Kalau vom Hofe

Kalau vom Hofe ist der Name einer Familie, die mit Fabian Kalau vom Hofe (1610–1678) am 7. Mai 1663[1] in den preußischen Adelsstand erhoben wurde[2][3] und wohl ursprünglich aus Calau in der Lausitz stammte. Die Namensführung wechselte später teilweise zu Kalau von dem Hofe, Kalau von Hofen oder von Hoven.

Geschichte

Der Jurist Fabian Kalau (in Urkunden latinisierend oft Calovius genannt) wurde 1610 in Mohrungen in Ostpreußen geboren, als Sohn des kurfürstlich brandenburgischen Amtsschreibers Peter Kalau († 1631) und dessen Frau Catharina († 1629), Tochter des Mohrunger Bürgermeisters Daniel Gregor Spieß und dessen Frau Magdalena, geb. von Randau. Sein jüngerer Bruder war der lutherische Theologe Abraham Calov, Professor in Wittenberg. Als Geheimer Sekretär und Rat des Großen Kurfürsten installierte Fabian Kalau die brandenburgische Landesherrschaft im Herzogtum Preußen, dem ehemaligen Deutschordensstaat, und führte die hohenzollerische Administration des Herzogtums im Königsberger Schloss. 1663 wurde er mit dem Namenszusatz „vom Hofe“ in den Adelsstand erhoben. Er erwarb die Güter Prasnicken und Fünflinden und wurde dadurch selbst Mitglied der adligen Ritterschaft des Landes, die er dazu veranlasste, dem neuen Lehns- und Landesherrn den Huldigungseid zu leisten. Mit seiner Frau Elisabeth Melich (1609–1680), der Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns und Konsuls in Warschau, hatte er zehn Kinder, darunter acht Söhne.[4]

Sein zweiter Sohn Fabian (1635–1700) besaß die Güter Praßnicken, Mednicken, Sudau, Arnau und Fuchshöfen, während der Älteste, Abraham (1633–1678), die Mohrunger Altstadtapotheke führte, wie schon dessen nach Dänemark ausgewanderter Onkel Daniel Kalau. Weitere Söhne betätigten sich in Verwaltungsämtern.

Mit Mittel-Röhrsdorf im Landkreis Fraustadt lag der namhafteste Grundbesitz der Familie im Raum Posen-Westpreußen.[5] Diese Familienlinie begann mit Hermann von Hoven (1818–1886), verheiratet mit Pauline Quoos (1825–1881), und nahm 1888 die Namensführung Kalau vom Hofe wieder an. Gutserbe wurde im Minorat der Offizier Fritz Kalau vom Hofe (1854–1917).[6] Der ebenso aus Mittel-Röhrsdorf stammende kgl. preuß. Hauptmann Konrad Kalau vom Hofe (1880–1917) war Ritter des Ordens Pour le mérite.[7] Erdmann Kalau vom Hofe-Mittel-Röhrsdorf (1878–1941) wurde Polizei-Oberst und Major a. D. Später wurde mit Schwierse im Landkreis Oels noch ein kleiner Besitz in Schlesien hinzu erworben.

Aus den anderen Familienzweigen gingen mit Ludwig Kalau vom Hofe (1785–1849) ein Superintendent, mit Benno Kalau vom Hofe (1884–1951) und Ottomar Kalau vom Hofe (1824–1883) Juristen und mit Friedrich Kalau vom Hofe (1858–1945) ein Oberst hervor. Franz Kalau vom Hofe (1855–1934) war kais. dt. Vizekonsul für Paris und Triest. Waldemar Kalau vom Hofe war Oberregierungsrat[8] und trat 1938 als NSDAP-Mitglied aus dem Johanniterorden wieder aus.[9]

Bekannte Familienmitglieder (Auswahl)

Literatur

Commons: Kalau vom Hofe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 7. Mai 1663, in: Lor. M. Rheude: Archiv für Wappenkunde. Monatsschrift. Jg. 6, Hrsg. Roland, Verein zur Förderung der Stammkunde, Gebr. Vogt, Papiermühle S. A. 1906, S. 155.
  2. Glückliche Ehe-Verbindung/ Deß ... Herrn Fabian Kalau vom Hofe/ Sr. Churfl. Durchl. zu Brandenburg ... geheimen Secretarii, Mit der ... Jungf. Anna Regina/ Seel. Hn. Ahasveri von Schmitnern/ Med. D. Eheleiblichen/ Und des ... Churfl. ... Hoff- und Gerichts-Rahts/ auch des Samländischen Consistorii Officialis, Seel. Hn. Georgii Reimanni/ I.U.D. Stieff- und Pflege-Tochter Welche den 10. Febr. Anno 1665. auff dem Kreytzischen Saal hochfeyerlich vollzogen ward ... . In: Johann Roeling 1665.
  3. Lezter Ehren-Dienst, welchen ... Fabian Kalau vom Hofe ..., als derselbe ... den 24sten Junii ... diese Welt gesegnet hatte und den 12. Julii darauff ... beygesezzet ward, zu wolverdientem Nachruhm ... .
  4. Fabian Kalau vom Hofe, gw.geneanet.org
  5. Oskar Köhler, Kurt Schleising: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch für Provinz Grenzmark, Posen-Westpreußen sowie Freistaat Danzig und Ostpr. Reg.- Bezirk Marienwerder. In: Niekammer`Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band II. 3. Auflage. Kreis Marienwerder. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 20 f.
  6. Johann Georg Hermann Friedrich (Fritz) Kalau vom Hofe. Geb. 24. Mai zu Mittel-Roehrsdorf, in: H. K. Eggers: Offizier-Stammrollen des Königlich Preußischen 1. Hanseat. Infanterie-Regiments No. 75. 1866–1897. J. Berens, Bremen 1897, S. 46.
  7. Ernst Schäffer: Pour le mérite. Stürmer in grau und blau, Band 2, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1932, S. 129 ff.
  8. Kalau-Hofe, Waldemar vom, geb. 8.7.1885. In: Deutsche Digitale Bibliothek.
  9. Graf von Baudissin: Johanniter-Ordensblatt 1939. Hrsg.: Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Johanniterorden. 145. Nachweisung. Eigenverlag, Berlin 15. Februar 1939, S. 4.