Karlheinz Volz
| Karlheinz Volz | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 30. März 1947 | |
| Geburtsort | Frankfurt am Main, Deutschland | |
| Größe | 183 cm | |
| Position | Torwart | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| SpVgg Neu-Isenburg | ||
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1968–1971 | Kickers Offenbach | 69 (0) |
| 1971–1972 | 1. FC Köln | 1 (0) |
| 1972–1980 | FSV Frankfurt | 187 (0) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 1990–1995 | KSV Klein-Karben | |
| FV Bad Vilbel | ||
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karl-Heinz Volz (* 30. März 1947 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Im Jahr 1970 gewann der Torhüter mit Kickers Offenbach den DFB-Pokal. In der Bundesliga hat er 33 Ligaspiele, in der Regionalliga 71 und in der 2. Fußball-Bundesliga für den FSV Frankfurt von 1973 bis 1980 insgesamt 153 Ligaspiele absolviert.[1]
Laufbahn
Neu-Isenburg und Kickers Offenbach, 1971
Den Beginn seiner sportlichen Laufbahn erlebte der junge Volz bei seinem Heimatverein SpVgg 03 Neu-Isenburg. Zuerst war er in der Jugend als Stürmer im Einsatz, später wechselte er in das Tor und brachte es bald als Spieler der „Weinroten“ zu Auswahleinsätzen. Als junger Schlussmann wurde Volz in der Saison 1966/67 Vizemeister in der Hessenliga und nahm an den Spielen um die deutsche Amateurmeisterschaft teil, wo Volz erst im Halbfinale am späteren Meister STV Horst-Emscher scheiterte. Zur Runde 1968/69 bekam der gelernte Industriekaufmann vom Bundesligaaufsteiger Kickers Offenbach ein Vertragsangebot und wechselte an den Bieberer Berg.
Der Torwart spielte drei Jahre lang für Kickers Offenbach. Während er in seinem ersten Jahr 1968/69 in der Bundesliga noch durchgehend auf der Ersatzbank saß – unter Trainer Paul Osswald war Rudi Wimmer unangefochtene Nummer 1 –, war er, nach dem die Kickers 1969 trotz der drei Neuzugänge vom FC Bayern München mit Hans Nowak, Dieter Koulmann und Peter Werner abgestiegen waren ab der Saison 1969/70 Stammtorhüter bei den Kickers. In der Regionalliga Süd wurde 1969/70 ein enger Dreikampf um die Meisterschaft zwischen Offenbach, dem Karlsruher SC und dem 1. FC Nürnberg ausgetragen. Volz bestritt in der Südliga 37 Verbandsspiele und feierte den Titelgewinn mit einem Punkt Vorsprung gegenüber dem KSC und zwei Punkten vor dem „Club“ aus Nürnberg. In der Aufstiegsrunde glückte gegen den VfL Bochum, Hertha Zehlendorf, VfL Wolfsburg und den FK Pirmasens die Rückkehr in die Bundesliga. Volz hütete in allen acht Gruppenspielen das Tor von Offenbach, so auch beim 2:1-Heimsieg am 10. Juni gegen den VfL Bochum und dem 1:1 vor 30.000 Zuschauern am 20. Juni im Rückspiel, wo die OFC-Defensive um Torhüter Volz und Libero und Vorstopper Egon Schmitt und Hans Reich VfL-Torjäger Hans Walitza keinen Treffer gestattete.[2] In der Saison 1970/71 war Volz Stammtorwart der Offenbacher vor Ersatzkeeper Horst Bertram. Mit dem OFC gewann er 1970 auch den DFB-Pokal.
