Kapelle St. Josef auf dem Finkenhagen
Die Kapelle St. Josef auf dem Finkenhagen in Olpe ist ein in den 1980er Jahren erbauter kleiner Sakralbau. Die Fassade besteht weitgehend aus künstlerisch gestalteten Glasflächen. Der Bau steht seit 2018 unter Denkmalschutz. Er war im Februar 2018 Denkmal des Monats des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Die Kapelle ist Teil eines Gebäudekomplexes, der als Familienferienstätte des Kolpingwerkes entstanden ist. Dort befindet sich seit 2015 eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete des Landes Nordrhein-Westfalen.
Baugeschichte
Der Bau wurde von dem Glaskünstler Jochem Poensgen künstlerisch gestaltet. Die Realisierung vom Entwurf bis zur Fertigstellung dauerte von 1980 bis 1986. Der flachgedeckte Bau besteht aus einer Konstruktion aus Stahl und Stahlbeton. Der Innenraum ist fast völlig von raumhohen Kunstglasflächen umgeben. In der Begründung für die Auswahl zum Denkmal des Monats heißt es: "Dieser fast vollständig aus Glaselementen bestehende Kapellenbau wurde in erster Linie als Innenraum konzipiert, der durch die diaphanen farbigen Wände eine transzendente, also über sich selbst hinausweisende Raumwirkung entfaltet. Wie alle Kirchen dieser Art besitzt der Kapellenraum zudem eine durchdachte Außenwirkung, da er in der Dämmerung wie ein farbiges Reliquiar leuchtet."[1]
Die Wandflächen bestehen aus einer Mischung aus durchscheinenden und lichtundurchlässigen Bereichen. Diese Art der Gestaltung hat Poensgen seit den 1960er Jahren ständig weiter entwickelt. Dabei nahm der Anteil der Glasflächen stetig zu. Der Bau gehört zu den wenigen sakralen Bauten nach 1945, die fast vollkommen von einem Kunstwerk umgeben sind.[2]
Nach der Aufgabe der ursprünglichen Nutzung durch das Kolpingwerk diente der Gesamtkomplex ab 2015 als Flüchtlingsunterkunft. Durch eine Ordnungsverfügung hat die zuständige Bezirksregierung Arnsberg den Komplex für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung in Anspruch genommen.[3] Die geänderte Nutzung hatte erheblichen Einfluss auf die Diskussion um den Denkmalschutz der Kapelle im Jahr 2017. Die Unterschutzstellung wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe vorgeschlagen. In der Kommunalpolitik war dies nach der Nutzungsänderung und Profanierung der Kapelle umstritten. Nur eine knappe Mehrheit stimmte für den Denkmalschutz, auch weil bei einer Weigerung ein Ministerentscheid für den Denkmalschutz zu erwarten gewesen wäre.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Pressemitteilung des LWL 20. Februar 2018
- ↑ Pressemitteilung des LWL 20. Februar 2018
- ↑ Haus als Notunterkunft In: TAZ 17. Februar 2015
- ↑ Heftige Debatte im Bauausschuss Olpe wegen Josefskapelle In: Westfalenpost 19. Oktober 2017
Weblinks
Koordinaten: 51° 1′ 49,4″ N, 7° 50′ 12,7″ O