Kangpar Gewog

རྐང་པར་
Kangpara Gewog
Basisdaten
Staat Bhutan
Distrikt Trashigang
ISO 3166-2 BT-41
Koordinaten: 27° 10′ N, 91° 45′ O

Kangpar Gewog (Dzongkha: རྐང་པར་, rkang par) ist ein Gewog (Block) im Dzongkhag Trashigang in Bhutan.[1][2] Zusammen mit Thrimshing Gewog bildet Kangpar den Dunkhag (Sub-Distrikt) Thrimshing. Kangpar zählt zu den abgelegensten Gewogs im Distrikt Trashigang. Der Gewog umfasst 341,9 km² und grenzt an die Gewogs Thrimshing, Khaling (W), Shongphu (N), Shingkhar Lauri und Merak, sowie Gomdar, Martshala und Lauri Gewog im Dzongkhag Samdrup Jongkhar (S). Kangpar ist bekannt für die Klöster Lamai Goenpa und Sikhar Goenpa und die Verehrung der Gottheiten Ama Jomo und Meme Dangling.

Name

Das Wort “Kangpara” bedeutet „Fußabdruck“. In einer Einsiedelei befinden sich Fußabdrücke Buddhas. Laut mündlicher Überlieferung sollen diese von dem Lama Drupthob Dong-nga Rinchen in Stein gemeißelt worden sein. Er besuchte Bodhgaya und brachte auf seiner Rückkehr Abdrücke von Buddhas Fußabdrücken mit. Anhand dieser Abdrücke meißelte er die Fußabdrücke in einen Stein in der Einsiedelei. Sie gelten zusammen mit Drupthobs Gehstock als eine der heiligsten Reliquien des Lhakhangs.

Demographie

Das Gewog hatte 2016 3.824 Einwohnern und etwa 347 Haushalte. Zum Gewog gehören rund 17 Dörfer, darunter die größeren wie Pasaphu, Paydung, Madewa, Kangpara, Kheri, Kheshing, Wangthang, Lamyong, Rebaling, Gorapey, Brumshari, Churphu, Neiling, Bedingphu, Sarong, Merda, Gorenchenma, Zordung und Threlphu. Diese sind eingeteilt in die Chiwogs (Wahlkreise) Kangpar Lamyong (རྐང་པར་_ལམ་ཡོངས་), Passaphoog Peydoong (སྤས་ས་ཕུག་_དཔེ་རྡུང་), Zordoong (ཟོར་གདུང་), Threlphoog (ཐྲལ་ཕུག་), Bedengphoog Merdag (སྦེ་སྡེང་ཐུག་_མེར་བདག་).[3]

Verwaltung

Die Büros des Gup und des Verwaltungsbeamten befinden sich in Woongthung, in der Nähe der Kangpara Lower Secondary School. Neben dem Gup und dem Verwaltungsbeamten verfügt der Gewog, über einen Mangi und Tshogpas, die sich um die Belange der Bevölkerung kümmern und aktiv am demokratischen Prozess teilnehmen.

Veränderungen

Seit ca. 2010 erhielten alle Dörfer des Gewog elektrischen Strom und Mobilfunknetze. Mittlerweile gibt es vier Schulen: Kangpara Lower Secondary School, Pasaphu Primary School, Threlphu Community School und Zordung Community School. Es wurden Straßen und Solarzäune gebaut.[4]

Kultur

Die Menschen in Kangpara sind, neben den Bewohnern von Kheng bekanntfür die Herstellung so genannter „Bangchung“ aus „Ringshu“-Stroh (Neomicrocalamus andropogonifolius – Bambus). Das Material wird aus Remung im Orong Gewog oder aus Jongkhar herangeschafft. Ansonsten leben die Menschen hauptsächlich von Subsistenzwirtschaft und bauen Chillies, Reis und Mais an. Als Transportmittel dienen hauptsächlich Ponies. im Norden des Gewog gibt es auch noch einige nomadische Viehhirten.

