Karlsdorf (Ihlow)
Karlsdorf Gemeinde Ihlow
| |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 50′ N, 13° 22′ O |
| Höhe: | 85–86 m ü. NHN |
| Postleitzahl: | 15936 |
| Vorwahl: | 035451 |
Karlsdorf ist ein bewohnter Gemeindeteil des Ortsteils Mehlsdorf der Gemeinde Ihlow im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.[1]
Geografische Lage
Karlsdorf liegt im äußersten Süden der Gemarkung und grenzt im Süden an die Stadt Schönewalde im Landkreis Elbe-Elster. Im Westen liegt der Ihlower Ortsteil Mehlsdorf, im Osten der weitere Ortsteil Bollensdorf. Im Norden erstreckt sich mit dem Niendorfer Holz ein ausgedehntes Waldgebiet. Die umliegenden Flächen von Karlsdorf werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und über Gräben in das südlich verlaufende Schweinitzer Fließ entwässert. Die westlich und östlich gelegenen Flächen werden durch einen unbenannten Kanal in den Mehlsdorfer Graben entwässert. Dieser wiederum entwässert westlich von Karlsdorf in das Schweinitzer Fließ. Das Gelände steigt von 85 m ü. NHN im Norden auf 86,2 m ü. NHN im Süden leicht an. Karlsdorf ist über eine Gemeindestraße mit den beiden Nachbardörfern verbunden.[2]
Geschichte
18. Jahrhundert
Das Dorf entstand im Jahr 1772 als Gründung des sächsischen Finanzpolitikers Carl Heinrich von Heineken im Rahmen der inneren Landeserschließung und erschien erstmals im Jahr 1777 als Carlsdorf in den Akten. Zu dieser Zeit lebten im Dorf sieben Halbkossäten, die verwaltungsmäßig zu Bollensdorf gehören. Im Jahr 1791 wurde das neu angebaute Carlsdorf mit neun Wohnhäusern erwähnt.[3]
19. Jahrhundert
Karlsdorf gehörte bis 1806 dem Kurfürsten, kam dann für eine kurze Zeit von 1806 bis 1816 an das Königreich Sachsen und nach dem Wiener Kongress zum Königreich Preußen. Im Jahr 1817 lebten im Dorf sieben Büdner; aus dem Jahr 1837 wurde von einer Kolonie mit neun Wohnhäusern gesprochen. Karlsdorf bestand im Jahr 1858 aus zehn Wohn- und neun Wirtschaftsgebäuden. Aus den Jahren 1791, 1895 und 1900 ist lediglich bekannt, das im Ort zehn Wohnhäuser standen.[4]
20. Jahrhundert
Karlsdorf wurde 1901 als Gemeindebezirk verselbständigt und 1905 zur Landgemeinde erhoben. Ihre Fläche betrug 35 Hektar (ha).[3] Aus dem Jahr 1931 wurde von neun Wohnhäusern mit zehn Haushaltungen berichtet. Acht Jahre später gab es einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, der 10 und 20 ha groß war. Fünf weitere Betriebe waren zwischen 5 und 10 ha, zwei zwischen 0,5 und 5 ha groß.
Im Jahr 1952 wurde Karlsdorf nach Bollensdorf eingemeindet und war dort ab 1957 ein Ortsteil. Im Jahr 1960 gab es im Dorf eine LPG mit 12 Mitgliedern, die 45 ha Nutzfläche bewirtschafteten. Sie wuchs auf 16 Mitglieder mit 46 ha Fläche im Jahr 1965 an und schloss sich 1968 an die LPG Typ I in Mehlsdorf an.[3] Im gleichen Jahr wurde das Dorf nach Mehlsdorf umgemeindet und war dort ab 1970 ein Ortsteil.[4] Die Einwohner waren zu jeder Zeit nach Dahme/Mark eingekircht.[3]
21. Jahrhundert
Im Zuge der brandenburgischen Gemeindereform wurde Karlsdorf am 31. Dezember 2001 gemeinsam mit Mehlsdorf in die neu gebildete Gemeinde Ihlow eingemeindet.
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Karlsdorf von 1734 bis 1971 | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1815 | 1837 | 1858 | 1871 | 1885 | 1895 | 1905 | 1925 | 1939 | 1946 | ||||||||
| Einwohner | 47 | 45 | 57 | 44 | 58 | 44 | 39 | 33 | 40 | 38 | ||||||||
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 258 und 269.
Einzelnachweise
- ↑ Ihlow, Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Karlsdorf, Brandenburgviewer, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 258.
- ↑ a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 259.