Karel Janák

Karel Janák (* 24. September 1970 in Karlsbad (andere Quellen geben Prag an), Tschechoslowakei)[1] ist ein tschechischer Filmregisseur, Autor und Drehbuchautor sowie Schauspieler, der in seiner Heimat bekannt ist als Autor und Regisseur der Komödie Snowboardáci, Raftáci, der Geschichte einer Raftingtour, Die zwölf Monate, einem Märchenfilm, und Duverný neprítel, einem Film, in dem es um einen Programmierer geht, der das Projekt eines intelligenten Hauses entwickelt hat.

Biografie

Janák nahm ein Ingenieurstudium an der Fakultät für Kern- und Physikalische Technik an der Tschechischen Technischen Universität auf, das er 1993 abschloss. Der Schwerpunkt seines Studiums beinhaltete die Festkörperphysik. Danach arbeitete er als Systemadministrator bei der Prager Computergesellschaft (PVT). Noch während dieser Zeit nahm er ein Studium der Spielfilmregie an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste (Famu) auf. 2001 erwarb er den Master-Abschluss.[1]

Anfangs drehte Janák überwiegend Werbespots, von denen etliche ausgezeichnet wurden, so beispielsweise der für TV Nova entstandene Trailer für die Indiana-Jones-Reihe, in dem der berühmte Archäologe in der Prager Metro unterwegs ist. Der Werbefilm für Independence Day mit einer fliegenden Untertasse über dem Wenzelsplatz wurde mit dem Silbernen Promax Preis bedacht. Besondere Beachtung fand auch der Spot für die Titanic, der zeigt, wie Brücken zerstört werden, die über die Moldau führen. Dafür gab es die Auszeichnung für den besten Film-Promo-Spot in Europa.[1]

Der erste Film, den Janák fertigstellte, war 2002 die Kinderkomödie Vetrelci v Coloradu (Aliens in Colorado). Der Film wurde beim Internationalen Kinderfilmfestival Chemnitz mit drei Preisen ausgezeichnet. Der Durchbruch gelang ihm 2004 mit dem Film Snowboardáci. Die Teenie-Komödie wurde in der Kategorie „Meistgesehener Film des Jahres“ mit dem Tschechischen Löwen ausgezeichnet. Besonders das junge Publikum war sehr angetan von diesem Film über die Abenteuer von zwei Teenagern in den Bergen. Rafťáci (2006) ist eine weitere Teenagerkomödie von Janák, in dem wiederum, wie schon in seinem Film zuvor, Jiří Mádl und Vojtěch Kotek die Hauptrollen innehatten. Diesmal ging es nicht um Snowboards, sondern um Schlauchboote. Ein weiterer Film mit diesem Duo folgte im November desselben Jahres unter dem Titel Ro(c)k podvraťáků, eine schwarze Komödie, in der eine Gruppe junger Rockmusiker beschließt, einen Drogenboss auszurauben, um Geld für geplante Auftritte zusammenzubekommen. Ein weiterer wichtiger Film in Janáks Karriere entstand 2009 mit dem Titel Die kleinen Ritter, Originaltitel At ziji rytiri!, der zeigt, wie ein Burgherr seine Festung an seinen Sohn weitergibt, ohne zu ahnen, dass der Herrscher der benachbarten Burg, die Festung an sich reißen will. Die Märchenkomödie Die zwölf Monate, Originaltitel Dvanáct mesicku, die von einem Roman von Božena Němcová inspiriert und dem Märchen Aschenputtel nachempfunden ist, vollendete Janák 2012; eine weitere Komödie mit dem Titel 10 pravidel jak sbalit holku drehte Janák zwei Jahre später. Darin geht es um den jungen Astrophysikstudenten Marek, der in seiner eigenen Welt lebt, dessen Leidenschaft allerdings nicht nur den Sternen gilt. Es folgten weitere fürs Fernsehen gedrehte Filme.

Nachdem Janák 2019 wiederum einen Märchenfilm Die Prinzessin und das halbe Königreich gedreht hatte, veröffentlichte er 2020 erneut einen Märchenfilm, nämlich Als ein Stern vom Himmel fiel; darin geht es um einen Lehrer, der sich in eine Prinzessin verliebt hat und um Sterne, die auf die Erde kommen und auch ihm helfen. Ein weiterer Märchenfilm unter dem deutschen Titel Wie man keine Prinzessin heiratet schloss sich 2021 an. Darin geht es um eine Prinzessin und einen Prinzen, die von Geburt an füreinander bestimmt sind. Beide wollen das jedoch nicht akzeptieren. In dem 2023 veröffentlichten Fernsehfilm Der Petrusschlüssel geht es um den Schlüssel von Petrus, der von Emilia und dem Tollpatsch Tobias gestohlen wurde. Wenn sie den Schlüssel nicht binnen einer bestimmten Frist zurückbringen, müssen sie für immer in der Hölle schmoren.

