Karl Kallenberg

Georg Gottlob Karl Kallenberg (* 5. Oktober 1825 in Ludwigsburg; † 7. Februar 1900 in Giebelbach bei Lindau) war ein Protagonist der deutschen Turnbewegung, der maßgeblich an der Gründung der Deutschen Turnerschaft und des Deutschen Schützenbundes beteiligt war.

Leben und Wirken

Kallenbergs Eltern waren der Kupferschmiedemeister Karl Friedrich Kallenberg (1802–1838) und dessen Frau Luise, geb. Katz (1801–1855). Er wuchs mit einem jüngeren Bruder auf und absolvierte nach dem Besuch der fünfklassigen Realschule in Ludwigsburg eine Lehre zum Kaufmann.

Bereits früh begann Kallenberg mit Turnen und trat in den Turnverein in Göppingen ein, den er 1843 gegründet hatte. Die erste größere Veranstaltung war 1844 das Schwäbische Turnfest auf dem Hohenstaufen, wo er Theodor Georgii kennenlernte, woraus sich eine enge Freundschaft entwickelte.

1850 ging Kallenberg nach Paris. Dort gründete er den ersten deutschen Turnverein. Nach vier Jahren kehrte er zurück und eröffnete in Stuttgart ein Geschäft. Als Inhaber unternahm er zahlreiche Auslandsreisen. 1859 rief er gemeinsam mit Theodor Georgii zur Gründung der Deutschen Turnerschaft auf. Da er sich jedoch nunmehr verstärkt für die Wehrhaftmachung interessierte, wandte er sich fortan dem Schützenwesen zu und wurde Mitgründer des Deutschen Schützenbundes.

Sein Lebensende verbrachte er in seinem Landhaus in Giebelbach am Bodensee, wo er im Februar 1900 im Alter von 74 Jahren starb.

Literatur

  • Karl Kallenberg. In: Hugo Rühl: Deutsche Turner in Wort und Bild. A. Pichlers Witwe & Sohn, Leipzig und Wien 1901, S. 132–133.
  • Anton Hegele: Karl Kallenberg. Kaufmann, Orientreisender und Turner. 1825–1900. In: Hermann Haering, Otto Hohenstatt (Hrsg.): Schwäbische Lebensbilder. Bd. 2, Kohlhammer, Stuttgart 1941, S. 268–282.
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