Angesichts der Zeitnot mussten im DFB-Pokal die Spiele des Achtel-, Viertel- und Halbfinales binnen drei Wochen durchgezogen werden, wobei zu jenem Zeitpunkt (Juli/August 1970) eigentlich bereits die Saison 1970/71 begonnen hatte. Damit kam vor allem dem Achtelfinale einer Art Saisonvorbereitung gleich, bei der sich zudem herausstellen sollte, wie denn die WM-Fahrer mit den schwierigen klimatischen Bedingungen in Mittelamerika zurechtgekommen waren.[3]
In der 3. Runde im Süddeutschen Pokal am 22. November 1969 qualifizierte sich Volz mit seinen Regionalliga-Mannschaftskollegen des OFC mit einem 4:0 gegen die Gäste des KSV Hessen Kassel für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal.[4] Am 3. Januar 1970 wurde der Bundesligist TSV München 1860 mit 4:1 auf dem Bieberer Berg aus dem Weg geräumt. Danach war aber eine lange Pause angesagt und erst am 30. Juli 1970 wurde das Achtelfinalspiel gegen Borussia Dortmund ausgetragen. Nach Verlängerung setzte sich Offenbach mit 2:1 durch und zog in das Viertelfinale ein. Jetzt fand das „Mainderby“ am 5. August gegen Eintracht Frankfurt statt. Vor 60.000 Zuschauern setzte sich der Bundesligaaufsteiger mit 3:0 durch und zog in das Halbfinale ein. Dort benötigten die Mannen um Torhüter Volz am 19. August wiederum die Verlängerung um sich mit 4:2 gegen den 1. FC Nürnberg durchzusetzen und in das Finale einzuziehen. Am 15. August war die Bundesliga gestartet. Das Endspiel fand am 29. August 1970 in Hannover gegen den Favoriten 1. FC Köln vor 50.000 Zuschauern statt. In der 81. Minute hielt Volz einen Elfmeter von Werner Biskup und der OFC gewann den Pokal mit einem 2:1-Sieg. Die Defensive um Volz, Weilbächer, Reich, Egon Schmitt, Helmut Kremers, Helmut Schmidt, Weida, Bechtold und Schäfer leistete überragende Arbeit und Volz hatte das Spiel seines Lebens gemacht.[5]
Den Rundenverlauf der Saison 1970/71 beeinflussten neben dem DFB-Pokal noch weitere Ereignisse, die schließlich zum Abstieg des Pokalsiegers führten. Erstens hatte Präsident Horst-Gregorio Canellas bei seinen Trainerverpflichtungen keine glückliche Hand bewiesen. Er setzte zum Start auf den Trainerneuling Alfred Schmidt, entzog dem Ex-Dortmunder Spieler aber bereits nach dem 8. Spieltag das Vertrauen und legte sich auf Rudi Gutendorf fest. Der Mann aus Koblenz beherrschte zwar den Umgang mit den Medien und war überaus sprachgewandt, aber er passte nicht wirklich in die Arbeiterstadt Offenbach. Das seine Verpflichtung ein Fehler war, versuchte Canellas mit dem Setzen auf den dritten Trainer in dieser Runde ab dem 24. Februar 1971, auf Kuno Klötzer, zu beheben. Klötzer war das Gegenteil von Gutendorf, durch und durch seriös, mit karger Sprache und ein konsequenter Fußballarbeiter auf dem Platz, der die Medien nicht gerade liebte. Am Ende war Klötzer zu spät gekommen, der Pokalsieger stieg punktgleich mit dem 16., Rot-Weiß Oberhausen, als Tabellenvorletzter in die Regionalliga ab. Volz hatte als Torhüter in seinen 32 Einsätzen überzeugt und auch in den zwei Europapokalauftritten in den Spielen gegen den FC Brügge im September/Oktober 1970 (2:1/0:2) sein Können unter Beweis gestellt.
Massiv hatten sich sicherlich auch die Umstände des Bundesliga-Skandals auf den dramatischen Rundenverlauf der Offenbacher ausgewirkt. Fußballerisch waren bei den Mannen um den reaktionsschnellen Volz unbedingt die Qualitäten für die Bundesliga vorhanden gewesen.
1. FC Köln, 1971/72
Oskar Maaß, der damalige Präsident, stellte im Frühjahr 1971 den Kontakt zu Volz her. Der damalige FC-Trainer Ernst Ocwirk wollte mich unbedingt haben. Ich sollte die zukünftige Nummer 1 werden, der schon ältere Milutin Soskic mein Stellvertreter. Unter dieser Voraussetzung unterschrieb ich beim FC den Vertrag. Als Volz im Sommer 1971 nach Köln kam, hatten sich Ocwirk und der FC getrennt, neuer Coach war der Ungar Gyula Lóránt. Der setzte auf den vom 1. FC Nürnberg gekommenen Gerhard Welz und für Volz blieb nur der Platz auf der Bank.[6]
Nachdem Offenbach 1971 erneut abgestiegen war, wechselte Volz zum 1. FC Köln. Als der Kölner Stammtorhüter Welz am vierten Spieltag beim 2:6 gegen den FC Schalke 04 große Schwächen zeigte, gab Trainer Lóránt Volz im nächsten Spiel gegen Fortuna Düsseldorf eine Chance. Bei einem Halbzeitstand von 0:2 wurde er jedoch gleich wieder ausgewechselt. Dies blieb sein einziger Einsatz für die Kölner in der Bundesliga, lediglich im DFB-Pokal durfte er noch zweimal gegen unterklassige Mannschaften antreten. 1972 verließ er die Kölner wieder und ging zum hessischen Amateurligisten FSV Frankfurt.
