Kamaru Usman
| Kamaru Usman | |
|---|---|
| Kamaru Usman (2018) | |
| Daten | |
| Kampfname | The Nigerian Nightmare |
| Größe | 1,82 m |
| Gewicht | Weltergewicht |
| Nationalität | Nigeria |
| Geburtsdatum | 11. Mai 1987 |
| Geburtsort | Auchi |
| Team | Kill Cliff FC in Deerfield Beach |
| Kampfstil | Ringen |
| MMA-Statistik | |
| Siege | 21 |
| K. o. | 9 |
| Aufgabe | 1 |
| Punkte | 11 |
| Niederlagen | 4 |
| K. o. | 1 |
| Aufgabe | 1 |
| Punkte | 2 |
Kamaru Usman (* 11. Mai 1987 in Auchi, Bundesstaat Edo, Nigeria) ist ein nigerianischer MMA-Kämpfer, der seit 2015 bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) unter Vertrag steht. Er war von März 2019 bis August 2022 Titelträger der Organisation im Weltergewicht und damit erster UFC-Champion des afrikanischen Kontinents.[1]
Herkunft, Familie und Ringerkarriere
Usman wurde in Auchi geboren und wuchs in Benin City auf, wo seine Mutter Portia als Lehrerin und Ladenbesitzerin tätig war. Sein Vater Muhammed, ein ehemaliger Offizier der Nigerianischen Streitkräfte, begab sich 1989 in die Vereinigten Staaten, wo er ein Aufbaustudium an der University of Texas in Arlington absolvierte und dann als Apotheker arbeitete. 1995 zog die Familie, mit Kamaru und seinen beiden Brüdern Kashetu und Mohammed, in die Gegend um Dallas, wo rund zwei Jahre später seine Schwester Ashlynn geboren wurde. Seine Mutter absolvierte in den USA eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Krankenschwester. Im Jahr 2010 verurteilte das US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Texas Usmans Vater im Zuge der „Operation Easy Rider“, einer FBI-Aktion gegen medizinische Versorgungsdienste in ganz Texas, zu 15 Jahren Freiheitsstrafe. Die Bundesstaatsanwaltschaft hatte Muhammeds Unternehmen unter anderem betrügerische Abrechnungen gegenüber Medicare, Medicaid und dem Krankenversicherungsprogramm für Bundesbedienstete vorgeworfen. Muhammed hatte seine Unschuld beteuert und angegeben, dass seine Angestellten ohne sein Wissen unethische Abrechnungspraktiken angewendet hätten. Er wurde erst im Februar 2020 nach knapp zehn Jahren Haft aus einem texanischen Gefängnis entlassen.[2][3]
Während seiner Zeit an der Bowie High School in Arlington begann er mit dem Ringen und erzielte eine Bilanz von 53 Siegen und 3 Niederlagen (53-3), wobei er einen ersten Platz bei den Distrikt- und einen dritten Platz bei den Texanischen Meisterschaften erreichen konnte. Später besuchte er die William Penn University in Oskaloosa (Iowa), wo er sich durch seine Ringerleistungen für die Meisterschaft der NAIA qualifizierte, wo das Team seiner Mannschaft jedoch aufgrund von Wetterproblemen an der Anreise verhindert wurde. Danach wechselte er an die University of Nebraska in Kearney, deren Ringermannschaft im Verband der NCAA antrat. In der Saison 2007/08 erreichte er in der Gewichtsklasse bis 79 kg den dritten Platz beim nationalen NCAA-Turnier (Division II) und seine erste von insgesamt drei Wahlen zum All-American. In der Folgesaison unterlag er erst im Finale der Klasse bis 79 kg knapp mit 2:3 und wurde Vizemeister der NCAA (Division II). In der Saison 2009/10 trat er erneut in der 79-kg-Klasse der Division II an, wurde noch vor Saisonbeginn in das All-Star-Team der Rocky Mountain Athletic Conference (RMAC) gewählt und führte auch in den Trainerumfragen. Nach dem Gewinn der RMAC und mit einer Bilanz von 40-1 zog er in das NCAA-Turnier ein, das er schließlich auch gewinnen konnte. Nach dieser Saison wechselte Usman zum Freistilringen, mit dem Ziel, sich für das Olympiateam 2012 zu qualifizieren. Er erreichte einen 8. Platz bei der FISU-Weltmeisterschaft 2010, verpasste jedoch verletzungsbedingt die Qualifikation für die Olympischen Ausscheidungskämpfe 2012.[4]
MMA-Karriere
Nachdem Usman unter anderem mit den UFC-Kämpfern Jon Jones und Rashad Evans in Kontakt gekommen war, entschied er sich, selbst im MMA anzutreten.[5] Er gewann sein Debüt am 30. November 2012 in Kearney (Nebraska) bei der US-Promotion Resurrection Fighting Alliance (RFA)[6] und bestritt bis Dezember 2013 jeweils einen weiteren Kampf bei den Organisationen Championship Fighting Alliance (CFA)[7] und Victory Fighting Championship (VFC), wobei er eine Bilanz von 2-1 erreichte.[8] 2014 gewann er drei Kämpfe bei Legacy Fighting Championship (LFC) jeweils vorzeitig durch TKO und stellte damit auch seine Fähigkeiten als Standkämpfer unter Beweis.[9][10][11]
