Karl Friedrich von Brandt
Ernst Wilhelm Karl Friedrich Freiherr von Brandt (* 25. Februar 1774 in Bühl bei Bayreuth; † 8. Oktober 1857) war ein großherzoglich badischer Generalmajor und zuletzt Kommandant von Mannheim. Außerdem war er Herr zu Bühl, Brünberg, Christanz und Gereuth.
Herkunft
Seine Eltern waren der Freiherr Christian Ludwig Wilhelm von Brandt (* 11. März 1736; † 29. Dezember 1799) und dessen zweite Ehefrau die Gräfin Cajetane Theresie von Zedtwitz-Liebenstein (* 1748; † 6. Juni 1785).[1] Sein Bruder Heinrich († 5. September 1820 in Karlsruhe)[2] wurde Oberst im Infanterie-Regiment No.1 (Stockhorn).
Leben
Er trat 1789 in preußische Dienste. Im preußischen Infanterieregiment No.25 (Möllendorf) ausgebildet, wechselte er 1803 als Stabshauptmann in das badische Leib-Regiment. Er kämpfte im Vierten Koalitionskrieg von 1806/07 gegen die Preußen. 1809 wurde er zum Major befördert, 1812 zum Bataillonskommandeur ernannt und nahm im badischen Kontingent an Napoleons Russlandfeldzug teil. Nach der Erkrankung des Oberst Karl von Franken wurde er faktischer Regimentskommandeur, auch Brandt erkrankte und nur sein Pferd rette ihn vor der Gefangenschaft.
1813 erhielt er das Kommando über das in Glogau stehende Ersatzbataillon. Der Kommandant war General Laplane, die Besatzung bestand aus Franzosen und dem Rest der aus Russland zurückgekommenen badischen Truppen.
Kurz danach kam es zur Belagerung von Glogau durch ein russisch-preußisches Korps unter den Generalen St.Priest und Schuler von Senden. Die Besatzung machte am 26. März und 7. Mai große Ausfallversuche. Als am 26. Mai die Alliierten die Schlacht bei Bautzen verloren, wurde die Belagerung aufgehoben. Brandt wurde für die Verteidigung zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und zum Oberst befördert. Er führte nun seine kleine Truppe nach Lüben, wo die badischen Truppen unter Generalmajor Stockhorner lagerten.[3] Die Truppen wurden vereinigt. 1813 wechselte dann auch Baden auf die alliierte Seite.
Brandt wurde 1814 Kommandeur des Infanterie-Regiments No.3 (Großherzog). Im Feldzug von 1814 wurde er Befehlshaber der 1. Infanterie-Brigade. Von Mitte Februar bis zum Friedensschluss von 1814 leitete er die Blockade von Kehl und konnte Ausfälle der Besatzung am 30. März und 8. April zurückschlagen. Er wurde dafür mit dem Kommandeurskreuz des Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens und dem russischen St.Annaorden 2. Klasse. Nach der Rückkehr Napoleons wurde er erneut Kommandeur der 1. Infanterie-Brigade. Er erhielt dafür das Ritterkreuz des Zähringer-Löwenordens. Nach dem Feldzug kam er als Kommandant nach Mannheim. 1826 wurde er dann noch mit dem preußischen St. Johanniter-Orden ausgezeichnet. Er ging 1827 als Generalmajor in den Ruhestand und erhielt die Genehmigung, weiter die Uniform der aktiven Generäle tragen zu dürfen. Er starb am 8. Oktober 1857.
Familie
Brandt heiratete 1818 die Freiin Therese von Thüngen (* 23. Juli 1787; † 31. August 1840).[4][5]
Literatur
- Friedrich von Weech, Badische Biographien: A - K, Band 1, S. 117
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1856, S. 86
- Universal-Lexikon vom Großherzogthum Baden, S. 171
- Geschichte des Grossherzoglich Badischen Leib-Grenadier-Regiments, 1803–1871, S. 176
Einzelnachweise
- ↑ Tochter von Graf Bernhard Alexander von Zedtwitz
- ↑ Nach Gotha (* 1775; † Juli 1821)
- ↑ Theophil von Barsewisch, Geschichte des Grossherzoglich Badischen Leib-Grenadier-Regiments, S.143
- ↑ Rudolf Freiherr von Thüngen, Das reichsritterliche Geschlecht der Freiherrn von Thüngen, S. 736
- ↑ Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg, 1912, S.140