Karl von Lassolaye
Freiherr Karl Felix von Lassolaye[1] (* 19. Oktober 1784 zu Gernsbach; † 31. Oktober 1863 in Karlsruhe) war ein badischer Generallieutenant der Artillerie. Er machte sich einen Namen in den Napoleonischen Kriegen von 1805 bis 1815. Dort zeichnete er sich als Artillerie-Offizier aus.
Seine Eltern waren der Staatsrat und Kreisdirektor Freiherr Joseph von Lassolaye (1746–1822) und dessen Ehefrau Maria Anna Unsin.
Leben
Er ging in badische Dienste und wurde im Jahre 1802 Unterlieutenant in Leibinfanterie-Regiment, wechselte aber dann zur Artillerie. Dort wurde er 1808 Hauptmann und 1811 Major. Der Herzog von Baden schloss sich Napoleon an. So nahm Lassolaye 1805 am Dritten Koalitionskrieg gegen Österreich teil, im Vierten Koalitionskrieg von 1806/07 kämpfte er gegen die Preußen und Schweden. Bei der Belagerung von Danzig erwarb er sich das Ritterkreuz des Karl-Friedrich-Militär-Verdienstordens und das der Ehrenlegion. Von 1808 bis 1813 kämpfte er mit den Franzosen in Spanien. Er wurde bei Talavera und Vitoria verwundet und erhielt bereits 1809 das Offizierskreuz der Ehrenlegion sowie das Kommandeurskreuz des Karl-Friedrich-Militär-Verdienstordens und das des Großherzöglich Hessischen Militärordens. Nach der Niederlage von Napoleon bei Leipzig kämpfte er von 1813 bis 1815 nun gegen die Franzosen. Hier war er bereits Kommandeur der badischen Artillerie. 1814 erhielt er den russischen St.Annaorden 2. Klasse (1818 erhielt er die Brillianten zum Orden[2]) und 1815 für das Gefecht bei Straßburg, das Kommandeurskreuz des Zähriger-Löwen-Ordens sowie das Ritterkreuz des österreichischen Leopolds-Orden.
Nach dem Krieg erhielt von Lassolaye 1823 die Beförderung zum Oberst und 1824 das Kommando der Artillerie-Brigade, welche er mit Energie und seinen Kenntnissen auf einen hohen Ausbildungstand brachte. Dafür erhielt er 1832 das Eichenlaub zum Zähriger-Löwen-Orden und 1840 das Großkreuz.
Sein Werk war die Einführung von Schulen für Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren. Er war bestrebt besonders den Unteroffizieren die Kenntnisse zu verschaffen, welche sie zur Erfüllung ihres militärischen Aufgaben als auch zur Ausfüllung ihres späteren bürgerlichen Berufes benötigten. Die Unteroffiziere der Artillerie dieser Epoche waren gesuchte Bewerber für verschiedene Berufe und sie hatten die spätere gesicherte Lebensstellung. Das hatten sie den Bestrebungen der Artillerieschule zu danken, welche sie während ihrer Militärdienstzeit besuchen konnten. Den Fortschritten seines Faches schenkte Lassolaye große Aufmerksamkeit. Er war seit 1833 Mitglied des Artillerie-Komités und hatte von 1835 bis 1838 eine Verwendung im Kriegsministerium.
Bei der Vielseitigkeit seines Wissens und bei seinen reichen Sprachkenntnissen wurde von Lassolaye sowohl zum Mitglied der 1. Kammer der Landstände ernannt (1833)[3] als auch mehrere Male im diplomatischen Dienst verwendet. Im Jahre 1837 wurde er zum Generalmajor und 1845 zum Generallieutenant befördert. Außerdem bekleidete von Lassolaye auch eine Zeitlang die Stelle eines Generaladjutanten. Seine letzte dienstliche Verwendung war als Gouverneur der Festung Rastatt.[4] Er wurde 1848 berufen, war aber den Unruhen der Zeit nicht gewachesen. Lassolaye wurde daher nach einer Dienstzeit von 47 Jahren in den Ruhestand versetzt. Er starb 1863 in Karlsruhe.
Familie
Lassolaye heiratete 1826 Maria Micaela de Uria y Alcedo[5] (Sarachaca-Uria) (1788–1870). Das Paar hatte eine Tochter:
- Sophia Wilhelmine Maria (* 2. Juli 1829) ⚭ Heinrich Henking († 5. Mai 1862), großherzöglich badischer Rittmeister im 3. Dragonerregiment -> ab 1881[6] Henking von Lasollaye[7]
Sein Frau brachte drei Söhne mit in die Ehe:[8]
- Georg († 14. Dezember 1843 in Worms) in einem Duell mit Bankier Moritz von Haber († 1872)[9][10][11]
- Josef († 18. Oktober 1843 in Bilbao in Spanien)
- Mariano (* 25. September 1812; † 7. Juli 1876), Legationsrat im Ministerium der äusseren Angelegenheiten ⚭ 1850 Maria Anna Franziska von Bettendorf (1826–1909)
Literatur
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1861 S. 409f (Lasollaye), 1877 S. 479 (La Sollaye)
- Badische Biographien, Band 2, S. 12
- Ralf Bernd Herden, Die Hi-Story derer von Lassolaye, (pdf)
- Universal-Lexikon vom Großherzogthum Baden, S. 704
- Edmund von der Becke-Klüchtzner, Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden, S. 257
- Cast, Süddeutscher Adelsheros, S.281f
Einzelnachweise
- ↑ Der Name erschein auch als: La Sollaye, Las Sollaye, Lassollaye
- ↑ Grossherzoglich-Badisches Staats- und Regierungs-Blatt, 1819, S.178
- ↑ Vollständige Sammlung der Großherzoglich-Badischen Regierungsblätter, Band 2, S.637
- ↑ Protokolle der Militärcommission der Teutschen Bundesversammlung,S.129
- ↑ Micaela de Uria war in Spanien mit königlichen Präfekten von Valencia Don Florentino de Sarachaga y Yzardui († 1825) verheiratet gewesen. Sie verlies ihren Mann und ging mit Lassolaye nach Karlsruhe; da ihr Mann die Scheidung verweigerte, wurde die neue Ehe erst 1826 geschlossen.
- ↑ Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Band 37, S.332
- ↑ Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1913, Siebenter Jahrgang, S.334
- ↑ Der Adel in Baden, S.126
- ↑ Neue Würzburger Zeitung: Würzburger Abend-Zeitung, 1843, Bericht zum Duell
- ↑ Sibylle: Unterhaltungsblatt zum Würzburger Journal. 1874, S.287
- ↑ Die reine Wahrheit über die Streitsache zwischen Moritz von Haber und Freiherrn Julius Göler von Ravensburg, Digitalisat