Kaspar Jenny (1782–1828)
Kaspar Jenny (* 1. Juni 1782 in Ennenda; † 31. August 1828 ebenda) war ein Schweizer Textilkaufmann und Mitgründer des Handweberei- und Handelsunternehmens «Barth. Jenny & Cie.». Er gehörte zur Pioniergeneration der Glarner Textilunternehmer.
Familie
Jenny entstammte einer reformierten Handwerker- und Botenfamilie aus Ennenda. Er war ein Sohn des Kaspar Jenny (1743–1806), der als Postbote und Holzfäller tätig war, und der Afra Marti (1741–1814); insgesamt wuchs die Geschwisterschar in einfachen Verhältnissen auf. Zu seinen Brüdern gehörten Bartholome (1770–1836) und Fridolin (1784–1857).
Kaspar Jenny heiratete am 13. März 1810 Elsbeth Jenny (1788–1866). Der Ehe entsprossen drei Kinder:
- Kaspar (24. Mai 1810–3. April 1867)
- Afra (* 1. Januar 1812)
- Anna Maria (* 13. Mai 1823)
Ihr Sohn, Kaspar Jenny (1810–1867), leitete später die Filiale in Lugano mit.
Unternehmerische Tätigkeit
Am 18. April 1808 gründete Bartholome Jenny im Alter von 38 Jahren gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern Kaspar und Fridolin den Handwebereibetrieb «Barth. Jenny & Cie.» in Ennenda (Glarus). Das Unternehmen entstand in einer wirtschaftlich angespannten Zeit (Kriegsfolgen, Konkurrenz durch englisches Maschinengarn) und knüpfte an die lokale Tradition von Heim- und Verlagshandel an.
Mit steigender Nachfrage liess die Firma ab 1815 ihre rohen Baumwolltücher auf eigene Kosten in Glarus und Mollis bleichen und bedrucken und eröffnete 1818 eine Filiale in Lugano, um den italienischen Absatzmarkt direkter zu bedienen. Die Handelsverbindungen reichten aber schon früh über Italien hinaus bis in den Nahen und Fernen Osten.
1827 schied Bruder Fridolin wegen unterschiedlicher strategischer Auffassungen (er setzte verstärkt auf die Mechanisierung der Spinnerei statt auf die Veredelung und den Druck) aus dem Unternehmen aus. Nur wenige Monate danach starb Kaspar Jenny am 31. August 1828.
Literatur
- Andréa Kaufmann: Spinnen, Weben, Drucken – Pioniere des Glarnerlandes. In: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Band 99. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2014, ISBN 978-3-909059-61-4.