Karl Stocker (Germanist)

Karl Stocker (* 11. Juli 1929 in Bärnau/Oberpfalz; † 27. August 2017 in München)[1] war ein deutscher Germanist, Fachdidaktiker und Hochschullehrer.[2]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1948 in Straubing studierte Karl Stocker von 1948 bis 1953 Germanistik, Anglistik und Geschichte und zwar an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Regensburg (1948 bis 1950), der Saint Louis University (1950/51) und der Universität München (1951 bis 1953). Die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst legte er 1953 und 1955 in München ab und promovierte dort 1956 zum Dr. phil. bei Friedrich-Wilhelm Wentzlaff-Eggebert. Bis 1970 war er als Gymnasiallehrer tätig. Im Jahre 1970 übernahm er eine ordentliche Professur für Didaktik der deutsche Sprache und Literatur an der Universität München. Von 1989 bis 1995 hatte er außerdem einen Lehrauftrag an der Hochschule für Fernsehen und Film München inne. Neben seinen Veröffentlichungen zur Fachdidaktik des Deutschunterrichts, insbesondere zum Lesen und Interpretieren, wirkte Karl Stocker auf dem Gebiet der deutschen Kulturarbeit im Ausland. Hierfür gehörte er verschiedenen Fachgremien an.

Im Jahre 1989 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ausländische Deutschlehrer an deutschen Gymnasien. Modell einer Ausbildung. Hueber, München 1969.
  • Die dramatischen Formen in didaktischer Sicht. Auer, Donauwörth 1972, ISBN 3-403-00297-7 (2. Aufl. 1979).
  • (Hrsg., mit Hans E. Giehrl): Didaktik der deutschen Sprache und Literatur in der Universität. Strumberger, München 1973, ISBN 3-921193-01-X.
  • Praxis der Arbeit mit Texten. Zur Behandlung von Texten der Gebrauchs- und Alltagssprache. Auer, Donauwörth 1974, ISBN 3-403-00468-6 (3. überarb. u. erw. Aufl. 1977).
  • (mit Johannes Timmermann): Fachdidaktik in Universität und Schule. Eine Wissenschaft im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis. Strumberger, München 1974, ISBN 3-921193-10-9.
  • Auswahlbibliographie Deutschdidaktik. Strumberger, München 1975, ISBN 3-921193-08-7.
  • (Hrsg.): Taschenlexikon der Literatur- und Sprachdidaktik. Zwei Bände. Scriptor-Verlag, Kronberg/Ts. 1976 (2. Aufl. 1987, ISBN 3-589-20384-6).
  • Praxis des Literaturunterrichts im Gymnasium. Voraussetzungen, Motivationen, Möglichkeiten, Transfer; mit Orientierungshilfen. Herder, Freiburg/Br. 1979, ISBN 3-451-09318-9.
  • (Hrsg., mit Jakob Lehmann): Deutsch (Handbuch der Fachdidaktik für Fachdidaktisches Studium in der Lehrerbildung). Zwei Bände. Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-12421-8 u. ISBN 3-486-83621-8).
  • (Hrsg.): Literatur der Moderne im Deutschunterricht. Scriptor-Verlag, Kronberg/Ts. 1982, ISBN 3-589-20801-5.
  • Vom Lesen zum Interpretieren. Texte, Anleitungen, Beispiele für den Deutschunterricht. Scriptor-Verlag, Frankfurt/M. 1988, ISBN 3-589-20856-2.
  • (mit Hans Schiefele): Literatur-Interesse. Ansatzpunkte einer Literaturdidaktik. Beltz, Weinheim 1990, ISBN 3-407-34044-3.
  • Wege zum kreativen Interpretieren – Lyrik. Sekundarbereich. Schneider-Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 1993, ISBN 3-87116-458-5.

Festschrift

  • Kurt Franz (Hrsg.): Interkulturalität und Deutschunterricht. Festschrift zum 65. Geburtstag von Karl Stocker (= Ars-una-Deutschdidaktik, Bd. 1). ars una, München 1994, ISBN 3-89391-701-2 (Bibliographie Karl Stocker S. 297–313).

Einzelnachweise

  1. Traueranzeigen Karl Stocker. In: Süddeutsche Zeitung vom 30. August 2017 (abgerufen am 21. Oktober 2025).
  2. Stocker, Karl. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 922f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto); Kurt Franz: Vierzig Jahre Deutschdidaktik (1954-1994): Karl Stocker. In: ders. (Hrsg.): Interkulturalität und Deutschunterricht. Festschrift zum 65. Geburtstag für Karl Stocker. ars una, München 1994, S. 15–21 (abgerufen am 21. Oktober 2025).