Kłączno
| Kłączno | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytów | |
| Gmina: | Studzienice | |
| Geographische Lage: | 54° 4′ N, 17° 32′ O | |
| Einwohner: | ||
Kłączno (deutsch Klonschen, früher Klonczen, ab 29. Dezember 1937 Ulrichsdorf (Pom.); kaschubisch Kłãczëno) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Studzienice im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa zwölf Kilometer südsüdöstlich der Stadt Bytów, sechs Kilometer südlich des Kirchdorfs Ugoszcz und 3,5 Kilometer südwestlich des Dorfs Studzienice.
Östlich grenzt das Dorf an den sich von Südwesten nach Nordosten 5,5 Kilometer weit erstreckenden Ulrichsdorfer See, dessen nordöstlicher Teil auch als Stüdnitzer See bezeichnet wird.
Geschichte
Ulrichsdorf, das früher Klonczen oder Klonschen hieß, am Ulrichsdorfer See gelegen, der früher Klonschener See genannt wurde, war von alters her von Kaschuben bewohnt. In einer dem Deutschen Orden am 9. Oktober 1313 ausgestellten Urkunde, in der Markgraf Waldemar von Brandenburg die Grenzen des von ihm dem Orden verkauften Teils von Pommern festlegte, wird derselbe See als Lacum Studenitzno (d. h. Stüdnitzer See) bezeichnet.[1] Bei dem in derselben Urkunde erwähnten Ort villa Goliczeuo handelt es sich möglicherweise um Ulrichsdorf. Laut Visitations-Rezess von 1437 lieferte Klonczen A, B, C dem Deutschen Orden sieben Pockoff Honig.[2] Aus dem Jahr 1628 ist die Ortsbezeichnung Klontschen überliefert.[3]
Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 hatte Alt Klontzen einen Freischulzen-Hof und sechs Bauernhöfe. Infolge des Kriegs lagen fünf Bauernhöfe wüst, und ein Bauer hatte nur noch zwei Pferde und eine Kuh.[4] Laut Vasallen-Tabelle besaßen um 1756 Michel von Skorka, Matthias von Skorka und Christoph von Skorka Anteile von Klonczen.[5] Um 1782 hatte Klonzen oder Klontschen einen aus drei Vorwerken bestehenden adligen Anteil sowie einen königlichen Anteil mit einen Freischulzen-Hof und vier Bauernhöfen von Freileuten; die Besitzer der drei Vorwerke waren Michael von Sikorski, Matthias von Mezyck-Sikorski (auch Kloschinski genannt) und Christoph von Sikorski.[6][7][8] Durch einen Kaufvertrag vom 15. August 1801 erwarb Anton von Tempski Klonczen A von Michael von Sikorski für 2000 Florin.[2] Laut Vasallentabelle von 1804 saßen der 77-jährige Michael von Sikorski auf Klonczen A, der 73-jährige Mathias von Sikorski auf Klonczen B und der 63-jährige Christoph von Sikorski auf Klonczen C.[9] Auf Klonczen A saß 1836 Anton von Tempski,[10] dessen Familie hier auch noch 1855 begütert war.[11]
Am 13. Dezember 1873 verlor Adlig Klonczen die Eigenschaft als Gutsbezirk.[12]
Am 31. August 1904 wurde die Landgemeinde Klonczen in Klonschen umbenannt.[12]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1293,1 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Kathkow 60 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 40 Pferde, 129 Stück Rindvieh, 60 Schafe und 251 Stück Borstenvieh hielten.[13]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Klonschen eine Flächengröße von 12,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 44 bewohnte Wohnhäuser an fünf verschiedenen Wohnplätzen:[14]
- Forsthaus Schütte
- Hopfenkrug
- Klonschen
- Ossowo
- Seemali
Am 29. Dezember 1937 wurde die Landgemeinde Klonschen in Ulrichsdorf (Pom.) umbenannt.[12]
Bis 1945 bildete Ulrichsdorf eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Ulrichsdorf war dem Amtsbezirk Stüdnitz zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Stüdnitz.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Ulrichsdorf zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration bis auf die kaschubischen und polnischen Bevölkerungsanteile aus Ulrichsdorf vertrieben. Der Ortsname Ulrichsdorf wurde zu „Kłączno“ polonisiert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Ortschaft mit dem königlichen Anteil Klonzen oder Klontschen, bestehend aus einem Freischulzen-Hof, vier Höfen von Freileuten und sechs Feuerstellen (Haushaltungen), und dem adeligen Gut Klonzen oder Klontschen mit drei Vorwerken und sechs Feuerstellen[6] |
| 1818 | 75 | Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Bernsdorf gehörig[15] |
| 1825 | 88 | Dorf, mit den Vorwerken Hopfenkrug und Seemaly[16] |
| 1846 | 251 | Dorf, davon 181 in Königlich Klonczen und 70 in Adelig Klonczen[17] |
| 1852 | 319 | Dorf[18] |
| 1855 | 310 | am Jahresende, davon 98 (17 Evangelische, 81 Katholiken) in Adelig Klonczen und 212 (zehn Evangelische, 202 Katholiken) in Königlich Klonczen[19] |
