Karl Foltz (Priester)
Karl Foltz – alternativ Carl Foltz geschrieben – (* 14. August 1865 in Grünstadt; † 29. April 1961 in Waldfischbach) war Priester der Diözese Speyer sowie Dekan, Geistlicher Rat, Prälat und langjähriger Pfarrer von Waldfischbach-Burgalben. Er und seine Schwester stifteten die dortige katholische Pfarrkirche. Foltz galt als ein engagierter Seelsorger, der durch Volksmissionen und persönliche Frömmigkeit das religiöse Leben seiner Pfarrei belebte. Er amtierte bereits in der schwierigen Zeit des Ersten Weltkrieges und des aufkommenden Nationalsozialismus. Zudem engagierte er sich für die Wallfahrtsstätte Maria Rosenberg.
Leben
Karl Foltz wurde 1865 in Grünstadt geboren, wo er die Lateinschule besuchte. Er studierte Theologie und erhielt am 18. August 1889 von Bischof Joseph Georg von Ehrler im Speyerer Dom die Priesterweihe. Danach wirkte Foltz als Kaplan in verschiedenen Gemeinden des Bistums: 1889–93 in Blieskastel, 1893–96 in Kaiserslautern und 1896–99 in Landau. Im April und Mai 1899 fungierte er kurzfristig als Pfarrverweser von Klingenmünster, ab 25. Mai 1899 war er zuerst Verweser, dann Pfarrer in Schwanheim. Hier blieb er Priester bis zum 23. April 1907. An diesem Tag übernahm Karl Foltz die Pfarrei Waldfischbach, die er 27 Jahre lang innehatte und wo er danach als Pensionär weitere 27 Jahre leben sollte.
Er stiftete die 1929 errichtete Pfarrkirche St. Joseph, da die vorherige katholische Kirche des Ortes für die gewachsene Bevölkerung zu klein geworden war. Das neue Gotteshaus entstand an exponierter Stelle auf dem Berg über dem Zusammenfluss von Moosalbe und Schwarzbach; bereits 1925 hatte er den Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Seine Schwester Franziska Habermann war in die USA ausgewandert, betrieb dort mit ihrem Mann eine Fleischfabrik und war sehr vermögend. Auf seine Vermittlung sandte sie – mittlerweile verwitwet – hohe Beträge zum Bau der neuen Kirche in seiner Pfarrei und er selbst steuerte zusätzlich Anteile bei. Der Architekt Wilhelm Schulte erstellte die Pläne und am 7. Juli 1929 folgte die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Ludwig Sebastian, der das Gotteshaus am 31. August 1930 weihte. An der Südseite des Chores wurde gleichzeitig ein neues Pfarrhaus erbaut. Insgesamt hatten Pfarrer Foltz und dessen Schwester auf seine Vermittlung hin fast eine halbe Million Mark für Grundstück, Kirche und Pfarrhaus gespendet. Anschließend finanzierten beide den weiteren Innenausbau und das Inventar. Wegen ihrer imposanten Mächtigkeit wird die St. Josephs Kirche zuweilen „Westpfälzer Dom“ genannt, sie ist ortsbildprägend.
Zum 1. Mai 1934 trat Karl Foltz in den Ruhestand und übersiedelte nach Maria Rosenberg, im Gebiet der Pfarrei gelegen. Dekan Foltz war Geistlicher Rat und Päpstlicher Ehrenprälat. Auf dem Rosenberg lebte er im Anschluss mehrere Jahrzehnte als Pensionär und Hilfs-Seelsorger.
1959 feierte Karl Foltz als damals ältester Priester des Bistums dort sein 70. Weihejubiläum, wozu Bischof Isidor Markus Emanuel anreiste. Glückwünsche erhielt er vom Erzbischof Kardinal Joseph Wendel. Mit dessen Familie verband Foltz eine Freundschaft, seit er einst in Wendels Heimatort Kaplan gewesen war.
Prälat Karl Foltz starb 1961 in Maria Rosenberg und wurde im Beisein von Bischof Emanuel, Landrat Ludwig Rieth und dem Grünstadter Pfarrer Theodor Nauerz beigesetzt. Er erhielt ein Ehrengrab in der Taufkapelle seiner Kirche. Überdies ließ die Pfarrei ihm und seiner Schwester als Denkmal jeweils ein Bronzerelief in der Kirche fertigen. Die 1969 gebildete Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben benannte nach ihm die „Prälat-Foltz-Straße“ nach ihm.
Literatur
- Fritz Claus: „Maria Rosenberg“, Verlag der Zweibrücker Volkszeitung, 1911, mit eigenem Kapitel über Pfarrer Karl Foltz
- Julius Konrad: „100 Jahre Katholische Pfarrei Waldfischbach-Burgalben“, Festschrift, Katholisches Pfarramt Waldfischbach, 1972
- Der Pilger: „Ein langes Leben im Dienste des Herrn – Prälat Karl Foltz feiert sein 70 jähriges Priesterjubiläum“, Pilger Nr. 34 vom 23. August 1959
- Der Pilger: „Prälat Karl Foltz heimgegangen“, Pilger Nr. 19 vom 7. Mai 1961
- Der Pilger: Bericht über Beisetzung und Todesanzeige, Pilger Nr. 20, vom 14. Mai 1961