Königliche Repräsentationsgemächer auf dem Wawel

Die Königlichen Repräsentationsgemächer auf dem Wawel (polnisch Reprezentacyjne Komnaty Królewskie na Wawelu) ist eine museale Dauerausstellung, die in den 1930er Jahren auf dem Krakauer Wawelhügel eröffnet wurde. Sie wird von der Kulturinstitution Königsschloss auf dem Wawel – Staatliche Kunstsammlung verwaltet.

Beschreibung

Gezeigt werden die ab 1905 rekonstruierten königlichen Repräsentationsgemächer. Adolf Szyszko-Bohusz gab ihnen die Form, die sie im 16. Jahrhundert hatten und machte spätere Umbauten rückgängig. Ihre derzeitiges Aussehen ist auf die Restaurierung aus dem Jahr 1995 zurückzuführen. Die ersten drei Gemächer sind den königlichen Verwaltern aus der Zeit Sigismund des AltenHans Boner und Severin Boner – gewidmet. Da die Boner aus Landau in der Pfalz stammten, ist die Ausstattung der Gemächer im Stil der deutschen Renaissance gehalten. Die Möbel und Gemälde stammen aus dem deutschsprachigen Raum. Zu den weiteren bedeutenden Sälen zählt der Turniersaal, in dem der Königsrat zusammenkam. Im Abgeordneten Saal traf sich das Unterhaus des polnischen Sejm und im Senatssaal die Senatoren. Diese Gemächer sind besonders ausgeschmückt mit reich verzierten Decken und Wandgemälden, die unter anderem von Hans Dürer angefertigt wurden. Hier befinden sich auch die Wawel-Köpfe und ein Teil der Wawel-Wandteppiche. Ansonsten sind diese Säle im Stil der florentinischen Renaissance zu Zeiten der Königin Bona Sforza gehalten. Die Möbel und Gemälde in diesen Sälen stammen aus dem Italien des 16. Jahrhunderts. Die Säle im Nordflügel wurden nach dem Brand von 1595 im Stil des Frühbarocks von Giovanni Battista Trevano restauriert. Adolf Szyszko-Bohusz behielt hier diesen Stil unverändert. Die barocken Wandteppiche hier stammen aus der Moritzburg und wurden in den 1920er Jahren für das Wawel-Schloss erworben. Daneben befindet sich hier Möbel und Gemälde aus Danzig und den Niederlanden aus dem 17. Jahrhundert, die teilweise auf Peter Paul Rubens zurückgehen. Das bedeutendsten Exponat hier dürfte das Porträt des flämischen Meisters von Prinz Władysław IV. Wasa sein. Bei der Rekonstruktion der Gemächer hat man sich hier an den Sälen in dem Barockschloss Pidhirzi bei Lemberg orientiert.

Literatur

  • Kazimierz Kuczman, Wzgórze Wawelskie – Przewodnik, [Państwowe Zbiory Sztuki na Wawelu, Ministerstwo Kultury i Sztuki, Zarząd Muzeów i Ochrony Zabytków], Kraków 1988
  • Zbiory Zamku Królewskiego na Wawelu wyd. Kraków 1990
Commons: Königliche Repräsentationsgemächer auf dem Wawel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 3′ 16″ N, 19° 56′ 13,8″ O