Karin Mobring

Karin Mobring (* 7. August 1927 in Östersund; † 17. Februar 2005 auf Frösön) war eine schwedische Möbeldesignerin, deren Entwürfe weltweit Verbreitung fanden und heute auf Auktionen hohe Preise erzielen.[1] Sie war die erste Frau im Designteam von IKEA und prägte das Sortiment über Jahrzehnte.[2] Bekannt wurde sie etwa mit dem Ledersessel Amiral und dem Loungechair Krumelur sowie als Mitgestalterin der hochwertigen Kollektion Stockholm (1985).[3]

Leben

Mobring wuchs in Östersund auf und begann 1946 ein Keramikstudium an der Konstfack in Stockholm.[1] 1948 wechselte sie an die Carl Malmstens Verkstadsskola, wo sie eine Möbeldesign-Ausbildung absolvierte und 1951 abschloss.[1] Nach dem Abschluss kehrte sie nach Östersund zurück und arbeitete mit ihrem Vater, dem Bauingenieur Arvid Persson, an Farbkonzepten und Inneneinrichtungen für Wohnungen, Häuser und Büros, wobei sie zugleich eigene Möbelentwürfe entwickelte.[1]

Im Jahr 1964 entdeckte IKEA-Gründer Ingvar Kamprad auf einer Messe einen von ihr entworfenen Stuhl und gewann sie noch im selben Jahr für das Designteam in Älmhult.[4] Damit wurde sie die erste Frau im Designteam von IKEA.[2] Sie blieb bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1993 im Unternehmen und lebte danach dauerhaft im Elternhaus auf Frösön in Jämtland.[4]

Mobring starb 2005 auf Frösön.[1] Nach ihrem Tod wurden eine kleine Wiese und ein Strandabschnitt auf der Insel nach ihr benannt, und aus ihrem Nachlass wird jährlich eine Spende an das Fistula-Hospital in Addis Abeba finanziert.[4]

Wirken

Mobrings Entwurfsansatz war von präzisem Materialgefühl, handwerklicher Sorgfalt und Komfortgedanken geprägt, eine Haltung, die sie bereits in der Ausbildung bei Carl Malmsten verinnerlichte und die ihr Werk für IKEA charakterisiert.[2] Ihren Katalogeinstand bei IKEA hatte sie 1966 mit mehreren Produkten, darunter der Kinderhochstuhl Peggy, der Flurspiegel Nirak und der Stuhl Ingrid.[4] In den späten 1960er- und 1970er-Jahren entwarf sie zahlreiche Programme und Einzelmöbel; als Ikone gilt der 1970 lancierte Sessel Amiral mit Stahlrohrgestell und Sattelleder-Details, der später in einer flach verpackbaren Variante mit Canvas-Bezug wiederaufgelegt wurde.[2] Mit dem 1972 vorgestellten Loungestuhl Krumelur sprach sie eine jüngere Zielgruppe an; das Modell erschien im selben Jahr auf dem Katalogtitel von IKEA.[2] Weitere häufig zitierte Entwürfe sind die Safari-Sessel Diana und der Armlehnsessel Natura (1977), die ihre Spanne zwischen rustikaler Tradition und zeitgenössischer Formensprache zeigen.[5] Insgesamt entwarf Mobring über 100 Produkte für IKEA, und ihr Werk wird in der Unternehmensgeschichte als stilprägend gewürdigt.[4]

Gemeinsam mit Tomas Jelinek konzipierte sie die erste hochwertige Kollektion Stockholm, die 1985 als Hommage an schwedische und mitteleuropäische Möbeltraditionen eingeführt wurde.[6] Die Kollektion Stockholm zielte auf langlebige Materialien, zeitloses Design und „neue Klassiker“ und gehörte bald zu den Favoriten von IKEA-Gründer Ingvar Kamprad.[7] Beim Stockholm-Programm gestaltete Mobring Vitrinen und Leuchten.[8]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Karin Elisabet Mobring. In: Svenskt kvinnobiografiskt lexikon. 30. März 2021, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  2. a b c d e Karin Mobring – IKEA’s first female designer. In: IKEA Stories. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  3. Discover Swedish designer Karin Mobring. In: IKEA Museum. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  4. a b c d e Karin Mobring, first female designer at IKEA – from STOCKHOLM collection to 100+ iconic products. In: Ingka Group Newsroom. 2. Juni 2025, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  5. Karin Mobring. In: Möbeldesignmuseum. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  6. STOCKHOLM collection. In: IKEA Museum. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  7. An exhibition about IKEA STOCKHOLM Collections. In: IKEA Museum. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  8. Browse the STOCKHOLM 1985 original brochure. In: IKEA Museum. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).