| 1864 | 374 | am 3. Dezember, davon 249 in Gemeindebezirk Königlich Klonczen und 125 im Gutsbezirk Adelig Klonczen[20] |
| 1867 | 382 | am 3. Dezember, davon 252 in der Landgemeinde Königlich Klonczen und 130 im Gutsbezirk Adelig Klonczen[21] |
| 1871 | 346 | am 1. Dezember, davon 258 (28 Evangelische, 230 Katholiken) in der Landgemeinde Königlich Klonczen und 88 (19 Evangelische, 69 Katholiken) im Gutsbezirk Adelig Klonczen[21] |
| 1885 | 332 | am 1. Dezember, Landgemeinde Klonczen, davon 37 Evangelische, und 295 Katholiken[22] |
| 1895 | 391 | am 2. Dezember, Landgemeinde Klonczen, davon 36 Evangelische und 355 Katholiken[23] |
| 1905 | 365 | davon 42 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 323 Katholiken (elf mit deutscher, zwei mit polnischer und 310 mit kaschubischer Muttersprache)[24] |
| 1910 | 374 | am 1. Dezember[25] |
| 1925 | 332 | Landgemeinde, in 73 Haushaltungen, darunter 103 Evangelische und 226 Katholiken[14] |
| 1933 | 256 | [26] |
| 1939 | 277 | [26] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
DIn Klonschen bildeten Katholiken die Bevölkerungsmehrheit. Das katholische Kirchspiel war in Bernsdorf.
Die evangelische Christen waren nach Sommin eingepfarrt.
Polnisches Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung eines Teils der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft sowie die hier lebenden altangestammten kaschubischen Familien sind mit seltenen Ausnahmen katholisch und gehören heute der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Söhne und Töchter des Orts
- Anton von Sikorski, Hauptmann a. D., † 1856 in Bütow[27]
Literatur
- Klonschen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klonschen und des Klonschener Sees (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (12) (Google Books), und S. 1087, Ziffer (8) (Google Books).
- Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 107–108 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Stüdnitz (Territorial.de)
- Die Gemeinde Klonschen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Ulrichsdorf (bis 1929 Klonschen) (buetow-pommern.info)
Fußnoten
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Band 1: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 6–8 (Google Books).
- ↑ a b Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 107–108 (Google Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259 (Google Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 30, Nr. 25 (Google Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 395, Ziffer 189–191 (Google Books).
- ↑ a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (12) (Google Books), und S. 1087, Ziffer (8) (Google Books).
- ↑ Leopold von Ledebur: Adelslexikon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 447 (Google Books).
- ↑ Leopold von Ledebur: Adelslexikon der Preußischen Monarchie, Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 344 (Google Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 495, Ziffer 135–137 (Google Books).
- ↑ Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preußisches Adelslexicon, Band 2: E–H, Leipzig 1836, S. 62 (Google Books)
- ↑ Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 9, Leipzig 1870, S. 158 (Google Books).
- ↑ a b c Amtsbezirk Stüdnitz (Territorial.de)
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 25 (Google Books).
- ↑ a b Die Gemeinde Klonschen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: Gr–Ko, Halle 1821, S. 354, Ziffer 2985 (Google Books).
- ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 10 (Google Books).
- ↑ Bütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 21–22 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF)
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 297 (Google Books).
- ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 4–5 (Google Books)
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 25–26 (Google Books).
- ↑ a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 14 (Google Books), und S. 176–177, Ziffer 51 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 24 (Google Books).
- ↑ Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 198–199, Ziffer 43 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 24 (pbc.gda.pl).
- ↑ Klonschen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klonschen (meyersgaz.org).
- ↑ a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Band 1: Die Geschichte, Königsberg 1858, Anhang S. 104, Ziffer 44 (Google Books).