2015 war Usman Teilnehmer der von der UFC veranstalteten Reality-TV-Serie The Ultimate Fighter 21 (TUF), in welcher mit Blackzilians und American Top Team (ATT) erstmalig die Kämpfer zweier Trainingseinrichtungen aus Südflorida gegeneinander antraten. Usman, der für Blackzilians antrat, gewann seine beiden Kämpfe gegen Michael Graves[12] und Steve Carl[13], zudem wurde er von seinem Team für den Finalkampf gegen Hayder Hassan ausgewählt. Dieses Duell, gleichzeitig das UFC-Debüt beider Kämpfer, gewann Usman am 12. Juli 2015 in Las Vegas per Würgegriff (Arm-Triangle Choke) in der zweiten Runde. Der Sieg brachte Usman nicht nur die Ultimate Fighter Trophy und ein Motorrad der Marke Harley-Davidson, sondern sicherte seiner Trainingsstätte auch eine 300.000 US-Dollar Siegprämie.[14]
Usman blieb auch in seinen folgenden 14 Kämpfen in der UFC ungeschlagen und erzielte damit die bis dato drittlängste Siegesserie in der Geschichte der UFC hinter Anderson Silva und Islam Machatschew (Stand: Dezember 2025).[15] Er siegte dabei unter anderem gegen die späteren UFC-Champions Leon Edwards,[16] Sean Strickland[17] und Rafael dos Anjos.[18] Als Nummer 2 der Herausforderer konnte er am 2. März 2019 in Las Vegas bei UFC 235 gegen den Titelträger Tyron Woodley antreten und siegte einstimmig nach Punkten.[19] Im Anschluss gelangen ihm Titelverteidigungen gegen Colby Covington (2×),[20][21] Jorge Masvidal (2×)[22][23] sowie Gilbert Burns[24] und wurde 2021 auch auf Platz 1 Pound for pound und damit als bester Kämpfer der UFC, unabhängig der Gewichtsklassen, geführt.[25]
Am 20. August 2022 verlor er in Salt Lake City seinen Titel durch eine KO-Niederlage aufgrund eines Headkicks in der fünften Runde im Rahmen eines Rückkampfes an Leon Edwards[26] und verlor auch ein weiteres Aufeinandertreffen mit Edwards am 18. März 2023 in London nach Punkten.[27] Am 21. Oktober 2023 verlor er zudem in Abu Dhabi einen Mittelgewichtskampf gegen Chamsat Tschimajew nach Punkten.[28]
Am 14. Juni 2025 siegte er dann wieder im Weltergewicht gegen Joaquin Buckley.[29]
Weblinks
- Kamaru Usman, Sherdog
- Kamaru Usman, UFC
Einzelnachweise
- ↑ UFC 235: Kamaru Usman becomes first African champion
- ↑ Kamaru Usman: Who is UFC's 'Nigerian Nightmare'?
- ↑ The reign of Kamaru Usman
- ↑ A Deep Dive on the Wrestling Career of Kamaru Usman
- ↑ Kamaru Usman baffled by the UFC welterweight division, says “they’re smart enough to know they have no chance”
- ↑ Usman defeats Glover
- ↑ Caceres defeats Usman
- ↑ Usman defeats Abdullah
- ↑ Usman defeats Rodriguez
- ↑ Usman defeats Lovato
- ↑ Usman defeats Hicks
- ↑ The Ultimate Fighter 21 Results: Episode No. 1 – Kamaru Usman Grinds Out Decision Against Michael Graves
- ↑ The Ultimate Fighter 21 Results: Episode No. 9 – Kamaru Usman Grinds Out Steve Carl
- ↑ UFC full fight video: Kamaru Usman submits Hayder Hassan to win TUF 21
- ↑ Usman joint-second on UFC legendary streaks list
- ↑ UFC on FOX 17 results: Kamaru Usman grinds out Leon Edwards
- ↑ Jury, Usman, Burgos impress in prelim action
- ↑ Twitter reacts to Kamaru Usman's dominant win over Rafael dos Anjos at TUF 28 Finale
- ↑ UFC 235 results: Kamaru Usman dominates Tyron Woodley, wins welterweight title
- ↑ UFC 245 results: Kamaru Usman finishes bloody Colby Covington late in fifth round
- ↑ Nummer 1 der UFC nach Sieg vor Rekord
- ↑ Usman retains title over Masvidal as UFC rises before dawn on 'Fight Island'
- ↑ MMA Fighting’s 2021 Knockout of the Year: Kamaru Usman vs. Jorge Masvidal
- ↑ UFC 258: Kamaru Usman lässt Gilbert Burns keine Chance
- ↑ Kamaru Usman moves to No. 1 in UFC pound-for-pound rankings after Jon Jones' recent arrest
- ↑ [1]
- ↑ UFC 286: Leon Edwards defends UFC welterweight title
- ↑ Kamaru Usman would’ve liked ‘extra two rounds’ against Khamzat Chimaev
- ↑ Kamaru Usman mauls Joaquin Buckley on the ground to win UFC Atlanta main event, declares the ‘boogeyman’ is back