Karl Bernhard Bamler
Karl Bernhard Bamler (* 29. Oktober 1865 in Cammin i. Pom.; † 22. März 1926[1] in Rellinghausen) war ein deutscher Meteorologe und Lehrer. Bekannt wurde er als Pionier des Freiballonfahrens.
Leben und Wirken
Karl Bamler wurde am 29. Oktober 1865 als Sohn des Lehrers Traugott Bernhard Bamler geboren. Im Jahre 1866 kam Schwester Marie Louise zur Welt. Ihre Mutter starb früh. Aus der zweiten Ehe, die Bernhard Bamler einging, gingen fünf Halbgeschwister hervor.
Bamler heiratete am 30. März 1901 in Barmen seine Cousine Erna Noll. Am 1. Januar 1902 wurde sein Sohn Karl Albrecht geboren. Seine Frau Erna starb am 17. Januar 1904. Am 1. September 1906 heiratete Bamler seine zweite Ehefrau Hilde Spatz, die junge Witwe eines englischen Grafen und Professors. Diese Ehe blieb kinderlos. Hilde Bamler blieb auch nach dem frühen Tod Karl Bamlers dem Luftsport eng verbunden. Sie gehörte zu den ersten Frauen in Essen die das Patent als Ballonführerin erwarb. Am 14. Mai 1962 starb Hilde Bamler in ihrem Haus in Essen Stadtwald. Die Nachkommen des Sohnes Karl Albrecht aus erster Ehe, dessen vier Kinder, wohnen zum Teil noch im Haus Karl Bamlers.[2]
Karl Bernhard Bamler starb am 22. März 1926 in Rellinghausen. Er wurde dort auf dem kommunalen Friedhof am 24. März 1926 beigesetzt.[3]
Ausbildung
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870–1871 wurde sein Onkel Karl Kreis-Schulinspektor in Colmar im Reichsland Elsaß-Lothringen. Er nahm Karl Bernhard zu sich und schickte ihn auf die Realschule. Im Jahre 1874 besuchte Bamler in Gebweiler das Internat und erwarb 1884 am Realgymnasium Gebweiler sein Reifezeugnis. Am 1. Oktober 1886 wurde Karl Bamler zum einjährigen Militärdienst nach Straßburg eingezogen. Ein Jahr später wurde er Mitglied des Corps Palaio-Alsatia.[4]
Immatrikulation
Seine Immatrikulation für Mathematik und Naturwissenschaften an der neu gegründeten Kaiser Wilhelm Universität zu Straßburg erfolgte zum Wintersemester des Jahres 1887. Auch in Berlin studierte er ein Semester an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, bis er im Jahr 1893 sein Staatsexamen für den höheren Schuldienst in Straßburg ablegte.
Nach dem Staatsexamen
In der Zeit nach seinem Studium nahm er zunächst für ein Jahr eine Stelle als Assistent beim meteorologischen Landesdienst Straßburg an. Der Leiter dieser Institution, Hugo Hergesell, weckte in ihm die Leidenschaft mit seiner eigenen Passion für Meteorologie und Ballonfahrt. Nach seiner Lehrtätigkeiten an der Realschule in Straßburg, anschließend am Gymnasium Hagenau, folgte im Jahre 1896 die Versetzung an die Realschule nach Essen. 1897 kam er an das Gymnasium Barmen, (heute Wuppertal). Nach seiner Promotion im Jahr 1898 bekam er eine Festanstellung als Oberlehrer. Am 1. April 1906 erfolgte die Versetzung an das Helmholtz-Gymnasium Essen. Hier unterrichtete er mit Ausnahme seines kriegsbedingten Einzugs und der zeitweisen Freistellung zum Aufbau der Wetterwarte bis zu seinem Tod im Jahre 1926.[2]
Vereinsgründer
Im Jahre 1902 gründete Bamler den Niederrheinischen Verein für Luftschifffahrt, der zunächst in Barmen und ab 1906 in Essen angesiedelt war. 1903 startete der Verein den Jungfernflug seines Ballons Barmen vom Frankenplatz in Derendorf bei Düsseldorf.[5] Danach war er Gründer und von 1913 bis 1920 Leiter des Meteorologischen Observatoriums in Essen. Zudem war er Vorstands- und Ehrenmitglied des Deutschen Luftfahrer-Verbandes und gemeinsam mit Carl Busley Mitbegründer des Internationalen Luftfahrerverbandes Fédération Aéronautique Internationale.
Erster Weltkrieg
Am 2. August 1914 wurde der Oberleutnant der Reserve, Karl Bamler, zum Hauptmann befördert und zum Kommandeur der Feldluftschiffer-Abteilung No. 16 (FLA) (Mai 1915 bis Oktober 1917) an der Westfront ernannt. Hier war er zuständig für die Frontaufklärung mit Fessel- und Drachenballonen. Als Truppführer hatte er die Verantwortung für die beiden Düsseldorfer Luftschiffhallen in Lohausen und Golzheim (beide nicht erhalten). In der Halle von Lohausen war der Zeppelin LZ 25/Z IX untergebracht, der am Anfang des Krieges durch einen ersten taktischen Luftangriff der englischen Luftstreitkräfte zerstört wurde.[2][6]
Ehrungen
Am 5. April 1909 wurde Bamler von der meteorologischen Kommission auf dem Luftschifferkongress in Monte Carlo als ständiges Mitglied in die Internationale Kommission für wissenschaftliche Luftfahrt gewählt.[7] 1920 gründete die Fried. Krupp AG die Bamler-Stiftung zur Förderung der Wissenschaftlichen Ballonfahrt. Die Bamlerstraße am ehemaligen Abfüllplatz für Freiballone in Altenessen und dem Nordviertel trägt seit 26. August 1927 seinen Namen. Im Wuppertaler Stadtbezirk Langerfeld-Beyenburg ist die Karl-Bamler-Straße am 12. Mai 1927 nach ihm benannt worden.[8][2]
Werke
- Beiträge zur Reduktion kurzjähriger Temperatur-Beobachtungen auf langjährige Normalmittel. Wiemann, Barmen 1899 (Digitalisat).
Literatur
- Erwin Dickhoff: Essener Köpfe: wer war was? Verlag Richard Bacht, Essen 1985, ISBN 3-87034-037-1.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Eine ganze Reihe prominenter Persönlichkeiten. In: Essener Anzeiger vom 25. März 1926
- ↑ a b c d Bamler, Karl Bernhard. In: Historisches Portal Essen Friedhofsführer. Historischer Verein für Stadt und Stift Essen, abgerufen am 18. Januar 2024.
- ↑ Professor Dr. Karl Bamlers letzte Fahrt. In: Essener Anzeiger vom 26. März 1926
- ↑ Kösener Corpslisten 1930, 31/22.
- ↑ Geschichte ( vom 8. November 2014 im Internet Archive), Webseite des Düsseldorfer Aero Clubs e. V. (Wolfgang Martin, Auszug aus der Chronik in der Festschrift 2002), abgerufen am 25. Mai 2016.
- ↑ Prof. Dr. Karl Bernhard Bamler. Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e. V., abgerufen am 19. Januar 2024.
- ↑ Essener Volkszeitung vom 8. April 1909
- ↑ Wolfgang Stock: Wuppertaler Straßennamen. Thales Verlag, Essen-Werden 2002, ISBN 3-88908-481-8.