Karl von Schwartz (Theologe, 1847)
Karl von Schwartz (* 18. Mai 1847 in Benkendorf, Provinz Sachsen; † 24. April 1923 in Querum) war ein deutscher lutherischer Theologe und Direktor der Leipziger Mission.
Herkunft
Er entstammt der 1801 geadelten Familie Schwartz. Den Adel erhielt der dänische Etatsrat Johann Friedrich Schwartz (* 21. Oktober 1733; † 29. November 1807). Seine Eltern waren der braunschweigische Oberamtmann August von Schwartz (* 12. Juni 1813; † 2. November 1888) und dessen Ehefrau Johanna Therese Stavenhagen (* 13. März 1817; † 25. August 1877).
Leben
Karl von Schwartz ging auf das Gymnasium Große Schule in Wolfenbüttel und studierte Theologie in Erlangen und Berlin.[1] Während seines Studiums wurde von Schwartz 1865 Mitglied der Burschenschaft Germania Erlangen.[2] Seine Prüfungen bestand er 1869 und 1871.[3]
1871 wurde er Pastor kollab. und Gymnasiallehrer am Gymnasium in Holzminden.[4] Im Dienst der Braunschweigischen Kirche stehend war Schwartz von 1873 bis 1883 Pfarrer in Erkerode. Von dort ging er nach Cremlingen, wo er Superintendent wurde. Er war ein streng konfessioneller Lutheraner und gründete 1887 die Evangelisch-lutherische Vereinigung im Lande Braunschweig.
1891 wurde von Schwartz Nachfolger von Julius Hardeland als Direktor der Leipziger Missionsgesellschaft. In die Zeit seines Wirkens fallen die Einführung einer Missionarswitwenkasse und die Ausweitung des Missionsfeldes. Zusätzlich zu Indien kam 1893 Deutsch-Ostafrika hinzu. Außerdem wurde von Schwartz zum Förderer der Frauenmissionsarbeit. Dazu begann er eine Zusammenarbeit mit dem Diakonissenmutterhaus Neuendettelsau unter der Leitung von Friedrich Meyer. Später kamen die Diakonissenhäuser Dresden, Hannover, Darmstadt, Ludwigslust und Leipzig hinzu. Zur Finanzierung dieser Arbeit wurden an verschiedenen Orten Frauenmissionsvereine gegründet und diese miteinander vernetzt. Des Weiteren fällt in die Wirkenszeit von Schwartz’ die Aussendung des ersten Missionsarztes. 1911 wurde Carl Paul sein Amtsnachfolger.
Er wurde Ehrendoktor (Dr. theol. h. c.) der Universität Rostock.[5]
Von Schwartz nahm noch einmal eine Pfarrstelle in Querum, einem heutigen Stadtteil von Braunschweig, an und starb dort 1923.
Familie
Schwartz heiratete am 16. Juli 1872 in Rhoden Dorothea Maria Magdalen Schirks (* 12. September 1842). Das Paar hatte mehrere Kinder. Sein Sohn Karl August (1873–1943) und sein Enkel Karl Adolf (1907–1994) wurden ebenfalls lutherische Pfarrer. Ersterer war Propst des Braunschweiger Doms.[6] Beide waren während der Zeit des Nationalsozialismus auf Seiten der Bekennenden Kirche am Kirchenkampf beteiligt.[7] Sein Sohn Christian Clemens Ferdinand (* 29. Dezember 1878) wurde Jurist und die Tochter Lydia Cäciele Agnes (* 26. August 1880) heiratete den Theologen Johannes von Walter (1876–1940).
Literatur
- Jürgen Günther: Schwartz, Karl (Carl) von, Dr. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 556–557.
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1907, S. 711
Weblinks
- Biographie von Schwartz auf der Seite der Leipziger Mission
Einzelnachweise
- ↑ U. Wahnschaffe und P. Zimmermann (Bearb.): Album des Herzoglichen Gymnasiums (der Herzoglichen Grossen Schule) zu Wolfenbüttel 1801–1903. Zweite Ausgabe, Wolfenbüttel 1903, S. 85.
- ↑ Hugo Böttger (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande des Wintersemesters 1911/12. Berlin 1912, S. 188.
- ↑ U. Wahnschaffe und P. Zimmermann (Bearb.): Album des Herzoglichen Gymnasiums (der Herzoglichen Grossen Schule) zu Wolfenbüttel 1801–1903. Zweite Ausgabe, Wolfenbüttel 1903, S. 85.
- ↑ U. Wahnschaffe und P. Zimmermann (Bearb.): Album des Herzoglichen Gymnasiums (der Herzoglichen Grossen Schule) zu Wolfenbüttel 1801–1903. Zweite Ausgabe, Wolfenbüttel 1903, S. 85.
- ↑ U. Wahnschaffe und P. Zimmermann (Bearb.): Album des Herzoglichen Gymnasiums (der Herzoglichen Grossen Schule) zu Wolfenbüttel 1801–1903. Zweite Ausgabe, Wolfenbüttel 1903, S. 85.
- ↑ Geschichte 1922 bis 1946. Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juli 2019; abgerufen am 17. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Klaus Erich Pollmann: Die Entnazifizierung in der Braunschweigischen Landeskirche nach 1945. In: Ders. (Hrsg.): Der Schwierige Weg in die Nachkriegszeit. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig 1945–1950. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1994, S. 30.