Karl Hermann Breul
Karl Hermann Breul (* 10. August 1860 in Hannover; † 8. April 1932 in Genua) war ein deutsch-britischer Germanist und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seinem Schulbesuch bis 1878 am Lyceum II in Hannover studierte Karl Hermann Breul Philosophie, Germanistik und Neuere Sprachen, zunächst von 1878 bis 1879 an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universität Straßburg (1879), der Universität Berlin (1878 bis 1883) und der Universität Paris (1883/84). Seine Promotion erfolgte 1883 bei Julius Zupitza an der Universität Berlin. Seit 1884 arbeitete Breul als erster Dozent für Deutsche Sprache an der University of Cambridge, wo er 1884 einen Magistergrad erworben hatte. Außerdem war er von 1886 bis 1899 als Dozent an der University of London (King’s College) tätig. Von 1910 bis 1932 hatte er eine Professur für Germanistik an der University of Cambridge inne und gehörte seit 1928 als „Fellow“ dem dortigen King’s College an.
Karl Hermann Breul erarbeitete ein Deutsch-Englisches bzw. Englisch-Deutsches Wörterbuch, das in zahlreichen Auflagen erschien; er schrieb über das Studium in England, insbesondere in Cambridge und editierte zahlreiche Werke deutscher Schriftsteller in englischen Verlagen.
Seit etwa 1890 war Breul britischer Staatsangehöriger. Im Jahre 1908 verlieh ihm der deutsche Kaiser den Roten Adlerorden (Ritter IV. Klasse).
Seine Schwester Elisabeth heiratete Eugen Braunholtz, Professor für Romanistik an der University of Cambridge.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Sir Gowther. Eine englische Romanze aus dem XV. Jh. Franck, Oppeln 1886 (= Erweiterte Fassung seiner Diossertation an der Universität Berlin).
- Betrachtungen und Vorschläge betreffend die Gründung eines Reichsinstituts für Lehrer des Englischen in London. Stolte, Leipzig 1900.
- (Bearb.): A new German and English dictionary. Comp. from the best authorities in both languages. Gloeckner, Leipzig 1906 (dieses Wörterbuch erschien in zahlreichen neuen und von anderen Autoren weiterbearbeiten Ausgaben, zuletzt u.d.T.: Cassells Wörterbuch Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch. Compact-Verlag, München 1984).
- The Teaching of Modern Foreign Languages and the Training of Teachers. 4. Aufl. University Press, Cambridge 1909.
- The Cambridge Songs – A Goliard's songbook of the XIth century. Edited from the unique manuscript in the University Library. University Press, Cambridge 1915.
- (Bearb.): Land und Leute in England. 4. Aufl. Langenscheidt, Berlin-Schöneberg 1926.
- (Hrsg.): The Cambridge Reinaert fragments (Culeman fragments). University Press, Cambridge 1927.
- (Hrsg.): The romantic movement in German literature. Heffer. Cambridge 1927.
- Student's life and work in the University of Cambridge. 3. Aufl. Bowes & Bowes, Cambridge 1928.
- (mit Francis E. Sandbach): Die englischen Universitäten. Ratschläge für das Studium in England. De Gruyter, Berlin 1929.
Außerdem gab er zahlreiche Werke bekannter deutscher Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder Wilhelm Hauff in englischen Ausgaben heraus.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ John L. Flood/Roger Paulin: Karl Herman Breul. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 271f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).