional verankerten Unternehmerfamilie. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter Kaspar Jenny (1846–1890).

Tätigkeit im Handelshaus Barth. Jenny & Cie.

Nach dem frühen Tod seines Vaters am 31. August 1828 trat Kaspar Jenny als Nachfolger in das von den Brüdern Bartholome (1770–1836), Kaspar (1782–1828) und Fridolin Jenny (1784–1857) geführte Handelshaus «Barth. Jenny & Cie.» ein.

Das Unternehmen war seit 1818 mit einer Filiale in Lugano (damals deutsch «Lauis») präsent, über die ein Grossteil der für Italien und weiter für den Nahen und Fernen Osten bestimmten Waren abgewickelt wurde. Später wirkte Kaspar Jenny in dieser Tessiner Zweigstelle mit; daher bürgerte sich für ihn der Übername «Lauisser» ein.

In den 1830er und 1840er Jahren erweiterte die Firma ihren Handlungsspielraum: 1830 erfolgte eine geschäftliche Fusion mit der Druckerei der Gebrüder Trümpy, wodurch «Barth. Jenny & Cie.» zu einem der bedeutendsten Fabrik- und Handelshäuser des Kantons Glarus aufstieg. Ab Mitte der 1840er Jahre setzte das Unternehmen auf vertikale Integration mit Spinnerei und Weberei in Haslen; 1843 war es unter den ersten Abnehmern der Honegger-Webmaschinen (Exklusivvertrag) und nahm ab 1848 Hunderte mechanische Webstühle in Betrieb. Diese Entwicklung bildete den unternehmerischen Rahmen, in dem Jenny wirkte und über die Luganeser Filiale den Absatz förderte.

Privates

In Ennenda sorgte Jenny für Aufmerksamkeit, als er die Kugel («Knopf») auf dem Kirchturm auf eigene Kosten vergolden liess – daher der lokale Übername «Goldknopf».

Kaspar Jenny verstarb 1867 in Ennenda.

Drei Cousins gleichen Namens

Kaspar Jenny (1810–1867) ist von seinem gleichnamigen, 1812 geborenen Cousin zu unterscheiden: Dieser – Bartholome Jennys Sohn – war nach 1836 Teilhaber von Barth. Jenny & Cie., schied 1842 aus dem Unternehmen aus und machte als Glarner Landammann (1848–1857/1859) sowie erster Glarner Nationalrat politisch Karriere. Die in manchen Darstellungen aufgeführten politischen Ämter beziehen sich daher nicht auf Kaspar Jenny (1810–1867). Ebenfalls auf denselben Namen, jedoch meist mit «C» geschrieben, wurde der Sohn von Fridolin Jenny (1784–1857) getauft. Dieser Caspar Jenny (1819–1894) leitete die Fabrik seines Vaters in Ziegelbrücke.

Literatur

  • Andréa Kaufmann: Spinnen, Weben, Drucken. Pioniere des Glarnerlandes. In: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Band 99. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2014, ISBN 978-3-909059-61-4.