Karl Erlinghagen
Karl Erlinghagen (* 13. Mai 1913 in Haspe; † 12. Januar 2003 in Köln) war ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Jesuit.
Leben
Er wurde als Sohn des Bauunternehmers Ernst Erlinghagen († 1916, gefallen in Russland) und von Berta, geb. Brochhagen († 1956), geboren; sein jüngerer Bruder war Helmut Erlinghagen (1915–1987), ebenfalls Jesuit und Hochschullehrer. Er besuchte das Reform-Realgymnasium in Hagen-Haspe und begann nach dem Abitur 1932 eine kaufmännische Ausbildung. Er wurde Mitglied des katholischen Bundes Neudeutschland und schloss sich 1934 dem Jesuitenorden an. Erlinghagen studierte im Orden alte Sprachen, Geschichte und Philosophie. Er nahm 1939–1941 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, wurde aber 1941 als Jesuit aus der Wehrmacht ausgestoßen. 1942 erhielt er nach einem Kurzstudium der Theologie die Priesterweihe. Nach Kriegsende setzte er sein Studium fort und wurde Leiter der Oberabteilung des Aloisiuskollegs in Bad Godesberg. Zugleich begann er ein Studium an der Universität Bonn und der Universität Hamburg. 1953 wurde er in Hamburg bei Wilhelm Flitner mit einer Arbeit über „Bildungsideal und Lebensweise in der katholischen Pädagogik“ promoviert. Im Anschluss studierte er zwei Semester Ordens- und Kirchenrecht an der Universität Münster. Seit 1954 lehrte er als Professor für Pädagogik und Religionspädagogik an der Philosophisch-theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main; zugleich war er Lehrbeauftragter an der Philosophischen Universität in Pullach. Von 1965 bis 1968 war er Professor für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg im Breisgau. Seit 1968 lehrte er bis zu seiner Emeritierung (1980) als ordentlicher Professor für Pädagogik an der Universität Regensburg.
Von 1969 bis 1970 war er Sprecher des Fachbereiches Philosophie-Psychologie-Pädagogik an der Universität Regensburg. Weitere Funktionen waren seine Mitgliedschaft im Hochschulbeirat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, im Bildungsbeirat des Kolpingwerkes Regensburg, im Bildungsbeirat der Katholischen Akademie in Bayern und als Vorsitzender des Katholischen Bildungswerkes Regensburg. 1977 war er Dekan des Fachbereiches Psychologie-Pädagogik der Universität Regensburg. Am 18. Juni 1993 fand ein Festakt der Philosophischen Fakultät II zu Ehren seines 80. Geburtstages statt.
Erlinghagen starb 2003 im Alter von 89 Jahren und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof in der Gemeinschaftsgrabstätte der Jesuiten (Flur 30) bestattet.[1]
Schriften
- Grundfragen katholischer Erziehung. Die prinzipiellen Erziehungslehren der Enzyklika Pius’ XI. „Divini Illius Magistri“ vom 31.12.1929. Herder, Freiburg im Breisgau 1963.
- Die Schule in der pluralistischen Gesellschaft, Herder, Freiburg im Breisgau 1964.
- Katholisches Bildungsdefizit in Deutschland. Herder, Freiburg im Breisgau 1965.
- Die Säkularisierung der deutschen Schule. Hermann Schroedel Verlag, Hannover 1972.
- Autorität und Antiautorität. Erziehung zwischen Bindung und Emanzipation, Quelle u. Meyer, Heidelberg 1973.
Literatur
- Ernst-Günther Karl Prokop (Hrsg.): Karl Erlinghagen - 80 Jahre. Universität Regensburg, Regensburg 1993.
- Günther Wolgast/Joachim H. Knoll (Hg.): Biographisches Handwörterbuch der Erwachsenenbildung. Erwachsenenbildner des 19. und 20. Jahrhunderts. Burg-Verlag, Sachsenheim 1986, ISBN 3-922801-84-6.
- Manfred Wockel, Hans-Joachim Schellmann (Hg.): Who’s who in the Catholic World. 3. Auflage. Intercontinental Book and Publ., Wien 1983, ISBN 3-85413-003-1.
Weblinks
- Literatur von und über Karl Erlinghagen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Nachruf auf Karl Erlinghagen in: Mitteilungen 24 (2002/03) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, S. 79.
Einzelnachweise
- ↑ Karl Erlinghagen in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 2. Juli 2025.