Königin-Luise-Kirche
| Pfarrkirche Königin Luise | |
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| Adresse | Waidmannslust, Bondickstraße 14 |
| Architekt | Robert Leibnitz |
| Konfession | evangelisch-lutherisch |
| Gemeinde | Waidmannslust |
| Aktuelle Nutzung | Gemeindekirche |
| Gebäude | |
| Baubeginn | 1910 |
| Einweihung | 9. Oktober 1913 |
| Erneuerungen | mehrfach u. a. 1960–1961, 1990er Jahre |
| Stil | Neugotik (Backsteingotik) |
| Maße | Turm: rechteckige Grundfläche 5,80 m × 8,20 m Kirchenschiff: Länge: 25 m, Breite: 15 m[1] |
Die Königin-Luise-Kirche () im Berliner Ortsteil Waidmannslust ist ein neugotisches Gotteshaus, das im Jahr 1913 fertiggestellt wurde. Sie besteht aus weißem Rüdersdorfer Kalkstein und roten Klinkern aus Rathenow und ist als einziges Wahrzeichen des Ortsteils die Gemeindekirche der evangelischen Kirchengemeinde Waidmannslust.[2] Die Kirche auf dem Grundstück Bondickstraße 14 steht zusammen mit der Einfriedung und dem Jubiläumsbrunnen unter Denkmalschutz.
Baugeschichte
Die Planung der Kirche im Stil der norddeutschen Backsteingotik wurde im 100. Todesjahr der Königin Luise von Preußen begonnen, deren Namen sie trägt. Architekt war Robert Leibnitz. Die Herrscherfamilie nahm persönlich Anteil am Bau. Kaiser Wilhelm II. wünschte die Gestaltung des Portalgiebels nach dem Vorbild des Tangermünder Rathauses; Kaiserin Auguste Viktoria übernahm die Schirmherrschaft, ließ sich aber bei der Einweihung am 9. Oktober 1913 entschuldigen und durch Prinz August Wilhelm vertreten.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Kirche schwere Schäden, die nach Kriegsende zunächst nur provisorisch repariert wurden. Erst in den Jahren 1960–1961 erfolgte eine gründliche Renovierung, verbunden mit etlichen Umbauten. Die Arbeiten wurden vom Architekten Walter Krüger geplant und geleitet.
Architektur
Die Königin-Luise-Kirche ist eine Hallenkirche mit eingezogenem Chor in Nordausrichtung. Der nordwestlich angefügte hohe rechteckige Kirchturm hat einen Schaft aus hellem Werkstein- und ein Obergeschoss aus Backstein-Mauerwerk mit Glockenhaus und doppeltem Treppengiebel, der nach dem Giebel (Schildwand) der Usedomer Marienkirche gestaltet ist. Über dem Haupteingang im Süden steht in einer spitzbogigen Nische die Statue der Königin Luise, eine weiße Skulptur im Jugendstil. Ein aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammender Grabstein aus rotem Mainsandstein, den die Bauarbeiter während des Kirchbaus am Bahndamm der Nordbahn gefunden hatten, wurde in die östliche Außenwand eingebaut. Er zeigt Christus, an einem eingeritzten Kreuz hängend, über einem Totenschädel.
Glocken und Orgel
Die erste Orgel lieferte die Orgelbauwerkstatt Paul Voelkner in Bromberg (heute: Bydgoszcz in Polen).
Nach ihrer Fertigstellung verfügte die Kirche 1913 über drei Glocken, die in der Glockengießerei Franz Schilling & Söhne in Apolda gegossen wurden. Zwei Glocken mussten im Ersten Weltkrieg, die dritte im Zweiten Weltkrieg als Metallspende des deutschen Volkes abgeliefert werden, ebenso die 1925 gelieferten Ersatzglocken. Im Jahr 1958 erhielt die Kirche vier neue Glocken aus der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher.
Im Jahr 1966 ließ die Gemeinde die alte Orgel durch einen Neubau der Werkstatt Eberhard Tolle in Preetz in Holstein ersetzen. Das Werk verfügt über 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Eine Überholung erfolgte 2000.[3]
Literatur
- Sibylle Badstübner-Gröger, Michael Bollé (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Berlin. 3. durchgesehene und ergänzte Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2006, ISBN 3-422-03111-1, S. 423.
- Christian Gahlbeck: Königin-Luise-Kirche Berlin-Waidmannslust. (hrsg. von der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Waidmannslust) arte factum Verlag, Karlsruhe 2013, ISBN 978-3-938560-29-7. (Af-Booklet, Nr. 15 – ISSN 1863-7841)
Weblinks
- Königin-Luise-Kirche, Einfriedung und Jubiläumsbrunnen in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin
- Internetpräsenz der Kirchengemeinde
- Beitrag zur Orgel auf orgel-verzeichnis.de, abgerufen am 23. Dezember 2021
Einzelnachweise
- ↑ Die Abmessungen wurden mit dem Tool von Google Earth grob bestimmt.
- ↑ Info zu Waidmannslust bei berlin.de ( des vom 6. Oktober 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Informationen zur Orgel auf Organ index. Abgerufen am 14. September 2023.
Koordinaten: 52° 36′ 14,7″ N, 13° 18′ 48,7″ O