Lamai Goenpa

Das Kloster Lamai Goenpa stammt wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert und soll auf den tibetischen Prinzen Lhasay Tsangma zurückgehen. Die Einsiedelei befand sich zwischen zwei Felsen – nicht am heutigen Standort – und bot einen spektakulären Blick auf die drei Dörfer Zordung, Kangpara und Bedingphu. Das heutige Kloster, eigentlich Lhundrup SamtenCholing genannt, aber im Volksmund immer noch als „Lamai Goenpa“ bekannt, liegt etwa 100 Meter vom alten Standort entfernt, jenseits eines Felsvorsprungs der Tshephu-Klippe. Es befindet sich am Chenla-Pass, der als heiligster und wichtigster Pilgerort der Region gilt. Erbaut wurde es 1930 von Lopoen Melam Rabzang, der ursprünglich aus Tangsibi in Trongsa stammte. Einer Quelle zufolge war er ein Schüler von Togden Shakya Shri (einem bedeutenden Vertreter der Drugpa-Kagyü-Schule, bekannt für seine Meisterschaft im Dzogchen) und war dazu bestimmt, die Naro Choedruk (Sechs Yogas des Naropa) zu erlernen. Die Finanzierung des Klosterbaus stammte von keinem Geringeren als dem populärsten Dzongpen (Gouverneur) von Trashigang, Sey Dopola, der einer Quelle zufolge der Urgroßvater väterlicherseits von Königin Ashi Jetsun Pema Wangchuck ist. Nach dem Tod von Lama Melam Rabzang im Jahr 1945 soll es dem Kloster trotz der Ernennung mehrerer Lamas an einer starken Führung gemangelt haben. 1986 übernahm jedoch Seine Exzellenz Gyeltshen Trulku die Leitung und renovierte das Kloster. Heute beherbergt die Einsiedelei etwa 40 Mönche/Schüler, einen Lama und einige Lehrer.

Lamai Goenpa beherbergt eine seltene Statue von Tshepamay im Herzen des Berges Tshephu. Die Königinmutter Ashi Dorji Wangmo Wangchuck, besuchte die Goenpa im Jahr 2000.[5]

Das Ritual von Ama Jomo in Kangpara

Die Gottheit Ama Jomo gilt als Manifestation von Palden Lhamo (Jomo Ramati). Große Meister wie Chabje Dudjom Rinpoche und Tsuglak Lopen Karma Rangdol haben Gebete für sie verfasst. Im Trashigang Dratsang wird ein Gebet rezitier, dessen Verfasser jedoch unbekannt ist. Das Ritual Ama Jomo Puja in Kangpara ist ein jährliches Ereignis. Es wird in Jomo Doghsa, gegenüber dem Jomo Kukhar, vollzogen und umfasst spezifische Zeremonienabläufe unter der Leitung eines Phrami, eines lebenslang ernannten Anführers.

Während des Rituals werden dem Altar von Ama Jomo unter anderem Reiskekse und Sing Chang als Opfergaben dargebracht. Symbolische Handlungen wie das Anbringen farbiger Fäden an Fahnenmasten und das Rezitieren von Gebeten unterstreichen die Verehrung und spirituelle Bedeutung, die Ama Jomo zugeschrieben wird. Anschließend finden Feierlichkeiten statt, bei denen die Gemeinde bis zum Morgengrauen gemeinsam feiert.

Dieses Ritual dient nicht nur spirituellen Zwecken, sondern stärkt auch die sozialen Bindungen innerhalb von Kangpara und unterstreicht die Kontinuität des kulturellen Erbes über Generationen hinweg.[6]

Persönlichkeiten

  • Choki Wangmo, Abgeordnete (seit 2008)
  • Sonam King, Galing, Mitglied des Nationalrats (seit 2011)

Einzelnachweise

  1. Chiwogs in Trashigang. (PDF) Election Commission, Government of Bhutan, 2011, archiviert vom Original am 2. Oktober 2011; abgerufen am 28. Juli 2011 (englisch).
  2. gnhc.gov.bt. Royal Government of Bhutan, abgerufen am 12. Dezember 2010 (englisch).
  3. GeoNames: Kangpar. Abgerufen am 19. November 2025.
  4. Solar fencing proves effective in Kangpara. In: Kuensel Online. Bhutan’s Daily Newspaper. Abgerufen am 18. Juli 2024 (englisch).
  5. Training for Community Forest Executive Members. Royal Society for Protection of Nature (Bhutan), 2010, abgerufen am 12. Februar 2011 (englisch).
  6. Sonam Wangdi Wangdi, Peljor Galay, Yezer Yezer, Tashi Jamtsho, Dorji Phuntsho, Lobzang Dorji, Sangay Zangmo: A Study on Lha Gsol of Ama Jomo of Kangpara in Trashigang. In: Sherub Doenme: The Research Journal of Sherubtse College. vol. 13, is. 1 2020. ISSN 2308-5452