Karl Friedrich von Wedel-Parlow
Karl Friedrich von Wedel-Parlow (geb. 18. März 1765 in Steinhöfel; gest. 5. Januar 1832) war Gutsbesitzer und preußischer erster Landrat des Landkreises Angermünde.
Herkunft und Leben
Karl Friedrich von Wedel-Parlow war Angehöriger des Adelsgeschlechts Wedel. Er war ein Sohn von Julius Heinrich Ernst von Wedel (1740–1792), Herr auf Steinhöfel, Röblin, Sassenhagen, Trampke, Tolz, Glatzhagen und Uchtenhagen, und dessen Ehefrau (⚭ 1764) Karoline Marie Katharina (* 1741), geb. von Schmiedeberg aus dem Hause Zeinicke. Von Wedel-Parlow war Herr auf Greissenberg, Günterberg und Hanseberg und war Erbe der Güter Parlow und Tessin. Am 8. Februar 1806 erhielt er die königlich preußische Genehmigung Namen und Wappen des im Jahr 1805 ausgestorbenen Geschlechts von Parlow mit seinem Namen zu vereinigen.[1][2][3]
Er erhielt seine Schulbildung zunächst von Hauslehrern, dann auf dem Gymnasium in Stettin. Sein Vater wollte ihn für den diplomatischen Dienst und so begann er ein Studium. Aber auf Betreiben eines Verwandten holte ihn Friedrich II. in den preußischen Militärdienst. Er kam in das Dragonerregiment Kalkreuth und begann eine Offizierslaufbahn. 1788 bat er dann um seinen Abschied, da die Vermögensverhältnisse seines Vaters zerrüttet waren. Er übernahm das Gut Steinhöfel und versuchte Geld zu verdienen. Der Erfolg war wohl mäßig den 1792 verkaufte er das Gut. Das Geld nutzte er um andere Güter zu erwerben (Carolinienthal, Wachlin, Chinnow, Stretense, Hanseberg), die er aber schon bald wieder kaufte. Als 1807 sein Gut Hanseberg abbrannte, tauschte er dieses gegen die Herrschaft Greiffenberg in der Uckermark, das er 1809 bezog. Es war die Zeit der Napoleonischen Kriege und schon nach wenigen Monaten erhielt er das Angebot, Landrat des Kreises Angermünde zu werden. Bis 1832 amtierte er als erster Landrat des Landkreises Angermünde. Im Januar 1832 besichtigte er den Bau der von ihn angestossenen Straße zwischen Prezlau und Angermünde. Dabei zog er sich eine schwere Erkältung zu und starb nur zwei Tage später.
Er wurde ihm Familiengrab in Greiffenberg beigesetzt. Ihm im Amt folgte sein ältester Sohn Albert Otto von Wedel-Parlow.
Familie
Karl Friedrich von Wedel-Parlow war seit dem 29. April 1789 mit Philippine Auguste (1769–1839), geb. von Blankenburg, verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren:
- Albert Otto (1793–1866), Landrat des Landkreises Angermünde von 1832 bis 1844 ⚭ Emilie von Anhalt (1798–1876)
- Moritz Hermann (1805–1900), königlich preußischer Hauptmann[4] ⚭ 1832 Karoline Bauer (* 10. Dezember 1814; † 21. Januar 1886)
- Ida († 27. Februar 1884), seit 1838 verheiratet mit Gebhard von Wittke († 1866), königlich preußischer Hofdirektor[5]
Ergänzendes
Von Wedel-Parlow war uckermärkischer Provinzial-Land- und Feuersozietätsdirektor sowie Ehrenritter des Johanniterordens.[3][6]
Literatur
- Jahrbuch des deutschen Adels. Band 1. Berlin 1896, S. 931–932 (rsl.ru [abgerufen am 19. November 2025]).
- Jahrbuch des deutschen Adels, Band 1, Berlin, 1896, Verlag von W. G. Bruer in der Google-Buchsuche S. 915 f.
- Biographisches Handbuch neumärkischer Offiziere (1715–1806) Familie – Laufbahn – Grundbesitz, von Rolf Straubel, Brandenburgische Historische Kommission, 2024 in der Google-Buchsuche S. 80 und 481; ISBN 978-3-11-132046-5
Weblinks
- Margit Lohmann: Landräte in der Uckermark von 1817 bis 1945 (Kreis Angermünde). In: uckermark.de. 2020, abgerufen am 21. November 2025.
- Karl Friedrich Ernst von Wedel-Parlow. In: hofgaertner-sello.de. 17. März 2022, abgerufen am 21. November 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Der blühende Adel des Königreiches Preussen (Edelleute), von Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, Georg Adalbert von Mülverstedt, Nürnberg, 1878, Verlag von Bauer und Raspe in der Google-Buchsuche S. 437 f.
- ↑ Pommersches Wappenbuch, Bände 2, von J. T. Bagmihl, Stettin, 1846 in der Google-Buchsuche S. 63
- ↑ a b Neuer Nekrolog der Deutschen, Bände 10–11,1834 in der Google-Buchsuche S. 8
- ↑ Moritz Hermann von Wedel-Parlow. In: hofgaertner-sello.de. 17. März 2022, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Jahrbuch des deutschen Adels, Band 1, Berlin, 1896, Verlag von W. G. Bruer in der Google-Buchsuche S. 917
- ↑ Königlich preussische Ordensliste, Band 1, Berlin, 1895 in der Google-Buchsuche