Königliche Küchen auf dem Wawel

Die Königlichen Küchen auf dem Wawel (polnisch Kuchnie Królewskie na Wawelu) sind ein Gebäude auf dem Krakauer Wawelhügel aus dem 15. Jahrhundert.

Beschreibung

Die Königlichen Küchen wurden in den Jahren 1516 bis 1518 im Zuge der Vorbereitungen für die Hochzeit des polnisch-litauischen Königs Sigismund I. mit der mailändischen Prinzessin Bona Sforza als separates Gebäude aus Brandschutzgesichtspunkten vor dem Krakauer Wawel-Schloss zwischen der Rotunde der Allerheiligsten Jungfrau Maria und dem Senatorenturm errichtet. Auch nach der Vermählung des Königspaares wurde das Gebäude bis zum Berecci-Tor ausgebaut und weiterhin als königliche Küche für das Schloss genutzt. Unter August dem Starken entstanden in der Nähe der Küchen das Königliche Kutschenhaus und die Königlichen Stallungen. 1806 wurden von den Habsburgern die Küchen, das Kutschenhaus und die Rotunde zu einem Gebäude ausgebaut, das seither als Lazarett für die österreichische Armee diente. Es blieb jedoch der Name Königliche Küchen erhalten. Nach 1918 wurde das Gebäude von Adolf Szyszko-Bohusz restauriert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Königlichen Küchen von 1940 bis 1943 zu den Büroräumen für Hans Frank und seine Mitarbeiter umgebaut. Es erhielt eine monumentale Gestaltung im Stil des Nationalsozialismus, der sich an die Architektur der deutschen Neorenaissance anlehnte. Die Bezugnahme auf die Feldherrnhalle in München war offensichtlich. In den Jahren von 2005 bis 2007 wurden die Umbaumaßnahmen von Hans Frank teilweise rückgängig gemacht. Heute befindet sich hier die Ausstellung Der verschollene Wawel, Büroräume der Wawel-Museen und sowie einige Läden.

Literatur

  • Kazimierz Kuczman: Wzgórze Wawelskie, Przewodnik. Wyd. 2. Kraków: 1988.
  • Jacek Purchla: Jak powstał nowoczesny Kraków. Studia nad rozwojem budowlanym miasta w okresie autonomii galicyjskiej. Biblioteka Krakowska nr 120, Wydawnictwo Literackie, Kraków 1979, ISBN 83-08-00148-3
Commons: Königlichen Küchen auf dem Wawel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 3′ 15,2″ N, 19° 56′ 10,3″ O