Kapelle Ahnsbeck
Die ev.-luth. Kapelle Ahnsbeck, Kapellenstraße 9, in der niedersächsischen Gemeinde Ahnsbeck im Landkreis Celle wurde im 18. Jahrhundert gebaut. Die Kapelle gehört zur Kirchengemeinde Beedenbostel im Kirchenkreis Celle, der ein Teil des Sprengels Lüneburg der Landeskirche Hannover ist.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Ahnsbeck).
Geschichte und Beschreibung
Das Dorf am Südrand der Lüneburger Heide wurde um 1240 erstmals erwähnt. Die erste Kapelle auf einer leichten Erhebung im Zentrum wurde um 1250 als Hauskapelle der auf dem herzoglichen Meierhof (Sattelhof) in Ahnsbeck ansässigen Familie von Heimburg errichtet. Erstmals schriftlich belegt ist eine Kapelle 1534 im Lüneburger Pfründenregister als Capelle tho Adenßbeke.
Diese eingeschossige, einschiffige Saalkirche auf einem Feldsteinfundament, in Fachwerk mit Ausfachungen in Backstein, ziegelgedecktem Walmdach und mit einem polygonalen Chorschluss wurde 1711 (Inschrift) gebaut. Das Langhaus hat ein nördliches, rundbogiges, hölzernes Hauptportal und Rechteckfenster.
Im Inneren befindet sich eine flache Bohlen-Balkendecke von 1750 (Inschrift) mit akanthusähnlicher Deckenmalerei, eine Empore sowie ein Altar aus Lindenholz von um 1460/1500, im Schrein ein Schnitzrelief der Beweinung Christi, flankiert von Figuren der Apostel Petrus und Paulus (frühes 16. Jh.). Auf den Altarflügeln sind noch Reste von Malereien der Heiligen Anna, Barbara und Antonius (um 1500).
Westlich steht auf quadratischem Grundriss der freistehende Glockenturm in senkrecht verbohltem Fachwerkgerüst mit Andreaskreuzen sowie mit nördlicher Uhr, rechteckigen Schallöffnungen und hohlpfannengedecktem Pyramidendach. Der Turm ist seit 1949 durch einem Brückenbau mit dem Kirchenschiff verbunden. Die Glocke stammt von 1439 (LG in f’’, Bronze).[1][2]
Als Orgel wurde 1901 ein Harmonium angeschafft. 1963 erfolgte der Neubau eines Brüstungspositivs durch Paul Ott aus Göttingen (5½ I/P, mechanische Traktur, Schleifladen).
Der Friedhof am östlichen Ortsrand (Osterkamp) von 1852 wurde für die Dörfer Ahnsbeck und Helmerkamp genutzt. Vorher fanden die Beisetzungen in Beedenbostel statt.
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… Die Kapelle ist originär in ihrem barocken Zustand erhalten geblieben.“
Literatur
- G. Weiß, K. Eichwalder, G. Dehio, und E. Gall: Bremen, Niedersachsen, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dt. Kunstverl., München 1992.
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Kirchengemeinelexikon: Ahnsbeck.
Koordinaten: 52° 36′ 33,5″ N, 10° 17′ 20,8″ O