FSV Frankfurt, 1973 bis 1980
Mit den Bornheimern gelang Volz in der Saison 1972/73 mit lediglich 31 Gegentreffern in 34 Rundenspielen als Meister der Hessenliga der Aufstieg in die damals zweithöchste Spielklasse, die Regionalliga Süd. Diese wurde jedoch nach der Saison 1973/74 durch die zweigleisige 2. Bundesliga abgelöst, für die sich der FSV trotz eines elften Platzes – Torhüter Volz hatte alle 34 Rundenspiele für den FSV bestritten – nicht qualifizierte und 1974/75 erneut im Amateurlager antreten musste. Schon ein Jahr später gelang mit der Meisterschaft 1974/75 der Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Volz hatte mit der FSV-Defensive in 36 Ligaspielen lediglich 24 Gegentore hinnehmen müssen. Von 1975 bis 1980 spielte Volz mit dem FSV fünf Jahre lang in der 2. Bundesliga und absolvierte in dieser Zeit 153 Spiele. Daneben baute er sich ein zweites Standbein auf und war ab 1979 bei der Frankfurter Neuen Presse (FNP) beschäftigt, wo er zunächst die Kinos betreute und ab 1986 nach Bad Homburg als Anzeigen-Vertreter verzog und er mit 65. Jahren in den Ruhestand ging.
Volz startete mit dem FSV am 9. August 1975 mit einem 1:0-Auswärtserfolg gegen den SSV Reutlingen in die 2. Bundesliga. Milovan Beljin war Trainer und Ex-Nationalspieler Horst Trimhold führte Regie im Mittelfeld. Der Aufsteiger belegte am Rundenende den 13. Rang, einen Punkt hinter dem VfB Stuttgart, gegen den man am vierten Spieltag (24. August 1975) das Heimspiel hoch mit 1:7 verloren hatte.
Trainer
Nachdem er 1980 seine Karriere wegen eines Knieschadens beenden musste, war er ein Dreivierteljahr Co-Trainer des FSV.[7][8] Als Trainer war er anschließend im Amateurbereich in Mörfelden und Langenselbold tätig. 1990 übernahm er als Nachfolger von Lothar Emmerich den Trainerposten beim Landesligisten KSV Klein-Karben, mit dem er 1992 als Vizemeister hinter dem FV Bad Vilbel den Aufstieg in die Oberliga Hessen knapp verpasste. 1994 wurde er mit dem Klub nach Einführung der Regionalliga Süd zurückgestuft. 1995 wiederholte er mit dem Klub die Vizemeisterschaft, der SV 1919 Bernbach hatte jedoch bei Zwei-Punkte-Regel sieben Punkte Vorsprung und stieg in die vierte Liga auf. Anschließend trat mit Hubert Genz ein anderer hessischer Ex-Profi die Nachfolge an. Später war er selbst für den FV Bad Vilbel tätig.
Erfolge
- 1970 Bundesligaaufstieg
- 1970 DFB-Pokal-Sieger
- 1973 Aufstieg in die Regionalliga Süd
- 1975 Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga
Literatur
- Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 525.
- B.F. Hoffmann: Das große Lexikon der Bundesliga-Torhüter. Schwarzkopf & Schwarzkopf. Berlin 2003. ISBN 3-89602-526-0. S. 432/433.
- Dirk Unschuld, Frederic Latz: Mit dem Geißbock auf der Brust. Alle Spieler, alle Trainer, alle Funktionäre des 1. FC Köln. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2013. ISBN 978-3-7307-0047-1. S. 385/386.
Weblinks
- Karlheinz Volz in der Datenbank von fussballdaten.de
- Karlheinz Volz in der Datenbank von weltfussball.de
- Karlheinz Volz in der Datenbank von transfermarkt.de
Einzelnachweise
- ↑ Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 525
- ↑ Ulrich Merk, Andre Schulin, Maik Großmann: Bundesliga Chronik 1969/70. Agon Sportverlag. Kassel 2007. ISBN 978-3-89784-089-8. S. 195/196
- ↑ Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. Agon Sportverlag. Kassel 2000. ISBN 3-89784-146-0. S. 244
- ↑ Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. Agon Sportverlag. Kassel 2000. ISBN 3-89784-146-0. S. 248
- ↑ Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. Agon Sportverlag. Kassel 2000. ISBN 3-89784-146-0. S. 250
- ↑ Dirk Unschuld, Frederic Latz: Mit dem Geißbock auf der Brust. Alle Spieler, alle Trainer, alle Funktionäre des 1. FC Köln. S. 386
- ↑ Herzlichen Glückwunsch, Karl-Heinz Volz! ( des vom 7. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 27. Februar 2013
- ↑ Abschied von einer Legende , abgerufen am 27. Februar 2013