Karla Zipfel
Karla Zipfel (* 1993 in Freiburg im Breisgau) ist eine deutsche Künstlerin, die mit Installationen und skulpturalen Arbeiten die Ästhetiken der bundesdeutschen Mittelklasse und postmodernen Alltagsarchitektur thematisiert.[1] Sie wurde mit einer auf Instagram und TikTok dokumentierten Serie über postmoderne Gebäude und Interieurs in westdeutschen Kleinstädten bekannt.[2]
Leben
Zipfel studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Stella Geppert, wo sie 2019 eine Abschlusspräsentation zeigte.[3] Von 2019 bis 2023 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.[4]
Wirken
In ihren Arbeiten befasst sich Zipfel mit Oberflächen des öffentlichen Raums – von Einfamilienhäusern bis zu Fassadenreliefs an Sparkassengebäuden – als Sinnbilder für gesellschaftliche Sehnsüchte nach Wohlstand sowie für Werte wie Fleiß, Sparsamkeit und soziale Absicherung.[5] Auf ihren Kanälen in den sozialen Medien inszeniert sie humorvoll postmoderne Fundstücke, oft musikalisch mit dem Italo-Schlager Sarà perché ti amo unterlegt, und erreicht damit regelmäßig sechsstellige Abrufzahlen.[2] Ihre Solopräsentation Hauswirtschaft in der Galerie für Gegenwartskunst Freiburg wird im Rahmen der trinationalen Regionale 26 vom 29. November 2025 bis 18. Januar 2026 gezeigt.[5] Die Ausstellung zieht ästhetische Parallelen zwischen Eigenheim-Architektur in der deutschen Provinz und dem Sparkassen-Design und untersucht deren Rolle als „museale Hülle“ des „alten BRD-Kapitalismus“ (taz).[2] Zuvor war ihre Arbeit Ganz andere Wärme in der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg in der Ausstellung In with the New bis zum 12. Januar 2025 zu sehen; die Arbeit entstand als Neuproduktion innerhalb der Agentur für Aufbruch (HALIS/Werkleitz) und wurde im September und Oktober 2024 erstmals in Halle (Saale) gezeigt.[6] 2023 beteiligte sie sich an der Regionale 24: Will I still perform tomorrow? im Kunstverein Freiburg.[7] Bereits 2020/2021 war sie Teil der Regionale 21 in der Kunsthalle Basel.[8] Für den Kunstpreis »junger westen« 2023 der Kunsthalle Recklinghausen wurde sie für die Ausstellung ausgewählt.[9]
Einzelnachweise
- ↑ Karla Zipfel: Die Sehnsucht der Mittelschicht. In: Artline Kunstmagazin. 21. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ a b c Maximilian Hossner: Postmoderne Architektur in der Provinz: Wie eine museale Hülle des alten BRD-Kapitalismus. In: taz. 10. Dezember 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ CLOUDSLIME – Abschlusspräsentation von Karla Zipfel (Klasse Stella Geppert). In: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 4. Juli 2019, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ „Hübbelbummler-Touren“ in Siegen. In: Stadtbesetzung. 29. August 2024, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ a b Regionale 26: Karla Zipfel, Hauswirtschaft. In: Galerie für Gegenwartskunst Freiburg. 29. November 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Ganz andere Wärme von Karla Zipfel in den Deichtorhallen Hamburg. In: Werkleitz Gesellschaft. 7. Januar 2025, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Regionale 24: Will I still perform tomorrow? In: Kunstverein Freiburg. 21. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Regionale 21: Situation 1 Und Andere at Kunsthalle Basel. In: Contemporary Art Library. 28. November 2020, abgerufen am 10. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Kunstpreis »junger westen« 2023 – Skulptur, Plastik, Installation. In: Kunsthalle Recklinghausen. 3. Dezember 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.