Köchersberg

Köchersberg
Gemeinde Murrhardt
Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 37′ O
Höhe: 454 m ü. NN
Einwohner: 48[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1933
Postleitzahl: 71540
Vorwahl: 07192
Ansicht von Köchersberg aus dem 17. Jahrhundert (Illustration aus Andreas Kiesers Forstlagerbuch von 1686)

Köchersberg ist ein zur Stadt Murrhardt gehörender Weiler[1] im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Der unmittelbar hinter dem Obergermanisch-Rätischen Limes gelegene Ort befindet sich im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Der von Land- und Forstwirtschaft geprägte Weiler hat etwa 50 Einwohner.[2]

Geographische Lage und Verkehrsanbindung

Der Weiler liegt etwa 3,4 Kilometer südöstlich der Kernstadt Murrhardt auf einem etwa 454 m hohen, gerodeten Bergrücken oberhalb der Murr. Die niedrigen Wohnhäuser gruppieren sich um zwei Ortsstraßen. Bei den Häusern handelt es sich überwiegend um ältere landwirtschaftlichen Anwesen, Scheunen und einige Einfamilienhäuser aus neuerer Zeit.

Umliegende Ortschaften sind Hausen an der Murr im Norden, die Wahlenmühle und die Eisenschmiedmühle im Nordosten, Hammerschmiede und Klingen im Südosten, Berghöfle im Süden, Käsbach im Südwesten, Schwammhof im Westen sowie die Lutzensägmühle im Nordwesten.

Geschichte

Köchersberg wurde im 14. Jahrhundert (1376) erstmals unter dem Namen Kochersberg erwähnt. Der Ortsname ist wahrscheinlich auf den deutschen Familiennamen Kocher, eine Nebenform des Namens Koch zurückzuführen. Köchersberg bedeutet also Siedlung auf dem Berg des Koch.[3] Im Mittelalter war Köchersberg im Besitz der Grafen von Löwenstein. Im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs kam Sulzbach an der Murr 1510 zusammen mit Köchersberg und andere Orte an das Herzogtum Württemberg. Für lange Zeit gehörte Köchersberg zur Gemeinde Sulzbach.1535 wurde unter Herzog Ulrich die Reformation eingeführt. 1843 wurde Köchersberg der Gemeinde Fornsbach unterstellt. Während der NS-Zeit wurde Köchersberg 1933 nach Murrhardt umgemeindet.[1]

Sehenswürdigkeiten

Etwa 600 Meter westlich des Weilers befinden sich die Ruinen des Limes-Wachturms 09/104 (Flurname Heidenwald). Die Mauerreste wurden von Rolf Schweizer und anderen Freiwilligen ausgegraben und konserviert.

Sage

Die Reste des Limes waren westlich von Köchersberg noch lange als Graben im Gelände sichtbar und wurde im Volksmund Schweinsgraben genannt. Da man im Mittelalter nichts mehr über den Ursprung des Limes wusste, entstand folgende Sage: Einst habe der Satan Gott um ein Stück Land gebeten, so groß, wie er es in einer Nacht mit einer Mauer und einem Graben einfrieden könne. Der Herr habe den Teufel gewähren lassen, der sich sogleich eifrig an die Arbeit machte. Mit seinen Freunden, den Wildschweinen, habe der Teufel die ganze Nacht gegraben, wurde jedoch nicht vor Sonnenaufgang fertig. Aus Ärger über sein Scheitern habe der Satan daraufhin sein unfertiges Werk zerstört.

Tatsächlich waren den Einwohnern von Köchersberg die Reste der antiken Befestigung nicht ganz geheuer. Deshalb errichtete man an der Stelle des Limes-Wachturms 09/103 einen Bildstock. Nach der Reformation ist das Kleindenkmal abgegangen. In den 1970er Jahren wurden die Fundamente des Bildstocks beim Wegebau wiederentdeckt und ausgegraben. 1996 wurde an jener Stelle ein neuer Bildstock errichtet.

Einzelnachweise

  1. a b Köchersberg - Wohnplatz - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  2. Köchersberg | Stadt Murrhardt. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  3. Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, ISBN 3-17011967-2, S. 191.