Karl Maria Enk von der Burg
Karl Maria Ernst Leopold Enk von der Burg (* 1. Jänner 1800 in Salzburg; † 21. Oktober 1885 ebenda) war ein österreichischer Pädagoge.
Leben
Karl Maria Enk von der Burg wurde als Sohn des Hofkammerrates Leopold Enk von der Burg geboren. Er besuchte das Gymnasium in Salzburg, wo er einer burschenschaftlichen Schülerverbindung angehörte, und das Collegium Marianum, an welchem er einen Freiplatz bekam.
Er studierte ab 1818 Rechtswissenschaften in Wien, später Philosophie und Klassische Philologie in Graz und Wien. Während seines Studiums in Wien schloss er sich 1819 dem burschenschaftlichen Kreis an. In Wien war er Mitglied der "Schubertrunde" und mit Franz Schubert, Danhauser, Moritz von Schwind, Franz Grillparzer und Johann Mayrhofer befreundet. Er war Mitglied des Wiener Commersvereins von 1820.
1829 wurde er Humanitätslehrer in Vinkovci, 1834 erfolgte seine Versetzung an das Gymnasium in Iglau, wo er 1849 zum provisorischen Gymnasialdirektor befördert wurde.
Er veröffentlichte 1848 Artikel zur Reform österreichischer Gymnasium in „Österreichische Blätter für Literatur und Kunst, Geographie, Geschichte, Statistik und Naturkunde“ und war an der Diskussion um entsprechende Reformen beteiligt, insbesondere setzte er sich für die Schaffung von Universitätsseminaren für die Ausbildung von Gymnasiallehrern ein. Er wirkte in Wien wesentlich an der Einführung eines neuen Lehrplans für Gymnasien mit.
Am 16. Mai 1850 wurde er in Wien zum provisorischen Schulrat und Gymnasial-Inspektor für Niederösterreich ernannt. Im Dezember 1851 wurde er substitutorisch und 1852 definitiv zum Direktor der Prüfungs-Kommission für Gymnasial-Lehramtskandidaten ernannt. Am 5. Februar 1855 folgte die Beförderung zum Wirklichen Schulrat und Gymnasialinspektor für Niederösterreich. Im Mai 1860 erhielt er die Direktion der k. k. Prüfungs-Kommission für das Lehramt Stenographie. 1869 wurde er Landesschulinspektor 1. Klasse. Sein von Georg Decker geschaffenes Öl-Portrait wurde 1867 im Wiener Akademischen Gymnasium aufgehängt. Im September 1870 wurde er Mitglied einer Gymnasial-Enquete. 1871 erhielt er den Titel und Charakter eines k. k. Hofrats. 1871 ging er in den Ruhestand.
Er verfasste zahlreiche pädagogische Abhandlungen, insbesondere zur Reform des Mittelschulwesens, und Beiträge und Rezensionen in der Zeitschrift für österreichische Gymnasien.
Karl Maria Enk von der Burg war mit Wilhelmine Hoffmeister von Hoffenegg (1804–1882) verheiratet.
Ehrungen
- 1855: Ehrenbürger von Iglau
- 1862: Franz-Joseph-Orden, Ritterkreuz
- Ehrenmitglied des Wiener Stenographenvereins
- Gedenktafel an der Salzburger Judengasse am Haus Nr. 11
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Epiktetos Unterredungen. Aufgezeichnet von Arrhianos. Aus dem Griechischen in das Deutsche übertragen. Wien 1866. Google-Books
- Dante Alighieri's göttliche Komödie. In deutsche Prosa übertragen und mit den nöthigsten Anmerkungen versehen. 3 Bände, Wien 1830–1831, 2. verbesserte Auflage 1877. (mit Joseph Eugen Hörwarter) Google-Books
- Simplikios' Commentar zu Epiktetos Handbuch. Wien 1867. Google-Books
- Ludwig und Richard Heinzel (Hrsg.): Ein Briefwechsel zweier altösterreichischer Schulmänner. (K. Enk von der Burg und W. Heinzel). Prag, Wien, Leipzig 1887. Google-Books
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Enk von der Burg, Karl. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 24. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1872, S. 403 (Digitalisat).
- Enk von der Burg, Karl Maria. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 254.
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 7: Supplement A–K. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4, S. 293–294.
- Die Feier des vierzigjährigen Dienstjubiläums des k. k. Landes-Schul-Inspectors Karl Maria Enk von der Burg. Wien 1870. Google-Books
- Hermann Pick: Karl Maria Enk von der Burg. Eine biographische Skizze. Salzburg 1886. Google-Books