Kapuzinerkloster Meran

Das Kapuzinerkloster Meran wurde 1617 geweiht und besteht bis heute. Zur Anlage gehört die St.-Maximilian-Kirche.

Geschichte

Der Bischof von Chur, Johannes Flugi, unterstützte 1610 den Kapuzinerorden bei seinem Vorhaben, zwei weitere Klöster in Tirol zu gründen, eines in Meran und das andere in Mals. Im Landesfürsten von Tirol, Erzherzog Maximilian III., einem Verfechter der Gegenreformation, hatte er einen gewichtigen Unterstützer. Dieser genehmigte den Bau des Klosters am 19. Februar 1613.

Obwohl der Meraner Magistrat gegen ein Kapuzinerkloster war (daß ohnehin viel Arme hier seien, und daß man also die Kapuziner zu deren Vermehrung derselben nicht brauche), wurde er gedrängt, 300 Pfund zum Klosterbau beizusteuern. Diese Kosten wurden durch eine Sondersteuer auf Fleisch eingetrieben.[1] Die Stadt stellte außerdem das Grundstück beim Vinschger Tor zur Verfügung und ließ es mit einer hohen Umfassungsmauer umgeben.

Am 1. Mai 1616 wurde der Grundstein gelegt und schon am 19. Oktober 1617 weihte Bischof Johannes Flugi die Kirche dem hl. Maximilian, dem Namenspatron Maximilians III. Im Jahr darauf war auch das Konventgebäude fertiggestellt und konnte bezogen werden. Die Baukosten wurden von Maximilian selbst und durch Spenden aus der Bevölkerung gedeckt. 1618 ordnete Maximilian an, dass das Land Tirol den jährlichen Bedarf des Klosters an Wachs, Öl und Fastenspeisen zu übernehmen hatte.

Die anfangs kleine Klosteranlage wurde zischen 1715 und 1717 deutlich vergrößert und mit einem Kreuzgang versehen. Die drohende Aufhebung des Klosters unter Kaiser Joseph II. konnte verhindert werden, aber während der bayerischen Besatzung Tirols wurde das Kloster 1808 aufgelöst. Die Mönche kehrten jedoch nach einigen Monaten wieder zurück.

Die Meraner Kapuziner widmeten sich der Versorgung der Armen, betreuten das Klarissenkloster und halfen in verschiedenen Pfarren aus. Heute sind sie hauptsächlich in der Krankenhausseelsorge tätig, die Kapuzinerstiftung Liebeswerk unterhält ein Wohnheim für Jugendliche und betreibt ein Biorestaurant.

Anlage

Das Kloster ist ein schlichter Bau, der nördlich und westlich an die Kirche anschließt. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Garten mit alten Weinstöcken und mehreren kleinen Bauten. An der Klostermauer steht die manieristische Eremitage, die ursprünglich wie in Imst mit bunten Steinen, Schnecken und Muscheln verkleidet war, aber nur teilweise erhalten ist. Die ganze Anlage ist von einer einheitlichen Umfassungsmauer umgeben.

Literatur

  • Kapuzinerprovinz Brixen (Hg.): 400 Jahre Kapuziner in Meran - 400 anni Cappucini a Merano. Brixen 2017.
  • Franz Caramelle, Richard Frischauf: Die Stifte und Klöster Tirols. Tyrolia / Athesia, Innsbruck / Bozen 1985, ISBN 3-7022-1549-2, S. 148–149.
  • Agapit Hohenegger: Das Kapuziner=Kloster zu Meran. Innsbruck 1898. (online)
  • Cölestin Stampfer: Geschichte von Meran. Innsbruck 1889.
Commons: Kapuzinerkloster Meran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stampfer S. 114

Koordinaten: 46° 40′ 24,9″ N, 11° 9′ 33,5″ O