KZ-Außenlager Zschopau
Das KZ-Außenlager Zschopau war ein Außenlager des KZ Flossenbürg in Zschopau und bestand vom 21. November 1944 bis zum 13. April 1945. Die inhaftierten Frauen aus dem von den Nationalsozialisten besetzten Europa mussten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion von DKW, einem Teil der Auto Union AG, verrichten.
Geschichte
Im Lager waren etwa 500 jüdische Frauen aus dem KZ Auschwitz inhaftiert, davon etwa 300 aus Ungarn, 137 aus Polen, 22 aus Frankreich, elf aus der Slowakei sowie je acht aus Italien und Griechenland; die anderen kamen aus weiteren fünf europäischen Ländern. In Zwangsarbeit mussten sie Teile für den Flugzeug- und Fahrzeugbau für DKW herstellen. Die Gefangenen wurden zunächst in der Zschopauer Bürgerschule untergebracht, anschließend im unmöblierten ersten Stock eines Fabrikgebäudes des DKW-Werkes. Dokumentiert sind fünf Todesfälle und eine Geburt im Lager.[1]
Die Wachmannschaft bestand aus dem Kommandoführer Happel, 12 SS-Wachen und 21 Aufseherinnen.
Am 13. April 1945 wurden die Frauen vor der vorrückenden Roten Armee aus den beiden Außenlagern Wilischthal und Zschopau in Viehwaggons ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dabei konnten die Zwangsarbeiterinnen Odette Spingarn und Cecilie Weinryb fliehen und wurden unter Lebensgefahr bis Kriegsende von den Zschopauer Einwohnerinnen, Elli Fullmann und Anni Schneider, versteckt. Anfang Mai wurden die Frauen in Theresienstadt durch sowjetische Truppen befreit.
Zum 60. Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai 2005 wurde ein Gedenkstein für die Opfer der Außenlager Zschopau und Wilischthal auf dem Zschopauer Friedhof eingeweiht, auf dem sich die Namen der im Lager verstorbenen Frauen befinden.[1]
Literatur
- Pascal Cziborra: KZ Zschopau : Sprung in die Freiheit. 2. Auflage. Lorbeer-Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-938969-43-4.
Einzelnachweise
- ↑ a b Zschopau | KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Abgerufen am 11. Januar 2026.
Koordinaten: 50° 45′ 0″ N, 13° 4′ 0,1″ O