Köttmannsdorfer Bach

Köttmannsdorfer Bach
Kehrbach, Steinerbach[1]

Stau des Baches bei der Thalhof Mühle

Daten
Lage Kärnten
Flusssystem Donau
Abfluss über Sattnitz → Glan → Gurk → Drau → Donau → Schwarzes Meer
Quelle östlich Mostitz
46° 34′ 4″ N, 14° 12′ 7″ O
Quellhöhe 661 m[2]
Mündung in Klagenfurt am Wörthersee in die SattnitzKoordinaten: 46° 36′ 15″ N, 14° 16′ 58″ O
46° 36′ 15″ N, 14° 16′ 58″ O
Mündungshöhe 438 m ü. A.[2]
Höhenunterschied 223 m

Einzugsgebiet 24,1 km²[3]

Ca. 5 Meter hoher Wasserfall des Polsterteichs

Zuleitung zum Wasserkraftwerk am Polsterteich in Viktring

Der Köttmannsdorfer Bach, auch Kerbach/Kehrbach oder Steinerbach genannt, ist ein Fließgewässer in Kärnten, Österreich, das das Gebiet rund um die Gemeinde Köttmannsdorf entwässert. Sein Lauf führt in nordöstlicher Richtung nach Klagenfurt.

Verlauf

Der Bach entspringt in der Ortschaft Mostitz (slowenisch Mostič) an der Südwestseite des Plöschenbergs (Sattnitz) und durchfließt mehrere Fischteiche östlich von Köttmansdorf. Bei der Thalhofmühle an der Bezirksgrenze zu Klagenfurt (konkret dessen Stadtbezirk Viktring) wird der Bach aufgestaut und fließt unter der Mühle hindurch. Anschließend strömt er über einen Graben ins Klagenfurter Becken hinab. In diesem Graben wird er für den Polsterteich nochmals künstlich gestaut. Der Teich taucht bereits in den Karten des 18. und 19. Jahrhunderts auf (Josephinische Landesaufnahme[4], Franziszeische Landesaufnahme[5], Franzisco-Josephinische Landesaufnahme[6]), welche unterhalb des Teiches noch weitere Mühlen und die Besitzernamen „Duller“ bzw. „Dullermühle“ und „Aplen“ verzeichnen. Der heutige Damm entstand infolge der Erstellung eines Gefahrenzonenplans für den Bach im Jahr 2001, die Bauarbeiten fanden 2005 und 2009 statt, sie erhöhten das Rückhaltevermögen beträchtlich.[7] Der Abfluss des Teiches erfolgt zum einen über einen Überlauf, der einen rund fünf Meter hohen Wasserfall bildet, sowie über ein künstliches Gerinne, das zu einem kleinen Kraftwerk führt. Außerdem existieren zwei Überfalltrichter zur Hochwasserentlastung. Bei einem Starkregenereignis (Tief Zacharias) drohte in der Nacht auf den 6. August 2023 der Damm bei der Thalhofmühle zu brechen, auch der Polsterteich war trotz der genannten Schutzmaßnahme überlastet, Keller entlang des Baches standen unter Wasser.[8][9] Unterhalb des Dammes umschließen die Abläufe ein kleineres Feuchtgebiet, das trotz seiner Nutzung weitgehend naturnah erhalten geblieben ist. In seinem weiteren Verlauf ist der Bach größtenteils geradlinig verbaut, er durchfließt Viktring in Richtung Norden und mündet rechtsufrig in die Sattnitz.

Im Herbst 2012 wurden im Zuge von Bauarbeiten im Bach Flaschen mit Reizgas aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, eine folgende Suche brachte 21 Handgranaten, 16 Werfergranaten sowie Gewehrmunition zutage.[10][11]

Literatur

  • Wolfgang Honsig-Erlenburg: Allgemeines, Typologie, Siedlungsgeschichte. In: Naturwissenschaftliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Die Gurk und ihre Seitengewässer = Carinthia II – Sonderhefte. Band 55. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1997, S. 24 (zobodat.at [PDF]).
Commons: Köttmannsdorfer Bach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Neufassung der SATZUNGEN des WASSERVERBANDES GLANFURT. In: klagenfurt.at. Abgerufen am 9. November 2025.
  2. a b ÖK 50
  3. Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete. Draugebiet. In: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Beiträge zur Hydrographie Österreichs. Heft Nr. 59. Wien 2011, S. 91 (bmlrt.gv.at [PDF; 3,6 MB]).
  4. Josephinische Landesaufnahme - Innerösterreich (1784–1785). In: maps.arcanum.com. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  5. Franziszeische Landesaufnahm - Illyrien (1829–1835). In: maps.arcanum.com. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  6. Franzisco-Josephinische Landesaufnahme - Habsburgermonarchie (1869-1887). In: maps.arcanum.com. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  7. Kerbach, Hochwasserschutz Viktring/Klagenfurt. In: donauconsult.at. DonauConsult Ingenieurbüro GmbH, abgerufen am 1. Januar 2026.
  8. Kärntner Krone: Ganze Landstriche und Siedlungen weiter überflutet. In: krone.at. 4. August 2023, abgerufen am 1. Januar 2026.
  9. Situation noch zu gefährlich: Weiter Zivilschutzwarnung, tausende Kunden zeitweise ohne Strom. In: kleinezeitung.at. 6. August 2023, abgerufen am 1. Januar 2026.
  10. Stadt finanziert Suche nach Kriegsrelikten. In: kaernten.orf.at. 30. Oktober 2012, abgerufen am 1. Januar 2026.
  11. Weitere Kriegsrelikte in Viktring gefunden. In: kaernten.orf.at. 7. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2026.