Karl Bartholomäus Heller
Karl Bartholomäus Heller (* 20. November 1824 in Mislibořitz in Mähren; † 14. Dezember 1880 in Wien) war ein österreichischer Lehrer und Naturforscher.
Leben
Heller, dessen Vater den Wiener Gartenbauverein leitete, bekundete frühzeitig Interesse für die Naturwissenschaften, deren Studien er sich auch bald zuwandte. In den Jahren 1845 bis 1848 bereiste er im Auftrag des Gartenbauvereins Mexiko und sandte insgesamt 50 Kisten mit botanischen und zoologischen Objekten nach Wien. Nach vorübergehender unentgeltlicher Tätigkeit am Wiener Naturalienkabinett wurde Heller 1851 als Supplent für Naturgeschichte an ein Grazer Gymnasium bestellt. 1853 wurde er zum Professor ernannt und unterrichtete danach von 1856 bis 1858 am Gymnasium von Olmütz sowie von 1858 bis 1880 am Theresianum in Wien. Am 1. Mai 1854 wurde er unter der Präsidentschaft von Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck unter der Matrikel-Nr. 1705 mit dem akademischen Beinamen Las Casas als Mitglied in die Kaiserliche Leopoldino-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher aufgenommen.[1]
Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[2] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Karl B. Heller und der Bezeichnung Professor an der Theresianischen Akademie wurde er auf Blatt 6 (Wien I) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[3]
Karl Bartholomäus Heller verstarb am 14. Dezember 1880 im Alter von 56 Jahren in Wien. Er war der Vater von Karl Maria Heller.
Wirken
Hellers Schilderungen über die bis dahin kaum bekannten Gebiete von Tabasco und Chiapas werden als besonders wertvoll eingestuft. Nach ihm wurde die Fischart Xiphophorus hellerii[4] benannt.
Schriften
- Reisen in Mexico in den Jahren 1845–48, 1853
- englische Neuübersetzung: Alone in Mexico, 1845-1848. The University of Alabama Press, 2007. ISBN 978-0-8173-1588-7
- Das dioptrische Mikroskop, 1856
- Kleiner zootomischer Atlas, 1858
- Darwin und der Darwinismus, 1869
- Leitfaden der Naturgeschichte, 1871
Literatur
- Jahresbericht über das Gymnasium der k. k. Theresianischen Akademie für das Schuljahr 1880/81, S. 55–68
- Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 280 (Textarchiv – Internet Archive).
- Heller Karl Bartholomäus. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 260 f. (Direktlinks auf S. 260, S. 261).
- Johann Rumpf: Professor Karl Bartholomäus Heller, 1881
- Willi Ule: Geschichte der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher während der Jahre 1852–1887. Mit einem Rückblick auf die frühere Zeit ihres Bestehens. In Commission bei Wilhelm Engelmann in Leipzig, Halle 1889, Nachträge und Ergänzungen zur Geschichte Neigebaur’s, S. 186 (Textarchiv – Internet Archive).
- Constantin von Wurzbach: Heller, Karl Bartholomäus. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 8. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1862, S. 275–277 (Digitalisat).
Anmerkungen
- ↑ Mitgliedseintrag von Karl Bartholomäus Heller bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 9. Juli 2022.
- ↑ Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
- ↑ Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)
- ↑ Aquarienverein Rossmäßler: Xiphophorus helleri.