Karl von Geusau (Politiker, 1809)

Karl von Geusau, auch Karl Freiherr von Geusau, der Familienname wird auch Geysau geschrieben (* 19. November 1809 (laut Taufeintrag 20. November 1809) in Wien[1]; † 17. Januar 1875 ebenda[2][3]) war Offizier, Großgrundbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[4]

Leben

Karl von Geusau war Sohn des gleichnamigen Rittmeisters und Gutsbesitzer Karl Freiherr von Geusau († 1848). Er besuchte von 1819 bis 1827 die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Danach, im Jahr 1828, trat er als Kadett in das Husarenregiment Kaiser Ferdinand Nr. 3 in die Armee ein, wurde 1830 Leutnant, 1834 Oberleutnant und ging 1837 als Rittmeister außer Dienst, um die Verwaltung seiner Güter anzutreten. Erst im Jahr 1848 trat er wieder als Hauptmann in die Armee ein, um eine Abteilung freiwilliger Feldjäger zur Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands zu organisieren und zu führen und wurde für seine Verdienste während dieses Feldzugs zum Major ad hon. befördert.[5] 1859 ging er in den Ruhestand.

Er war Besitzer der Güter Engelstein (in der Gemeinde Großschönau), Wielands und Ehrendorf (in der Gemeinde Großdietmanns), Breitensee (damals in der Gemeinde Zuggers, jetzt in der Gemeinde Gmünd), Eibenstein (ebenfall in der Gemeinde Gmünd gelegen) und ab 1865 Arbesbach (im Bezirk Zwettl).

Er starb am 17. Januar 1875 im Alter von 65 Jahren laut Sterbebuch an einer Lungenausdehnung (also einem Lungenemphysem) und wurde auf seinen Wunsch auf seiner Herrschaft Engelstein im Waldviertel beigesetzt.

Er war römisch-katholisch und ab 1843 verheiratet mit Antonia Diettmann († 1865).

Karl von Geusau war von 1861 bis 1870 und von 1871 bis 1875 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (I., II. und III. Wahlperiode), als Abgeordneter des Großgrundbesitzes.

Politische Funktionen

Karl von Geusau war vom 20. Mai 1867 bis zu seinem Rücktritt am 11. Mai 1868[6] und vom 4. November 1873 bis zum 8. Oktober 1874[7] Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (II. und V. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Großgrundbesitz zuständig. Der Rücktritt am 8. Oktober 1874 erfolgte während einer Vertagung der Session aus Gesundheitsgründen.

Klubmitgliedschaften

Karl von Geusau war im Jahr 1867 bis zu dessen Auflösung Ende September 1867 Mitglied im Herbst-Kaiserfeld'schen Klub und ab 1873 im Klub des Zentrums (Verfassungstreuer Großgrundbesitz).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Matricula Online – Wien 01., St. Michael, Taufbuch, 1804–1824, Seite 73, 3. Zeile
  2. Matricula Online – Wien 01., Dom- und Metropolitanpfarre St. Stephan, Sterbebuch, 1869–1882, Seite 169, 7. Zeile
  3. Matricula Online – Großschönau, Sterbebuch, 1867–1906, Seite 6, 1. Zeile
  4. Geusau, Karl Freiherr von, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  5. Nachrichten aus der Gesellschaft – Herr Karl Reichsfreiherr von Geusau. In: Wiener Salonblatt, 23. Jänner 1875, S. 7 links oben (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wsb
  6. Mandatsniederlegung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0004, IV. Session, S. 3055 links unten (online bei ANNO).
  7. Mandatsniederlegung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 2391 rechts unten (online bei ANNO).