Karl Ledderhose

Karl Ledderhose (* 1821; † 1. Januar oder 2. Januar 1899 in Straßburg) war ein kurhessischer, später preußischer Verwaltungsbeamter und Politiker, der ab 1872 im Reichsland Elsaß-Lothringen wirkte. Er war von 1880 bis 1887 Unterstaatssekretär im Reichsamt für Elsaß-Lothringen.

Leben

Ledderhose war seit 1843 im kurhessischen Justiz- und seit 1861 im Verwaltungsdienst tätig. 1862 war er Vortragender Rat im kurhessischen Finanzministerium und 1865 kurzzeitig Ministerialvorstand. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen infolge des Deutsch-Deutschen Kriegs arbeitete Ledderhose ab 1867 als Oberregierungsrat bei der preußischen Regierung in Kassel.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der Eingliederung Elsaß-Lothringens als Reichsland ins Deutsche Reich wechselte er 1872 als Vizepräsident des Oberpräsidiums nach Straßburg. 1875 wurde er Bezirkspräsident des Unterelsass. Von 1880 bis 1887 war er Unterstaatssekretär im Reichsamt für Elsaß-Lothringen unter Staatssekretär (entspricht einem Minister) Karl von Hofmann, wo er der Abteilung für Landwirtschaft, Gewerbe und öffentliche Arbeiten vorstand. Ab 1873 war er zugleich Kurator der Universität Straßburg.

Der Chirurg und Medizinprofessor Georg Ledderhose (1855–1925) war sein Sohn.[1]

Literatur

  • Harald Höffner: Kurhessens Ministerialvorstände der Verfassungszeit 1831–1866, phil. Diss., Gießen 1981, S. 77, 418.
  • Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4: Struktur und Krisen des Kaiserreichs. Kohlhammer, Stuttgart 1969, S. 440, Anm. 12.
  • Anton Bettelheim: Ledderhose, Dr. Karl. In: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. IV. Band, Druck und Verlag von Georg Reimer, Berlin 1900, S. 157 (online).

Einzelnachweise

  1. Gregorio Crini: Chitin and Chitosan. Discoveries and Applications for Sustainability. Elsevier, London u. a. 2022, S. 41.