In einem Interview in der tschechischen Cinema im Februar 2005 erzählte Janák, dass er alte tschechische Filme liebe und insbesondere alte Komödien. Sein größtes Vorbild sei Oldřich Lipský. Dessen Filme Adele hat noch nicht genachtmahlt oder Das Geheimnis der Burg in den Karpaten seien für ihn perfekte Filme, er bewundere, wie Lipský es geschafft habe, sie zu machen und frage sich, wie sie so schön sein könnten.[1]

Janák ist seit August 2017 mit der Schauspielerin Romana Goscíková verheiratet. Das Paar hat ein Kind.[1]

Filmografie (Auswahl)

– wenn nicht anders angegeben, Regisseur –

  • 1995: Katerina sama doma (Kurzfilm; auch Autor)
  • 1996: Sad (Kurzfilm; auch Autor)
  • 2000: Stopar
  • 2000: Cizinci v case
  • 2002: Aliens in Colorado (Vetrelci v Colorado, auch Autor)
  • 2004: Snowboardáci (auch Autor)
  • 2005: Redakce (Fernsehserie, Folge S2/E8 Nebezpecné ulice; nur Schauspieler)
  • 2006: Raftáci (auch Drehbuch, Autor)
  • 2006: Ro(c)k podvraťáků (auch Autor)
  • 2006: Die Christkindfalle (Past na Jeziska; Fernseh-Kurzfilm; auch Autor)
  • 2007: Horákovi (Fernsehserie S2/E4 Zachránemi; nur Schauspieler)
  • 2007: O pernikové chaloupce (Fernsehkurzfilm; auch Autor)
  • 2007: Chytte doktora (nur Schauspieler)
  • 2009: Die kleinen Ritter (At ziji rytiri!, auch Drehbuchautor)
  • 2010: At Ziji rytiri (Fernsehserie, 7 Folgen; auch Drehbuch)
  • 2022: Andel (Fernsehkurzfilm, auch Autor)
  • 2012: Die zwölf Monate (Dvanáct měsíčků; auch Drehbuchautor)
  • 2013: No Show (Fernsehfilm)
  • 2013: Spackovi v siti casu (Fernsehserie S1/E7 Bertik zasahuje; nur Schauspieler)
  • 2014: 10 pravidel jak sbalit holku (auch Autor)
  • 2014: Die Prinzessin und der Schreiber (Režíroval pohádku Princezna a písař)
  • 2014: Mazalové (Fernsehserie S1/E11 Kapela rocku; nur Schauspieler)
  • 2015–2022: Horná Dolná (Fernsehserie)
  • 2015: Der Wunschfisch (Rybicka, Fernsehkurzfilm; auch Autor)
  • 2015: Der Kronprinz (Korunni princ, Fernsehfilm)
  • 2016: Gestrandet (Trosecnik, Fernsehkurzfilm; auch Autor)
  • 2017: Der arme Teufel und das Glück (Nejlepsi pritel, Fernsehfilm)
  • 2018: Duverny nepritel (auch Autor)
  • 2019: LOVEni (auch Autor)
  • 2019: Die Prinzessin und das halbe Königreich (Princezna a pul královstvi, Fernsehfilm)
  • 2020: Als ein Stern vom Himmel fiel (O váncni hvezde; auch Drehbuch)
  • 2021: Wie man keine Prinzessin heiratet (Jak si nevzit princeznu, Fernsehfilm; auch Autor)
  • 2023: Agrometal (Fernsehserie, 4 Folgen)
  • 2023: Der Petrusschlüssel (Klic svatého Petra; Fernsehfilm)
  • 2025: Parták na baterky (Fernsehserie; auch Autor)

Auszeichnungen

  • 2004: Auszeichnung mit dem Tschechischen Löwen für und mit Snowboarder
  • 2006: Hamburg Film Festival: nominiert für den Audience Anward für und mit Raftáci
  • 2006: Pilsen Film Festival: Gewinner des Audience Award in der Kategorie „Bester Film“ für und mit Raftáci
  • International Film Festival for Children and Young Audience Schlingel
    • 2013: Gewinner des European Children’s Award by the Saxon Ministry of Culture in der Kategorie „Bester europäischer Kinderfilm“ für und mit Die zwölf Monate
    • 2016: Gewinner des European Children’s Award by the Saxon Ministry of Culture in der Kategorie „Bester europäischer Kinderfilm“ für und mit „Der Kronprinz“
    • 2024: nominiert für den Top Award der Stadt Chemnitz in der Kategorie „Bester nationaler Spielfilm“ für und mit Der Petrusschlüssel

Einzelnachweise

  1. a b c d e Karel Janák kinobox.cz