Kajetan von Reisach

Kajetan Maria Ignaz Judas Thaddäus von Reisach CR (* 6. August 1735 in Sandelzhausen; † 18. Juni 1805) war ein bayrischer römisch-katholischer Geistlicher und Titularbischof.

Leben

Im Jahr 1752 legte Reisach die Profess bei den Regularklerikern (Theatiner) ab. Die Priesterweihe empfing er am 11. Juni 1758.[1]

Papst Pius VI. berief ihn am 11. April 1791 zum Titularbischof von Dibona. Die Bischofsweihe spendete ihm am 15. Mai 1791 Giulio Cesare Zoglio, Apostolischer Nuntius in München. Der bayerische Kurfürst Karl Theodor berief Reisach 1793 nach dem Tod von Joseph Ferdinand Guidobald von Spaur zu seinem Hofbischof.[2]

Mit seinem Tod am 18. Juni 1805 endete die Linie der Hofbischöfe im alten wittelsbachischen Hofstaat.[2]

Wirken

Reisach trat in München in Erscheinung als Vertreter eines moderat-aufklärerischen Klerus innerhalb des Theatinerordens, der im Kurfürstentum seit langem in Hofnähe wirkte. Seine bekannteste Aktivität war die anonyme Publikation einer politischen Denkschrift gegen die Wunderheilungs- und Exorzismuspraktiken des Kapuziners Johann Joseph Gaßner. Zeitgenössische Zuschreibungen nennen Reisach als Autor; ein Namentitel auf dem Druck selbst fehlt.[3]

Veröffentlichungen

  • Politische Frage, ob ein weislich regierender Landesfürst über die Gaßnerischen Kuren den Nachteil seinen Unterthanen, noch länger gleichgültig seyn kann? o. O., 1774 (anonym)

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Kajetan Maria (Ignaz Judas Thaddäus) Reisach, C.R. auf catholic-hierarchy.org; abgerufen am 28. November 2025. (englisch)
  2. a b Karl Otmar von Aretin: Das Alte Reich (1648–1806). Band 3. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-91398-X, S. 1281.
  3. Thomas Freller: Im Schatten der Aufklärung. Der Sulzbacher Arzt, Naturforscher und Rosenkreuzer Bernhard Joseph Schleiß von Löwenfeld und der Exorzist Johann Joseph Gaßner. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 164, 2024, S. 221.