Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkaserne
Die Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkaserne befand sich im 14. Wiener Gemeindebezirk in der Hütteldorfer Straße 188. Danach war das Geriatriezentrum Baumgarten (heute Pflege Baumgarten) darin beheimatet, das eines der Gebäude auch noch nutzt. Heute befindet sich die Bezirksvorstehung für den 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing im ehemaligen Kommandogebäude.[1]
Die erhaltenen Teile der Anlage stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag). Darüber hinaus sind sie Teil der unter dem Namen Ober- Unterbaumgarten von der Stadt Wien definierten bauliche Schutzzone.[2]
Geschichte
Nutzung als Landwehrkommando
Die Kaiser-Franz-Josef-Landwehrkaserne 1901 wurde nach Plänen des Wiener Stadtbauamtes unter Beteiligung des Architekten Johann Nepomuk Scheiringer auf dem Grundstück des ältesten Teils des Baumgartner Friedhofes erbaut, der hier von 1786 bis 1896 bestand.
Bis 1918 beherbergte es unter anderem das Landwehr-Ergänzungsbezirkskommando Nr. 1 und den Stab des k.k. Landwehr Infanterie Regiments „Wien“ Nr. 1.
Nutzungen als Kranken- und Pflegeanstalt
In der Zwischenkriegszeit wurde der Komplex von der Stadt Wien selbst zwischen 1919 und 1923 als Malaria-Spital genutzt.
Die einzelnen Gebäude wurden – einem Spital mit Pavillonsystem entsprechend – nunmehr als Pavillon Nr. 1 bis 6 bezeichnet, Nr. 1 war das ehemalige Kommandogebäude.
Unter dem Stadtrat für das Sozial- und Gesundheitswesen Doktor Julius Tandler folgte 1922 die Umwandlung in das Versorgungsheim Baumgarten für 1.100 Personen.
Während des Zweiten Weltkrieges war hier ein dem damaligen Rainerspital angeschlossenes Lazarett untergebracht.
Nach dem Kriegsende nutzte ursprünglich die Rote Armee und danach die französische Besatzungsmacht den Gebäudekomplex.
Schon 1946 wurde die Anlage dank des Einsatzes des früheren Leiters wieder als Altersheim verwendet. 1959 wurden die Pavillons durchgreifend für die Krankenhausnutzung adaptiert, drei Pavillons aufgestockt und baulich vereinfacht. Von diesen drei Pavillons ist einer (Nr. 5) noch erhalten.
2016 erfolgte ein Neubau des Geriatriezentrums (nunmehr Pflege Baumgarten), der sich im hinteren Teil des Geländes befindet. Dafür wurden auch zwei Pavillons abgerissen. Die verbliebenen Gebäude werden nun unterschiedlich genutzt, das ehemalige Kommandogebäude (Pavillon Nr. 1) von der Bezirksvorstehung Penzing. Ein Teil (Pavillon Nr. 4) wird immer noch vom Pflegeheim genutzt.
Gebäude
Die einzelnen Teile sind in romanisierenden Formen gehalten und waren ursprünglich um einen begrünten Rechteckhof gruppiert. Nur bei Pavillon 1 und 4 ist noch die ursprüngliche Geschoßhöhe vorhanden, die beiden anderen erhaltenen Pavillons wurden nach 1959 aufgestockt. Die Bauten sind durch Risalite, Giebeln und Attiken abwechslungsreich gestaltet, als Dekorelemente dienen Rundbogenfriese, Fensterrosen und Keramikrosetten in den Parapetfeldern.[3] Bei Pavillon Nr. 5 wurde beim Umbau nach 1959 die Fassade vereinfacht.
Einzelnachweise
- ↑ Penzing - Bezirksvorstehung feierlich eröffnet. In: Stadt Wien. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. April 2016; abgerufen am 26. Februar 2024.
- ↑ Karte der Schutzzone
- ↑ Dehio Wien Vororte 1996, S. 286
Literatur
- Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 1: A–Da. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4.
Weblinks
Koordinaten: 48° 11′ 50,2″ N, 16° 17′ 10,1″ O