Kanzelfels (Pirmasens)

Kanzelfelsen
Lage Pirmasens
Kennung ND-7317-176
Geographische Lage 49° 11′ N, 7° 39′ O
Meereshöhe 380 m
Besonderheiten * Name kam aufgrund optischer Ähnlichkeit zu einer Predigt-Kanzel zustande
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Der Kanzelfels – alternativ Kanzelfelsen oder Kanzel genannt – ist ein etwa acht Meter hoher Pilzfelsen im deutschen Teil des Wasgaus, dem südlichen Pfälzerwald in Rheinland-Pfalz.[1] Er liegt auf der Gemarkung der kreisfreien Stadt Pirmasens unweit des Ortsteils Ruhbank und ist unter der Nummer ND-7317-176 als Naturdenkmal ausgewiesen.[2][3]

Geographie

Die Felsformation steht auf 380 m ü. NHN[4], wenige hundert Meter östlich des Pirmasenser Ortsteils Ruhbank, am Ostende des Sengelsberges. Die östliche Verlängerung der Kanzelstraße am Ortsrand führt auf den langsam abfallenden Höhenrücken zur namensgebenden Felsformation. Etwas weiter östlich, auf Lemberger Gemarkung, liegt das Waldhaus Starkenbrunnen des Pfälzerwald-Vereines, von dem aus der Kanzelfels zu Fuß ebenfalls aus kurzer Distanz zu erreichen ist.

Geologie

Der Kanzelfels ist ein sogenannter freistehender Turm, der zur Oberen Felszone gehört, die wiederum Teil des Oberen Buntsandstein ist.[5][6] Seinen Namen verdankt er seiner Form, bei der ein schlanker Fuß ein ausladendes Oberteil trägt, ähnlich wie bei einer Predigt-Kanzel, die in einer Kathedrale an einer Säule vorspringt.[7] Obwohl er deutlich kleiner ist, erscheint die Statik dieses Felsens ebenso spektakulär wie die des Hinterweidenthaler Teufelstischs.

Vor rund 200 Millionen Jahren war die Region eine Wüste. Der Kanzelfels entstand dabei durch Erosion, die weichere Schichten im vorliegenden Buntsandsteinfels schneller abtrug.[8] Darüberliegende härtere Schichten bleiben bestehen. Hierdurch entstehen Überhänge. Feine senkrechte Risse im Fels werden durch Einwirkung von Vegetation und Frost geweitet, bis Überhänge herabbrechen und steile Wände entstehen.

Je nach den Gegebenheiten können dabei freistehende Türme und teilweise Pilzfelsen entstehen, was vergleichsweise typisch für den nördlichen Wasgau ist. Jedoch sind lediglich wenige dieser Formationen derart ausgeprägt. Zumeist weichen die Felswände in erdgeschichtlichen Zeiträumen einfach zurück, indem zunehmend neue Überhänge entstehen und wieder abbrechen. Die Spuren solcher Abbrüche sind an den umliegenden Felswänden und als metergroße Felsbrocken im Wald erkennbar.

Tourismus

Entlang des Kanzelfelsen führen der Prädikatswanderweg Pirmasenser Felsenwald, die Südroute der Pfälzer Jakobswege sowie ein Wanderweg, der mit einem grünen Kreuz markiert ist und der von Freinsheim bis zum Erlenkopf verläuft.[9][10][11][12]

Commons: Kanzelfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kanzelfels bei Pirmasens. In: wegeundpunkte.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  2. Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz: Die Naturdenkmale in Rheinland-Pfalz; abgerufen am 13. Mai 2024
  3. Rechtsverordnung über Naturdenkmäler der Stadt Pirmasens vom 15. Dezember 1987, zuletzt geändert am 29. März 2009
  4. LANIS: Topographische Karte. Abgerufen am 9. August 2020.
  5. Michael Geiger: Der Pfälzerwald. Wanderungen in die Erd- und Landschgaftsgeschichte. Verlag Pfälzische Landeskunde, Landau in der Pfalz 2022, ISBN 978-3-9812974-6-1, S. 209.
  6. Wolfgang Kurz: Geographie und Geologie im Gräfensteiner Land. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 59.
  7. Kanzelfelsen. In: pfalz.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  8. Felsen 53: Kanzelfels - Der Champignon unter den Felsenwundern der Südpfalz. In: wanderportal-pfalz.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  9. felsenwald. In: piramsens.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  10. Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  11. Felsenwald. In: summitrockerz.de/. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  12. Wandererlebnis. (PDF) In: pirmasens-land.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.