Käthe Hübner

Käthe Hübner (geb. am 16. März 1920; gest. nach 2007) war von 1943 bis 1945 die Erzieherin der drei ältesten Kinder von Joseph Goebbels und Magda Goebbels, die am 1. Mai 1945 im Auftrag ihrer Eltern ermordet wurden.

Leben

Erzieherin der Goebbels-Kinder

Hübner arbeitete als Erzieherin in einer Berliner Kindertagesstätte in leitender Funktion.[1] Im Oktober 1943 erhielt sie von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt die Aufforderung, als Erzieherin im Privathaushalt der Familie Goebbels vorstellig zu werden, die eine Kinderfrau für ihre drei ältesten Kinder Helga, Hildegard und Helmut Goebbels suchten, als Unterstützung für die bereits ältere Erzieherin Schröter.[1] Der Kontakt war über eine Bekannte vermittelt worden. Für einen ersten Eindruck wurde sie bei Werner Naumann vorstellig, einem Mitarbeiter von Goebbels, der später zum Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda aufstieg.[1] Schließlich wurde sie bei Magda Goebbels vorstellig und ab November 1943 eingestellt im Waldhof am Bogensee.[2]

Während Joseph Goebbels wahlweise in seiner Berliner Wohnung oder auf Schwanenwerder wohnte, lebte Magda Goebbels mit ihrer Mutter Auguste Behrend und ihren Kindern sowie mit ihrer Schwiegermutter und Joseph Goebbels’ Schwester Maria Katharina ausschließlich im Waldhof.[3][4]

Im Januar 1945 verließ Hübner den Waldhof und zog mit Familie Goebbels auf die Insel Schwanenwerder. Am 20. April wurden die Kinder in Goebbels Ministerwohnung in der Hermann-Göring-Straße 20 in Berlin gebracht, wo Hübner sie am 22. April zum letzten Mal sah, ehe sie in den Führerbunker gebracht wurden.[5] Dort wurden sie am 1. Mai im Auftrag ihrer Eltern ermordet, die kurz darauf Selbstmord begingen.

Kriegsende und Zeitzeugin

Nach der Verabschiedung von den Kindern floh Hübner nach Westen, um in die von der US-Armee eingenommenen Gebiete zu gelangen, was ihr misslang. Später kehrte sie nach Berlin zurück, wo ihre Eltern den Krieg überlebt hatten.[6] Die Wohnung war infolge des Krieges beschädigt worden.[7]

Hübner lehnte Anfragen von Journalisten nach dem Krieg ab; schließlich erzählte sie jedoch Hans-Otto Meissner, der eine Biografie über Magda Goebbels schrieb, einige Episoden aus dem Leben der Familie Goebbels.[8][9] Ebenso erzählte sie in den 2000er-Jahren Petra Fohrmann von ihrer Zeit bei den Goebbels. Fohrmann ließ diese in ihr Buch Die Kinder des Reichministers einfließen.[10]

Privatleben

Hübner verlor 1942 ihren ersten Verlobten infolge des Krieges; Später lernte sie den Wehrmachtsoffizier Herbert Leske kennen, der sich in Bansin auf Kommandeurlehrgang befand.[11] Das Paar heiratete am 24. August 1944, und Hübner nahm den Nachnamen ihres Mannes an.[12] Er fiel vor Kriegsende.[13]

Später heiratete Hübner erneut und nahm den Namen ihres zweiten Mannes an,[14] der aus einer vorherigen Ehe drei Kinder hatte.[15]

Literatur

  • Hans-Otto Meissner: Magda Goebbels. Ein Lebensbild, Blanvalet, München 1978.
  • Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007.

Einzelnachweise

  1. a b c Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 15.
  2. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 16–18.
  3. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 21.
  4. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 26 f.
  5. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 84 f.
  6. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 86–88.
  7. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 88.
  8. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 10 f.
  9. Hans-Otto Meissner: Magda Goebbels. Ein Lebensbild, Blanvalet, München 1978.
  10. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007.
  11. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 49.
  12. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 10, 49, 55.
  13. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 85.
  14. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 89.
  15. Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichministers, Fohrmann Verlag, Swisttal 2007, S. 85.