Karl-Liebknecht-Straße 10 (Weimar)
Das Haus Karl-Liebknecht-Straße 10 ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Weimarer Altstadt. Er weist die stilistischen Merkmale des Klassizismus auf.
Geschichte
Das um 1800 entstandene zweigeschossige Wohnhaus wurde kurz nach 1800 als Solitär auf einem großen Grundstück errichtet, das sich gegenüber dem Bertuch’schen Anwesen befindet. Den ursprünglich im Süden angrenzenden Garten hat man um 1900 mit der Karl-Liebknecht-Straße 8, die nördliche Parzelle mit der Nr. 10a überbaut. Die Nebengebäude auf der bis zur Rollgasse reichenden Parzelle verschwanden in den 1980er Jahren. Das teilweise unterkellerte, verputzte Gebäude – im Erdgeschoss in Bruchstein, im Obergeschoss in Fachwerk ausgeführt – bietet in Größe und Proportion einen wichtigen Anhaltspunkt für die städtebauliche Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Seinerzeit hieß die Straße „Am Baumgarten“, so ist die neu angelegte Straße auf dem 1818/22 von Johann Valentin Blaufuß gezeichneten Plan der Stadt Weimar zu lesen. Er gehört zu den wenigen in dieser Zeit neuerrichteten Wohnbauten dieser Zeit.
Aus der Entstehungszeit stammen die Baukonstruktion einschließlich der Tonnengewölbe der Kellerräume unter dem südlichen Teil, das Dachwerk, die axialsymmetrische Raumstruktur des Obergeschosses mit Vorsaal, Stube und Kammern sowie einige Teile der Ausstattung wie u. a. die Zimmer- und Wohnungstüren, Dielenfußböden und mehrere Ofennischen. Die siebenachsige Fassade wurde durch den Einbau mehrerer Ladeneinbauten gestört. Eine Besonderheit im Weimarer Hausbau stellen die an den Stirnseiten angeordneten Risalite dar, von denen der nördliche später durch Erweiterung des Nachbargebäudes umbaut wurde.
Hervorzuheben sind auch die erhaltenen hölzernen Fassadendetail, u. a. die vierflügeligen Fenster mit hölzernen Profilrahmen.[1] Die Galerie EIGENHEIM wurde 2006 in der Karl-Liebknecht-Straße 10 in Weimar als Raum für zeitgenössische Kunst und Kommunikation gegründet. Seit 2016 befindet sich die Galerie mit Unterstützung der Stadt Weimar im Gärtnerhaus des Weimarhallenparks (Asbachstraße 1).[2]
Bedauerlicherweise hat sich der bauliche Zustand des Gebäudes bis heute nicht gebessert, wenn man von den Ladeneinbauten einmal absieht.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 414.
- ↑ Galerie Eigenheim
Koordinaten: 50° 59′ 0,3″ N, 11° 20′ 9,3″ O