Küngolt von Breitenlandenberg

Küngolt von Breitenlandenberg war zur Zeit der Reformation in Zürich Priorin des Dominikanerinnenklosters Oetenbach in Zürich. Dieses wurde von Frauen mit vornehmer Herkunft bewohnt, Adligen und Töchtern aus angesehenen Stadtzürcher Rats- und Zunftgeschlechtern.

Küngolts Familie war ein einflussreiches Adelsgeschlecht. Sie war die Tochter von Frischhans von Breitenlandenberg und Margarete von Büsingen. Zu ihrer Familie zählte der Kloster St. Gallen, der Bischof von Konstanz und ein Zürcher Bürgermeister. Küngolts Geburts- und Sterbedatum sind nicht bekannt. Zu Beginn der Reformation war sie schon seit dreissig Jahre lang Nonne.

Leben

Nachdem bereits Huldrych Zwingli selbst 1522 zu den Oetenbacher Schwestern gepredigt hatte, kam es 1523 zu tumultartigen Szenen in Oetenbach. In der Klosterkirche standen sich Leo Jud, der Mitstreiter Zwinglis, und der Dominikaner Hans Walder gegenüber, um je eine Predigt zu halten. Die Situation eskalierte: Der Vater eines Mönchs wollte bewaffnet auf Leo Jud losgehen und auch einige der Oetenbacher Schwestern machten aus ihrer Haltung keinen Hehl. Eine meinte, der Teufel selbst habe Leo Jud zu ihnen geführt, eine andere sagte sogar: «sie schisse im in sin Evangelium, das er prediget.» Oetenbach war konfessionell gespalten; während die Reformen voranschritten und einige der Schwestern den neuen Ideen zustimmten, wie beispielsweise Anna Adlischwyler, die Heinrich Bullinger heiratete, sorgten andere dafür, dass im Kloster heimlich von den Dominikanern Messen gelesen wurden.

Die letzte Priorin Küngolt von Breitenlandenberg verliess Ende 1524 das Kloster, also genau zu der Zeit, als Katharina von Zimmern die Abtei Fraumünster dem Rat übergab. Damit war klar, dass die Aufhebung der Klöster unvermeidlich war. Die Priorin hatte sich für deren Erhalt eingesetzt und die Dominikaner unterstützt und zog nun einen Austritt dem langsamen Zerfall des Klosterlebens vor. Ihre Austrittsquittung siegelte Niklaus von Meggen, ein Luzerner Ratsherr und überzeugter Anhänger des alten Glaubens.

Nach dem Austritt aus dem Kloster verliert sich Küngolt von Breitenlandenbergs Spur.

Literatur

  • Verena Bodmer-Gessner: Die Zürcherinnen, Kleine Kulturgeschichte der Zürcher Frauen. Zürich 1961. Berichthaus Zürich, 1961. [vergriffen]
  • Ernst Diener: Das Haus Landenberg im Mittelalter. Dissertation, Zürich 1898; F. Schulthess, Zürich, 1898
  • Andrea Spörri-Altherr: Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2025. Edition Gilde Gutenberg 2024, ISSN 1663-5264