Karl Klee (Bürgermeister)

Karl Klee († 1939) war ein preußischer Kommunalbeamter. Er war von 1908 bis 1918 Bürgermeister der Bürgermeisterei Bensberg, heute Stadtteil von Bergisch Gladbach.[1]

Leben

Karl Klee wurde zum 1. April 1908 nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt seines Vorgängers Karl Joseph Rausch als kommissarischer Bürgermeister von Bensberg eingesetzt.[2][3] Vor seinem Amtsantritt war er Bürgermeister in Wolsfeld im Bitburger Land (siehe auch Bürgermeisterei Dockendorf) und Offizier im Korps-Bekleidungamt in Koblenz.[4] Im Mai 1909 wurde er gegen den öffentlich bekundeten Willen des Bensberger Gemeinderates zum Bürgermeister auf Lebenszeit ernannt.[5][6] Seine Amtszeit war durch einen autoritären Führungsstiil gekennzeichnet. Der Bürgermeister ignorierte Gemeinderatsbeschlüsse und schrieb sich das Recht der Presse-Kontrolle und -Zensur zu. Von Ende 1914 bis 1917 war er Kriegsteilnehmer. Die Bürgermeisterei wurde in dieser Zeit vom 1. Beigeordneten und späteren Nachfolger Wilhelm Darius geleitet. Im November 1918 kam es im Rahmen der Novemberrevolution zur offenen Konfrontation mit dem Gemeinderat, nachdem Klee sich ohne Absprache mit den Gemeinderäten vom Kölner Arbeiter- und Soldatenrat zum Alleinverantwortlichen für die Sicherheit in der Gemeinde hatte ernennen lassen. Infolgedessen wurde Klee am 12. November 1918 der Rücktritt als Bürgermeister nahegelegt, den dieser am 19. des Monats endgültig akzeptierte.[4]

Am 1. Juni 1939 wurde in der Lokalpresse über das kürzlich erfolgte Ableben von Karl Klee berichtet.[7]

Lokale Geschichte

In der Amtszeit von Karl Klee wurde setzte sich die unter seinen Vorgängern eingeleitete Modernisierung der Gemeinde fort. 1908 erhielt Bensberg ein eigene Kläranlage. 1913 wurde das elekrische Licht eingeführt. 1911 entstanden in Herkenrath, Refrath gewerbliche Fortbildungsschulen, in Immekeppel (damals Ort in der Bürgermeisterei Bensberg) eine Landwirtschaftsschule, die 1924 nach Bensberg verlegt wurde.[4] Ab 1909 entstanden die ersten Gebäude in der Villensiedlung Frankenforst.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Von den Bürgermeistern der Gemeinde Bensberg. In: Rechtsrheinischer Anzeiger (Beilage zum Kölner Lokal-Anzeiger). 9. Februar 1929, abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. Nachricht über die Beauftragung von Karl Klee mit der kommissarischen Verwaltung der Bürgermeisterei Bensberg ab 1. April 1908. In: Bensberger Volkszeitung. 28. März 1908, abgerufen am 8. Januar 2026.
  3. Gemeinderatssitzung mit dem kommiss. Bürgermeister Klee am 15.4.1908. In: Bensberger Volkszeitung. 16. April 1908, abgerufen am 8. Januar 2026.
  4. a b c Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg. Schöningh, Paderborn 1976, ISBN 3-506-74590-5, S. 352ff, 376, 386ff
  5. Ernennung von Karl Klee zum Bürgermeister auf Lebenszeit am 7. Mai 1909. In: Bensberger Volkszeitung. B. Haake Erben, Bensberg 8. Mai 1909 (zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/3057371).
  6. Bericht über bestreikte Gemeinderatssitzung wegen Berufung von Karl Klee zum Bürgermeister von Bensberg im Mai 1909 gegen den Willen des Gemeinderates. In: Bensberger Volkszeitung. 3. Juni 1909, abgerufen am 8. Januar 2026.
  7. Karl Klee kürzlich verstorben. In: Rheinisch-Bergische Zeitung. Johann Heider, Bergisch Gladbach 1. Juni 1939 (zeitpunkt.nrw).
VorgängerAmtNachfolger
Karl Joseph RauschBürgermeister von Bensberg
1908–1918
Wilhelm Darius