Karl Garnhaft

Karl Garnhaft (* 11. November 1836 in Neudorf (heute Neudorf im Weinviertel), Bezirk Mistelbach[1]; † 15. Februar 1903 ebenda[2]) war Bäcker, Landwirt und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]

Leben

Karl Garnhaft war Sohn des gleichnamigen Bäckers und Landwirts Karl Garnhaft († 1873). Nach seiner Schulbildung in Nikolsburg in Mähren wurde er Bäcker und Landwirt in Neudorf. Im Jahr 1866 nahm er als Unteroffizier am Feldzug der österreichischen Armee teil. Er war Inhaber des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone.[4]

Im Jahr 1884 war er Gründungsmitglied des Österreichischen Bauernbunds „Mittelstraße“ in Wien. Er neigte zuerst zum Antisemiten Georg von Schönerer, von dem er sich aber trennte. Im Jahr 1890 bezeichnet ihn Das Vaterland als „sonstigen Antisemiten“.[5]

Er starb am 15. Februar 1903 im Alter von 66 Jahren laut Sterbebuch an Cysto-pyelitis e calculis mit collaps (also an einer Nierenbeckenentzündung (Pyelitis), die durch Nierensteine (Calculi) verursacht oder kompliziert wird).

Er war römisch-katholisch und ab 1867 verheiratet mit Emilie Marschall († 1882), mit der er acht Töchter und drei Söhne hatte, wobei vier Töchter und zwei Söhne jung verstorben sind. Er war der Schwager des Generalvikars und Weihbischofs Godfried Marschall (1840–1911).

Karl Garnhaft war von 1884 bis 1902 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (V., VI. und VII. Wahlperiode), zunächst bis Oktober 1896 als Abgeordneter der Landgemeinden (Mistelbach) und danach als Abgeordneter der Landgemeinden (Mistelbach, Laa). Von 1872 bis 1900 war er Bürgermeister von Neudorf.

Politische Funktionen

Karl Garnhaft war vom 22. September 1885 bis zum 22. Januar 1897 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VII. und VIII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Landgemeinden 6 (Mistelbach, Feldsberg, Laa, Zistersdorf, Groß-Enzersdorf, Matzen, Marchegg) zuständig.

Klubmitgliedschaften

Karl Garnhaft war ab 1885 Mitglied im Deutschen Klub, ab dem 15. Februar 1887 war er fraktionslos, ab dem 22. Mai 1887 war er bei der Deutschnationalen Vereinigung, ab 1891 im Klub der Deutschen Nationalpartei und bis Mitte Oktober 1891 auch bei der deutschnationalen Freien Vereinigung für wirtschaftliche Reform auf christlicher Grundlage.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Matricula Online – Neudorf bei Staatz, Taufbuch, 1784–1837, Seite 260, 6. Zeile
  2. Matricula Online – Neudorf bei Staatz, Sterbebuch, 1899–1923, Seite 40, Eintrag Nr. 15, 3. Zeile
  3. Garnhaft, Karl, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  4. Karl Garnhaft †. In: Bote aus Mistelbach, 20. Februar 1903, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bmi
  5. Die niederösterreichischen Landgemeindenwahlen – Sonstige Antisemiten. In: Das Vaterland, 26. September 1890, S. 3 links (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl