KFBE 31–35
| KFBE 31-35 | |
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historische Aufnahme KFBE 35
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| Nummerierung: | KFBE 31–35 |
| Anzahl: | 5 |
| Hersteller: | Humboldt, Köln Fabriknummern 1805–1807, 1837, 1838 |
| Baujahr(e): | 1925–1928 |
| Ausmusterung: | bis 1966 |
| Bauart: | E n2t/nach Umbau E h2t |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 12.400 mm |
| Fester Radstand: | 2850 mm |
| Gesamtradstand: | 5700 mm |
| Dienstmasse: | 80 t |
| Reibungsmasse: | 80 t |
| Radsatzfahrmasse: | 16 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 40 km/h |
| Treibraddurchmesser: | 1200 mm |
| Steuerungsart: | Heusinger |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 600 mm |
| Kolbenhub: | 600 mm |
| Rostfläche: | 2,97 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 190,7 m²* |
| Bremse: | Druckluftbremse Bauart Knorr Handbremse |
| Besonderheiten: | * Ausführung als Naßdampfloks |
Die Tenderlokomotiven 31–35 wurden von der Maschinenbauanstalt Humboldt für die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn (KFBE) gebaut. Sie wurden von 1925 bis 1928 in Dienst gestellt und waren zur Entstehungszeit die größten Lokomotiven der Gesellschaft. Sie führten mit den KFBE 36 und 37 den schweren Kohleverkehr von den Übergabestellen im Rheinischen Braunkohlerevier zum Hafen durch und wurden bis 1966 ausgemustert und verschrottet.
Geschichte
Für den schweren Kohleverkehr bestellte die KFBE anlässlich der Eröffnung des Rheinhafens in Köln-Niehl neue und schwere Lokomotiven, die dem gestiegenen Verkehrsaufkommen gerecht werden konnten. Die Lokomotiven wurden bei der Maschinenbauanstalt Humboldt bestellt, die ihrerseits für die Konstruktion ihrer ersten fünfachsigen Tenderlokomotiven auf die Erfahrungen der Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern zurückgriff. 1925 wurde die erste Maschine auf der Deutschen Verkehrsausstellung München ausgestellt.
Technisch waren die Lokomotiven konventionell gestaltet. Die 1925 gebauten ersten drei Maschinen wurden als Naßdampflokomotiven ausgeführt. Die 1928 gebauten zwei Exemplare wurden mit einem Überhitzer ab Werk ausgestattet, mit dem auch die ersten drei gebauten Maschinen nachgerüstet wurden.[1.1] Äußerlich präsentierten sich die Lokomotiven mit unheitlichen Kesselaufbauten.
Eingesetzt wurden sie gemeinsam mit den zwei später gelieferten KFBE 36 und 37 im schweren Kohleverkehr vom Kohleveredlungsbetrieb Frechen zum Hafen Köln-Niehl bzw. den Übergabebahnhöfen Köln-Ehrenfeld oder Köln-Nippes. Die Lokomotiven haben sich in ihrem Aufgabengebiet sehr gut bewährt und gehörten zu den letzten Dampflokomotiven bei der KFBE. Der Lok KFBE 34 oblag es auch, den Dampflok-Abschied bei der Gesellschaft durchzuführen.[1.2] Ersetzt wurden sie durch Diesellokomotiven, unter anderen der Type KHD DG 1600 CCM. Die Lokomotiven, die in der Werkstätte in Frechen gewartet wurden, sind zwischen 1961 und 1966 ausgemustert und verschrottet worden.
Technik
Die Lokomotiven sind den Maschinen der Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern ähnlich. Das betrifft zum einen die ursprüngliche Wahl der Sandkästen in quadratischer, fast preußischer Ausführung, auch das Triebwerk ist mit seinen Stangen in Flachstahlausführung eine Analogie der Hohenzollern.
Die erste und fünfte Achse sind seitenverschiebbar im Blechrahmen gelagert, dies vermittelt den Loks eine geführte Länge von 2850 mm und somit genügend Beweglichkeit für das Durchfahren engerer Kurvenradien. Die Zylinder waren horizontal gelagert.
Zur Kesselspeisung dienten zwei Strahlpumpen. Die seitlichen Wasserkästen hatten keine Ausschnitte für die Steuerungswartung. Die Kesselaufbauten waren sehr uneinheitlich, die ersten drei Lokomotiven besaßen zwei quadratische Sandkästen, dazu die KFBE 33 noch einen zusätzlichen Speisedom.[1.3] Die Lokomotiven KFBE 34 und 35 besaßen nur noch einen runden Sandbehälter und dazu einen Speisedom. Einheitlich führten je Lokseite vier Sandfallrohre herab.
Bei allen Lokomotiven saß auf dem Kesselscheitel das Sicherheitsventil. Das Dampfläutewerk und eine Dampfpfeife waren hinter dem Schornstein untergebracht.
Der Turbogenerator hatte seinen Platz links neben den Schornstein auf der Rauchkammer. Die Lokomotiven waren mit Druckluftbremse und Wurfhebelbremse ausgerüstet. Die Doppelverbundluftpumpe dafür hatte ihren Platz auf dem rechten Umlaufblech hinter den Zylindern.
Literatur
- Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter: Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4. Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, S. 209–216.
Weblinks
- Auflistung der Lokomotiven der KFBE mit Erwähnung der KFBE 31–35
- Foto der Lok KFBE 32 auf eisenbahnstiftung.de
- Foto der Lok KFBE 35 auf eisenbahnstiftung.de
- Farbfotografie der Lok KFBE 35 auf eisenbahnstiftung.de