Kanpū Ōmata

Kanpū Ōmata (japanisch 大亦 観風 Ōmata Kanpū; * 1894 in Wakayama, Präfektur Wakayama, Japan; † 22. Oktober 1947) war ein japanischer Maler und Waka-Dichter.[1]

Leben

Kanpū Ōmata wurde 1894 in Wakayama geboren. In seiner Heimatstadt erlernte er zunächst die westlich orientierte Ölmalerei. 1913 zog er nach Tokio, um an der Taiheiyōgakai Kenkyūjo sowie an der Abteilung für Malerei der Nihon Bijutsu-in (Japan Fine Arts Academy) zu studieren. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1918 zog er in die Stadt Meguro, um mit seiner jüngeren Schwester zusammenzuleben. In den frühen Jahren der Shōwa-Zeit wandte er sich der japanischen Malerei zu. Er studierte bei dem Maler Terasaki Kōgyō. Nach dessen Tod setzte er seine Ausbildung beim japanischen Nihonga-Maler Komuro Suiun fort. Neben seiner Tätigkeit als Maler war Kanpū Ōmata auch als Waka-Dichter aktiv. Im Jahr 1927 trat er der Dichtervereinigung Aogaki bei und lieferte über Jahre hinweg Illustrationen für deren Zeitschrift. Kanpū Ōmata verstarb 1947 im Alter von 53 Jahren an Magenkrebs.[2]

Werk

Kanpū Ōmata begann seine künstlerische Laufbahn mit westlich inspirierten Ölmalereien, wandte sich im Laufe der Zeit jedoch der traditionellen japanischen Malerei (Nihonga) zu. Unter dem Einfluss von Terasaki Kogyo und Komuro Suiun entwickelte er einen Stil, der Elemente der südlichen Malschulen (Nanga/Südmalerei) mit einer zurückhaltenden, eigenständigen Farb- und Linienführung verband. Besondere Bedeutung erlangte sein Zyklus Manyōshū ga sen (万葉集画撰), mit dem er im Jahr 1940 seine langjährige Auseinandersetzung mit dem klassischen japanischen Gedichtwerk Man’yōshū visualisierte.[3] Diese Werke zählen heute zu seinen wichtigsten Arbeiten. 1943 wurde Manyōshū ga sen in Buchform veröffentlicht. Kanpū Ōmata stellte selten in offiziellen Regierungs- oder Institutsausstellungen (wie Bunten oder Teiten) aus. Stattdessen setzte er auf Einzelausstellungen und persönliche Präsentationen. Nach seinem Tod geriet sein Werk für längere Zeit in Vergessenheit, da viele seiner Werke im Zweiten Weltkrieg oder in der Nachkriegszeit verloren gingen. In jüngerer Zeit organisierten Museen und Institutionen wieder Ausstellungen, um sein Œuvre zu rekonstruieren und neu zu würdigen.[2]

Literatur

  • Kanpū Ōmata: Manyo-shū ga sen, Nara Shimbunsha, Nara, 2000.
  • Nara Prefecture Complex of Manyo Culture: Retrospective Ōmata Kanpū 1894–1947; Special Exhibition Commemorating the Third Anniversary of Nara Prefecture Complex of Manyo Culture, Nara, 2004.
Commons: Kanpū Ōmata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Painting by Ōmata Kanpū, Waka Poem From Man'yōshū Vol. 20, Military Rehabilitation Institute | ToMuCo - Tokyo Museum Collection. Abgerufen am 29. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b Retrospective Ōmata Kanpū 1894–1947. In: Nara Prefecture Complex of Manyo Culture (Hrsg.): Special Exhibition Commemorating the Third Anniversary of Nara Prefecture Complex of Manyo Culture. Nara 2004.
  3. Kanpū Ōmata:: Manyo-shū ga sen. Hrsg.: Nara Shimbunsha. Nara 2000.